Bund macht 54 Millionen Euro für Wasserstoffzentrum in Bayern locker

Bund macht 54 Millionen Euro für Wasserstoffzentrum in Bayern locker
Copyright:

shutterstock / 2504485413 (Symbolbild)

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) investiert weiter in die Wasserstofftechnologie und unterstützt den Aufbau dezentraler Innovations- und Technologiezentren Wasserstoff (ITZ-H2). Bundesminister Patrick Schnieder übergab für eines dieser bislang drei Zentren am Rande seines Besuchs des Kabinetts der Bayerischen Staatsregierung in München Förderbescheide in Höhe von 54 Millionen Euro an Vertreter des Standortes in Pfeffenhausen. Damit soll eine Laborumgebung mit einer Wasserstoffinfrastruktur aufgebaut werden, die über einen Wasserstoffverflüssiger sowie Test- und Prüfstände verfügt, so das BMV in einer aktuellen Mitteilung.

Mit den Innovations- und Technologiezentren Wasserstoff (ITZ-H2) setzt das BMV eine zentrale Maßnahme der Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung um. Der Standort in Pfeffenhausen, zusammen mit den bereits gestarteten Zentren in Chemnitz und Norddeutschland, soll gezielt kleine und mittelständische Unternehmen, Start-ups sowie die Zulieferindustrie dabei unterstützen, Wasserstofftechnologien weiterzuentwickeln und zur Marktreife zu bringen.

Das Wasserstoff Technologie-Anwenderzentrum (WTAZ) in Pfeffenhausen legt seinen Fokus auf Anwendungen im Schwerlastverkehr und der Urban Air Mobility. Schwerpunkte sind hier der Einsatz von Flüssigwasserstoff, H2-Verbrennungsmotoren, Tanks und Betankungssystemen, sowie der Aufbau eines Gesamtfahrzeugprüfstandes. Das WTAZ soll, so das BMV, hochmoderne Entwicklungs- und Testumgebungen mit spezialisierten Wasserstofflaboren auf international höchstem Niveau anbieten und zudem einen Wasserstoffverflüssiger aufbauen, der grünen Wasserstoff aus der Region nutzen soll.

„Deutschland nimmt bei der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie eine internationale Spitzenposition ein. Damit diese Schlüsseltechnologie ihren Weg aus der Forschung in die breite Anwendung findet, braucht es mutigen Unternehmergeist und leistungsfähige Innovationsräume. Genau das leistet das Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff in Pfeffenhausen im Freistaat Bayern“, so Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Die zentrale Innovationsplattform für Wasserstofftechnologien soll die Antriebswende im Verkehr entscheidend voranbringen und zugleich nachhaltige Wertschöpfung in Deutschland sichern.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht von einem „starken Zeichen für die Mobilität der Zukunft: Das Projekt stärkt unsere Strategie zum Ausbau von Heimatenergien und zur Forschung an Zukunftstechnologien wie Wasserstoff.“ Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bezeichnet das WTAZ als „weiteren Meilenstein zur Implementierung von Wasserstoff in der Mobilität“. Durch die Anschubfinanzierung des Bundes sowie den Zuwendungen des Freistaats können am Standort in Pfeffenhausen sowohl die Grundinfrastruktur als auch die entsprechenden Test-, Prüf- und Zertifizierungseinrichtungen für Komponenten im Bereich Tank, Betankung und Antrieb errichtet werden.

Zudem stehe „ein starker Forschungsverbund bestehend aus den drei Hochschulen Ingolstadt, Regensburg und Landshut bereit, um die nötige wissenschaftliche Expertise der Industrie vor Ort anzubieten“, so Aiwanger weiter. Durch die zusätzliche Erzeugung von grünem Wasserstoff im benachbarten Elektrolyseur soll ein zukunftsträchtiger Wasserstoff-Hub entstehen, „in dem die Standards deutscher und europäischer Wasserstofftechnik gesetzt werden“.

Quelle: BMV – Pressemitteilung vom 11.02.2026

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Solarzellen im Auto: Studie zeigt enormes Einsparpotenzial

Solarzellen im Auto: Studie zeigt enormes Einsparpotenzial

Sebastian Henßler  —  

Forscher:innen haben 1,3 Millionen Fahrkilometer ausgewertet. Ihr Ergebnis: Solarmodule im Fahrzeug senken den externen Strombedarf pro Kilometer deutlich.

T&E: Deutsche Vorschläge zu CO2-Grenzwerten könnten Milliarden kosten

T&E: Deutsche Vorschläge zu CO2-Grenzwerten könnten Milliarden kosten

Tobias Stahl  —  

T&E warnt vor einer weiteren Aufweichung der CO2-Flottengrenzwerte. Die Vorschläge der Bundesregierung würden Milliarden kosten und Arbeitsplätze gefährden.

Prognose bis 2030: Starker Einbruch der Pkw-Produktion in Westeuropa

Prognose bis 2030: Starker Einbruch der Pkw-Produktion in Westeuropa

Daniel Krenzer  —  

Deutschland und Großbritannien sind extrem stark betroffen. Ein Gewinner ist Spanien – das zuletzt Milliarden in die E-Mobilität investiert hat.

Europa braucht mehr Mut, nicht mehr Verbrenner

Europa braucht mehr Mut, nicht mehr Verbrenner

Daniel Krenzer  —  

Wegen vermeintlichen Wählerwillens klammern sich politische Kräfte zunehmend an den Verbrenner. Doch das läutet den Tod der europäischen Automobilindustrie ein.

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

Daniel Krenzer  —  

T&E warnt: Weicht die EU das Verbrenner-Aus weiter auf, könnten 34 Batteriefabriken in Northvolt-Größe verloren gehen – ein Milliardendesaster.

Chinesische Hersteller als Retter deutscher Autofabriken?

Chinesische Hersteller als Retter deutscher Autofabriken?

Wolfgang Gomoll  —  

Allein der Gedanke, chinesische Autos in deutschen Werken zu produzieren, schlägt derzeit hohe Wellen. Allerdings überwiegen die Chancen den Risiken.

Kommentar: VDA-Alarm – legitime Sorge, fragwürdige Forderung

Kommentar: VDA-Alarm – legitime Sorge, fragwürdige Forderung

Sebastian Henßler  —  

Der VDA warnt vor 125.000 Jobverlusten und fordert Technologieoffenheit. Aber Europa und China kaufen E-Autos – wer profitiert dann von Verbrenner-Ausnahmen?