Beim neuen BMW i3 soll Nachhaltigkeit nicht erst beim Stromverbrauch beginnen. Der Münchner Automobilhersteller BMW setzt bereits bei Rohstoffen, Lieferketten und Produktion an und will zugleich Transportwege verkürzen sowie mehr Recyclingmaterial einsetzen. Damit zeigt sich wieder einmal: Die Nachhaltigkeit eines Elektroautos lässt sich nicht allein auf seinen CO₂-Ausstoß reduzieren.
Wie BMW in einer aktuellen Pressemitteilung erläutert, verfolgt der Hersteller beim neuen 3er einen ganzheitlichen Ansatz über den gesamten Lebenszyklus. Dieser reicht von der Lieferkette über Produktion und Nutzung bis hin zum späteren Recycling. Beim vollelektrischen i3 konnten die prognostizierten CO₂e-Emissionen (Äquivalent) der Lieferkette gegenüber dem ursprünglichen Entwicklungsstand um rund 37 Prozent gesenkt werden.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die neue und in China frisch preisgekrönte Batterie der sechsten Generation. In den Gen6-Zellen verwendet BMW anteilig Sekundärmaterialien für Kobalt, Lithium und Nickel. Zudem sollen bei der Herstellung der Anoden- und Kathodenmaterialien sowie der Batteriezellen erneuerbare Energien eingesetzt werden. Gegenüber den Gen5-Zellen, wie sie etwa im BMW i4 verwendet werden, sinke der CO₂e-Fußabdruck je Wattstunde dadurch um rund 33 Prozent.
Kurze Wege innerhalb Bayerns
Doch gerade hier zeigt sich, dass Nachhaltigkeit mehr umfasst als allein eingesparte Treibhausgasemissionen. Die stärkere Verwendung bereits vorhandener Rohstoffe kann den Bedarf an neu gewonnenen Materialien reduzieren und Stoffkreisläufe schließen. Beim BMW i3 50 xDrive sollen insgesamt rund 31 Prozent des Fahrzeugs aus Sekundärrohstoffen bestehen. Selbst bei besonders beanspruchten Komponenten wie Felgen, Schwenklagern oder Radträgern setzt BMW Recyclingmaterial ein. Die Motorhaube besteht zu rund 70 Prozent aus recyceltem Aluminium.
Auch kurze Transportwege sollen einen Beitrag leisten. BMW bündelt wesentliche Produktionsschritte in einem bayerischen Standortcluster aus Dingolfing, Landshut, Irlbach-Straßkirchen und München. In Landshut entsteht unter anderem das Gehäuse der hinteren E-Maschine. Das neue Werk Irlbach-Straßkirchen wiederum soll ab Oktober 2026 die Hochvoltbatterien für den in München produzierten i3 liefern. Der Transport der Komponenten nach München erfolgt BMW zufolge per Elektro-Lkw.
Verbesserte Rekuperation soll Verbrauch senken
Das Batteriewerk selbst soll im regulären Betrieb vollständig ohne fossile Energieträger auskommen. Einen Teil des Stroms liefert eine eigene Photovoltaikanlage, der übrige Bedarf wird nach Unternehmensangaben vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Für die Montage der Hochvoltbatterien werde zudem kein Wasser benötigt. Im Münchner Fahrzeugwerk werden Stahl- und Aluminiumreste aus dem Presswerk sortenrein gesammelt und wieder für die Herstellung neuer Coils eingesetzt.
Auch während der Nutzung setzt BMW auf Effizienz. Neben Aerodynamik, Leichtbau und rollwiderstandsoptimierten Reifen soll das neue „Heart of Joy“ die Rekuperation verbessern. Zusätzlich kommen in den elektrischen Antriebseinheiten Siliziumkarbid-Halbleiter zum Einsatz. Dadurch sollen sich die Energieverluste um bis zu 40 Prozent reduzieren lassen.
Wie nachhaltig ein Fahrzeug tatsächlich ist, ist am Ende eine Frage vieler Faktoren: Neben CO₂-Emissionen gehören dazu Rohstoffverbrauch, Recyclingfähigkeit, Energie- und Wasserbedarf, Transportwege sowie die möglichst lange Nutzung vorhandener Materialien. Beim neuen i3 versucht BMW, an mehreren dieser Punkte gleichzeitig anzusetzen. Zum Serienstart will der Hersteller einen vom TÜV verifizierten Product Carbon Footprint veröffentlichen und damit zumindest die Treibhausgasbilanz entlang des gesamten Lebenszyklus transparent machen.
Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 23. September 2026









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