Wie viel Geld investieren Autohersteller in Forschung und Entwicklung?

Wie viel Geld investieren Autohersteller in Forschung und Entwicklung?
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Mercedes-Benz

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die Zukunft und Ausgestaltung des Automarktes hängt weitgehend von Forschung und Entwicklung (F&E) ab. Es treibt Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und langfristiges Wachstum voran. Auf dem Automobilmarkt hat die Rolle von F&E in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, da die Branche sich elektrifiziert und digitalisiert. Schaut man sich die von Rho Motion zusammengestellten Zahlen an, wie viel Autohersteller in Forschung und Entwicklung investieren, gibt es große Unterschiede.

Im Jahr 2024 gab der VW-Konzern knapp 23 Milliarden US-Dollar (etwa 20,3 Milliarden Euro) für Forschung und Entwicklung aus, mehr als doppelt so viel wie der Zweitplatzierte Mercedes-Benz. BMW und General Motors folgen mit jeweils fast 10 Milliarden US-Dollar.

Autohersteller-Ausgaben-Forschung-Entwicklung
Rho Motion

Volkswagens F&E-Abteilung konzentriert sich auf Elektrifizierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, einschließlich der Verbesserung ihrer modularen Elektroplattformen, der Softwareintegration und -entwicklung sowie der Verbesserung der Produktionseffizienz. Bemerkenswert ist, so Rho Motion, dass ein großer Teil der Ausgaben immer noch in die Entwicklung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor fließe, da der Antriebe weiterhin eine große Rolle im zukünftigen weltweiten Geschäft spielt.

Darüber hinaus hat VW, obwohl es auch in seine eigene Softwareabteilung Cariad Milliarden investiert hat, im vergangenen Jahr einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag in Rivian investiert, um Innovationen zu beschleunigen und weil die eigene interne Abteilung nicht die gewünschten Ergebnisse lieferte.

VW ist zwar klarer Spitzenreiter für die Größe des F&E-Budgets, aber wenn man die Budgets im Lauf der Zeit vergleicht, stechen zwei wichtige Trends heraus. Erstens haben viele chinesische Elektroauto-Hersteller ihre Investitionen in den vergangenen Jahren erheblich erhöht und die Forschungsbemühungen im Einklang mit ihrem eigenen Wachstum und der breiteren Expansion der chinesischen E-Auto-Industrie verstärkt.

BYD und Nio etwa haben ihre F&E-Budgets innerhalb der vergangenen fünf Jahre um mehr als 400 Prozent aufgestockt. Dies spiegelt einen strategischen Fokus auf Innovation und technologische Führung wider, der zum Markenzeichen des chinesischen Elektroauto-Marktes geworden ist.

Autohersteller-Entwicklung-Budgets-F&E
Rho Motion

Zweitens haben die drei wichtigsten japanischen Autohersteller – Honda, Nissan und Toyota – in den vergangenen Jahren ihre F&E-Budgets leicht gekürzt um 14 bis 18 Prozent. Obwohl ihre Budgets immer noch erheblich und höher sind als bei den meisten anderen Autoherstellern, haben diese Akteure einen starken Schwerpunkt auf Verbrenner-Technologien gelegt. Infolgedessen machen die Elektroauto-Verkäufe immer noch einen nur kleinen Bruchteil ihrer weltweiten Fahrzeugverkäufe aus.

Reine und vorrangige Elektroautohersteller wie Tesla, Nio und BYD haben den Vorteil, dass sie alle F&E-Ressourcen auf E-Technologien konzentrieren können. Damit haben sie einen Vorteil gegenüber anderen Herstellern, die weiterhin auch viel Geld in Verbrenner-Technologien stecken müssen, um hier wettbewerbsfähig zu bleiben. Während insgesamt der Fahrzeugmarkt langsam aber sicher in Richtung Elektrifizierung tendiert.

Quelle: Rho Motion – Pressemitteilung vom 10.04.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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