Wie die E-Auto-Marke Polestar weiter wachsen will

Wie die E-Auto-Marke Polestar weiter wachsen will
Copyright:

Polestar

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die schwedische Elektroautomarke Polestar will ihr Wachstumsversprechen auf dem Weg zum geplanten Börsengang an der Nasdaq durch einen geplanten Unternehmenszusammenschluss mit Gores Guggenheim umsetzen, und diesen voraussichtlich Ende Juni 2022 abgeschlossen haben. Die Expansion in neue Märkte und eine wachsende Präsenz sollen die Kundennachfrage fördern, während die Entwicklung neuer Modelle die Marke auch in margenstarken Premium SUV-Segmenten positionieren soll.

Polestar hat in der ersten Jahreshälfte 2022 den 25. Markt erschlossen, eine deutliche Steigerung gegenüber den zehn Einführungsmärkten im Jahr 2020. Seit Anfang 2022 hat Polestar in sechs neuen Märkten seine Präsenz aufgebaut, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Hongkong, Irland, Spanien und Portugal. Das Unternehmen plant außerdem in der zweiten Jahreshälfte 2022 den Marktstart in Israel und Italien, um seine Präsenz im Nahen Osten und in Europa zu verstärken. Bis Ende 2023 sieht Polestar vor, in insgesamt 30 Märkten weltweit präsent zu sein. Zukünftige Markteintritte sollen laufend evaluiert werden, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung.

„Polestar vertreibt seine Fahrzeuge bereits in 25 Ländern auf der ganzen Welt und hat somit eine starke Position im Bereich der Elektromobilität. Mehr als 55.000 Fahrzeuge von Polestar sind heute weltweit auf den Straßen unterwegs, und wir bringen in nur drei Jahren ein Portfolio von drei neuen Modellen auf den Markt. Diese Elektroautos befinden sich alle in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, und wir sind in der Lage, mit unseren erfahrenen Industriepartnern qualitativ hochwertige Autos zu produzieren.“ – Thomas Ingenlath, CEO Polestar

Die Produkterweiterung werde zunächst mit dem elektrischen Performance SUV Polestar 3 fortgesetzt, dessen Weltpremiere für Oktober 2022 angekündigt ist. Polestar 3 ist das erste Modell des Unternehmens für den attraktiven, wachstumsstarken SUV-Markt. Danach sollen das Elektro SUV-Coupé Polestar 4 und der viertürige Elektro GT Polestar 5 folgen.

Der Polestar 4 wird voraussichtlich 2023 auf den Markt kommen. Mit dem Crossover will Polestar in eines der wettbewerbsintensivsten Marktsegmente in Bezug auf Nachfrage, Leistung und Design einsteigen. Der Polestar 5 befinde sich ebenfalls in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium und soll 2024 auf den Markt kommen. Ein Prototyp soll auf dem Goodwood Festival of Speed 2022 vom 23. bis 26. Juni 2022 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Es ist für das gesamte Team aufregend, diese wachsende Dynamik in unserem Geschäft zu erleben. Unser Auftragseingang ist auf Rekordniveau und liegt derzeit bei über 75.000 Fahrzeugen pro Jahr. Dies bringt uns in eine starke Position, auch da sich die Situation bezüglich der Produktion normalisiert“, sagt Mike Whittington, Head of Global Sales bei Polestar. Darüber hinaus will die E-Auto-Marke mit dem Polestar 3 und dem Polestar 4 eine führende Rolle bei der Elektrifizierung der lukrativen und großen Premium-SUV-Segmente spielen. „Eine für 2025 erwartete Produktionskapazität von über 160.000 Fahrzeugen pro Jahr für diese beiden Elektrofahrzeuge ermöglicht es uns, schnell zu skalieren und neue Kundinnen und Kunden für die Marke zu gewinnen“, so Whittington.

Polestar hat aktuell gut 130 Retail Standorte auf der ganzen Welt eröffnet und erwartet, dass es bis Ende 2022 160 Standorte sein werden. Weitere Polestar Spaces und Destinations sind in bestehenden und neuen Märkten geplant, darunter in Städten wie London, Madrid, Tel Aviv, Reykjavík, Vancouver, Austin und Shenzhen.

Quelle: Polestar – Pressemitteilung vom 15.06.2022

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Open-Source-Initiative für gemeinsame Software

Open-Source-Initiative für gemeinsame Software

Maria Glaser  —  

Der VDA gab bekannt, dass inzwischen mehr als 30 Unternehmen aus der gesamten Automobilzulieferkette die kollaborative Vereinbarung unterschrieben haben.

Diskussion: Batterien für Europa entstehen nicht über Nacht

Diskussion: Batterien für Europa entstehen nicht über Nacht

Sebastian Henßler  —  

Batterien einfach importieren? Das greift zu kurz. Experten offenbaren, warum Europas Industrie eigene Wertschöpfung, Partnerschaften und Skalierung braucht.

Warum Europas Batterie-Zukunft im Recycling beginnt

Warum Europas Batterie-Zukunft im Recycling beginnt

Sebastian Henßler  —  

Asien dominiert den Batteriesektor, Europa hinkt hinterher. Warum Recycling und geschlossene Stoffkreisläufe ein wichtiger strategischer Hebel sind.

Warum Rohstoffzugang allein Europas Batterien nicht rettet

Warum Rohstoffzugang allein Europas Batterien nicht rettet

Sebastian Henßler  —  

Rohstoffe sind da, Technologien auch. Warum Europas Batterielieferkette dennoch stockt und weshalb Umsetzung, Kapital und Skalierung entscheidend sind.

EU gegen China: Mindestpreise statt Strafzölle

EU gegen China: Mindestpreise statt Strafzölle

Sebastian Henßler  —  

Die EU prüft einen Kurswechsel im Handel mit China. Mindestpreise für E-Autos könnten Sonderzölle ersetzen, doch für Käufer bleiben sinkende Preise vorerst aus.

Mercedes-Benz CLA ist Europas „Car of the Year 2026“

Mercedes-Benz CLA ist Europas „Car of the Year 2026“

Michael Neißendorfer  —  

Der Mercedes-Benz CLA hat auf dem Autosalon in Brüssel die finale Abstimmung gewonnen und löst damit den Renault 5 E-Tech als „Car of the Year“ ab.

BMW dank E-Autos weiter im Wachstum – wenn auch knapp

BMW dank E-Autos weiter im Wachstum – wenn auch knapp

Michael Neißendorfer  —  

Krise in der Autoindustrie? Nicht in München: 2025 lieferte BMW gut 2,46 Millionen Fahrzeuge an Kunden aus. Wachstumsgarant: Elektroautos und Plug-in-Hybride.