BDEW: Ausbau beim Ladenetz wichtiger als Regulierung

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Wolfgang Plank
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Deutlich mehr Pragmatismus bei Politik und Verwaltung hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) angemahnt. Übergeordnete Rahmenbedingungen müssten Vorrang vor Detailregulierung und einzelnen technischen Vorgaben haben, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. Der Hochlauf bei der Ladeinfrastruktur dürfe nicht ausgebremst, sondern müsse weiter beschleunigt werden. Änderungen am Mess- und Eichrecht etwa führten im schlechtesten Fall zu einem Austausch bestehender Struktur anstatt zu einem weiteren Ausbau.

Andreae forderte eine konzertierte Aktion Elektromobilität, bei der alle Akteure – Energiebranche, Automobilwirtschaft, Wohnungswirtschaft, Handel und Kommunen – mit der Politik an einen Tisch kommen. Gerade in der Phase des Markthochlaufs sei enge Zusammenarbeit wichtig. Die Mitgliedsunternehmen des BDEW betreiben nach eigenen Angaben mehr als 80 Prozent der öffentlichen Ladeinfrastruktur.

Die Verfügbarkeit geeigneter Flächen sei derzeit wohl die größte Herausforderung für die Unternehmen, heißt es beim BDEW. Die Leitstelle Ladeinfrastruktur solle daher insbesondere Flächen des Bundes und bundeseigener Betriebe wie etwa der Deutschen Bahn auf Eignung prüfen und ausweisen. Auch die Kommunen sollten hier mobilisiert werden. Zweiter großer Engpass seien die langwierigen Genehmigungsprozesse und die je nach Region stark variierenden Anforderungen, so Andreae. Der Masterplan Ladeinfrastruktur II sollte daher die Standardisierung der Genehmigungsverfahren sowohl bei den Autobahndirektionen des Bundes als auch bei den Baubehörden in den Ländern und Kommunen beinhalten.

Zusätzlichen Schwung erhofft sich Andreae von einer Überarbeitung oder Neukonzipierung der Bundesförderprogramme. Die Zuschussverfahren für öffentliche Ladeinfrastruktur seien aktuell zu unübersichtlich, bürokratisch und langwierig. Aus diesem Grund würden Fördermittel kaum abgerufen. Vorbild für eine kluge Lösung könnte nach Ansicht des BDEW die erfolgreiche private Wallbox-Förderung der KfW sein.

Wichtig sei darüber hinaus, sich auf realistische Ziele für den Ladesäulenbedarf zu verständigen. Ein Rechenmodell der Nationalen Plattform Mobilität habe für 15 Millionen E-Pkw und den von der EU zugrunde gelegten drei Volllaststunden pro Tag einen Bedarf zwischen 107.000 und 631.000 Ladepunkten errechnet, heißt es. Andreae: „Nach Einschätzung des BDEW ist sogar nur ein Bedarf zwischen 100.000 und 250.000 öffentlichen Ladepunkte im Jahr 2030 realistisch, da davon auszugehen ist, dass auch zukünftig der Großteil der Ladevorgänge privat oder beim Arbeitgeber erfolgen und der Anteil der Schnellladepunkte im öffentlichen Bereich zunehmen wird.“

Quelle: BDEW

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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