Während der chinesische Markt weiter einbricht und der Wettbewerb sich verschärft, gewinnt die Elektromobilität im BMW-Konzern an Fahrt. Die BMW Group hat im zweiten Quartal 2026 insgesamt 116.800 vollelektrische Autos ausgeliefert, ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit war fast jedes fünfte ausgelieferte Auto ein reines Elektrofahrzeug (19,8 Prozent). Im gesamten ersten Halbjahr summierte sich der Elektro-Absatz auf rund 204.300 Einheiten, ein Rückgang von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich zeigt sich die Dynamik in Europa. Nach dem Marktstart des BMW iX3 Anfang März kletterte der E-Absatz in der Region im zweiten Quartal auf 81.500 Autos, ein Zuwachs von 37,9 Prozent. Fast jedes dritte in Europa verkaufte Auto der BMW Group war demnach vollelektrisch (31,3 Prozent, nach 24,4 Prozent im Vorjahr). Der iX3 gilt als erstes Modell der sogenannten Neuen Klasse, mit der der Konzern seine Elektroarchitektur neu ausrichtet.
Nachfrage nach neuen Modellen bleibt hoch
Nach Unternehmensangaben liegt der iX3 auf Kurs, die Marke von 100.000 Bestellungen seit Verkaufsstart zu erreichen. Auch der BMW i3, das zweite Modell der Neuen Klasse, verzeichnete im Juni unmittelbar nach Beginn der vorgezogenen Bestellphase für die Launch Edition eine starke Nachfrage. Vorstandsvorsitzender Milan Nedeljković äußerte sich entsprechend zufrieden: „Mit der Neuen Klasse und ihren Technologien bringen wir ein starkes Produktportfolio auf die Straße, innovativ und technologisch führend. Die Rückmeldung unserer Kunden ist hervorragend und die Nachfrage anhaltend hoch.“
Auch bei Mini spielt der elektrische Antrieb eine wachsende Rolle. Die Marke lieferte im zweiten Quartal 81.000 Autos aus, ein Plus von 17,1 Prozent. Mehr als jeder dritte Mini im ersten Halbjahr fuhr vollelektrisch, der Anteil stieg auf 36,9 Prozent nach 34,3 Prozent im Vorjahr. Insgesamt lieferte die BMW Group in den ersten sechs Monaten 1,16 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus, ein Rückgang von 4,2 Prozent.
Deutlicher Einbruch in China belastet Konzernbilanz
Der Elektro-Fortschritt in Europa steht einem massiven Rückgang in China gegenüber. Dort lieferte die BMW Group im ersten Halbjahr rund 261.800 Autos aus, ein Minus von 20,4 Prozent. Im zweiten Quartal beschleunigte sich der Rückgang sogar auf 30,2 Prozent. Der Konzern begründet die Entwicklung mit einer deutlich negativen Marktentwicklung sowie verschärftem Wettbewerb speziell in der Region Asien-Pazifik.
Die schwierige Lage in China schlägt sich in den Konzernzahlen nieder. Das Vorsteuerergebnis sank im ersten Halbjahr auf 4,05 Milliarden Euro, ein Rückgang von 29,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die EBIT-Marge im Segment Automobile fiel im zweiten Quartal auf 2,3 Prozent, nach 5,4 Prozent im Vorjahresquartal. Neben der Marktentwicklung in China nennt der Konzern erhöhte Abschreibungen sowie negative Währungs- und Rohstoffeffekte als Belastungsfaktoren.
Finanzvorstand Walter Mertl kündigte als Reaktion eine Beschleunigung der Effizienzmaßnahmen an: „Der Wettbewerb hat sich im globalen Automobilmarkt spürbar verschärft. Nach Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr intensivieren und beschleunigen wir unsere Effizienzmaßnahmen und gehen strukturelle Veränderungen gezielt an.“ Mertl verwies zudem auf den gezielten Einsatz von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz, etwa um mithilfe industrieller Daten kürzere Entwicklungszyklen in der virtuellen Fahrzeugabsicherung zu erreichen.
Für das Segment Automobile erwartet die BMW Group im Gesamtjahr weiterhin einen leichten Rückgang der Auslieferungen sowie eine EBIT-Marge im Korridor von ein bis drei Prozent. Der Free Cashflow des Segments soll bei mehr als 2,5 Milliarden Euro liegen. Der Konzern bestätigte damit seine bisherige Jahresprognose für 2026, trotz der beschriebenen Belastungen aus dem chinesischen Markt und dem gestiegenen globalen Wettbewerbsdruck.
Quelle: BMW – Pressemitteilung









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