Vor wenigen Tagen hat die US-Umweltschutzbehörde (EPA) auf Drängen von Präsident Donald Trump die Aufhebung der sogenannten „Endangerment Finding“ von 2009 formalisiert. Damit entfällt die wissenschaftliche und rechtliche Grundlage für bundesweite Grenzwerte für Treibhausgasemissionen von Kraftfahrzeugen. Nach den eigenen Berechnungen der EPA werden die US-Amerikaner dadurch bis 2055 rund 849 Milliarden zusätzliche Gallonen Benzin und Diesel verbrauchen, was mehr als 3,2 Billionen Litern entspricht – die Behörde behauptet jedoch trotzdem, dass diese Maßnahme den Bürgern Geld sparen würde.
Der International Council of Clean Transportation (ICCT) kommt jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis: Die derzeitigen Vorschriften hätten den Verbrauchern laut Schätzungen bis 2055 mehr als 62 Milliarden Dollar pro Jahr an Tankkosten erspart. Ihre Rücknahme werde die US-Amerikaner mehr als 2 Billionen Dollar kosten, wenn man die höheren Kraftstoffausgaben und Klimaschäden berücksichtigt. Zudem legt die EPA ihrer Analyse keinerlei Gesundheitskosten zugrunde, obwohl eine unabhängige Untersuchung schätzt, dass diese Entscheidung bis 2055 zu bis zu 58.000 zusätzlichen vorzeitigen Todesfällen und 37 Millionen weiteren Asthmaanfällen führen wird.
„Amerikanische Autohersteller werden ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Amerikanische Fahrer werden mehr für weniger effiziente Fahrzeuge bezahlen. Und die Analyse hinter dieser Entscheidung misst dem Wohl der amerikanischen Familien keinen Wert bei, während sie die größte Emissionsquelle des Landes als nicht messbar abtut“, kommentiert Rachel Muncrief, Interims-CEO des ICCT. „Diese Entscheidung macht amerikanische Familien ärmer, amerikanische Luft schmutziger und die US-Industrie schwächer.“
„Diese Maßnahme stellt einen tiefgreifenden Bruch mit der eigentlichen Mission der Behörde dar, nämlich die öffentliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen. Sie schützt stattdessen die Interessen von ‚Big Oil‘ und Umweltverschmutzern auf Kosten der amerikanischen Bevölkerung. Die Gewinner sind die großen Ölkonzerne und Verschmutzer – die Verlierer sind die Amerikaner selbst“, sagt Margo Oge, Ehrenvorsitzende des ICCT-Vorstands und ehemalige Direktorin des OTAQ bei der US-EPA.
Quelle: ICCT – Pressemitteilung vom 11.02.2026








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