Polestar zieht es durch Zusammenschluss an die Börse

Polestar zieht es durch Zusammenschluss an die Börse
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Polestar

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Polestar, die Perfomance-Elektro-Tochter von Volvo Cars und deren Eigentümer Zhejiang Geely Holding Group, befindet sich schon seit längeren in Gesprächen, um durch eine Fusion mit Gores Guggenheim, einer SPAC-Firma, an die Börse zu gehen. Mittlerweile habe man eine Vereinbarung zur Börsennotierung durch Zusammenschluss mit Gores Guggenheim, Inc. unterzeichnet. Ein weiterer wichtiger Schritt für Polestar.

Gores Guggenheim ist eine sogenannte Special Purpose Acquisition Company (SPAC). Hierbei handelt es sich um ein Akquisitionszweckunternehmen beziehungsweise eine Mantelgesellschaft, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammelt, um dieses in einem zweiten Schritt in die Übernahme eines (vorher nicht fest bestimmten) Unternehmens zu investieren. Für das zu übernehmende Unternehmen ist der Kauf durch eine SPAC eine Alternative zu einem herkömmlichen Börsengang (IPO). Mittlerweile ist bekannt, dass Polestar das Unternehmen ist in welches investiert werden soll. Nach Abschluss des geplanten Unternehmenszusammenschlusses wird das kombinierte Unternehmen von einer neuen Aktiengesellschaft mit dem Namen Polestar Automotive Holding UK Limited gehalten werden, die voraussichtlich an der Nasdaq unter dem Tickersymbol „PSNY“ notiert sein wird. Die Transaktion impliziert einen Unternehmenswert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Zuvor war die Rede von rund 25 Milliarden US-Dollar.

„Mit Alec und dem Team von Gores Guggenheim haben wir einen Partner gefunden, der über eine beeindruckende Erfolgsbilanz bei der Börseneinführung führender Unternehmen verfügt. Der vorgeschlagene Unternehmenszusammenschluss und die Börsennotierung positionieren Polestar als finanzstarkes, zukunftssicheres, globales Elektroautounternehmen. Dies wird uns in die Lage versetzen, unser Wachstum, unsere Strategie und vor allem unsere Mission für nachhaltige Mobilität zu beschleunigen.“ – Thomas Ingenlath, Chief Executive Officer von Polestar

Das zweite Fahrzeug des Unternehmens und das erste vollelektrische Auto, der Polestar 2, begann im März mit der Produktion in Geelys Werk in Luqiao, China. Im September gab der Autohersteller bekannt, dass er ein weiteres Fahrzeug, den Polestar Precept, in Produktion nehmen wird. Zudem werde die schwedische Premium-Elektroautomarke Polestar ihr erstes vollelektrisches SUV in den USA produzieren. Der Polestar 3, ein aerodynamisch gezeichnetes Elektro-SUV. Im Rahmen der Bekanntgabe des Börsengangs wurde dann noch bekannt, dass mit dem Polestar 4 ein weiteres E-SUV in 2023 folgen soll.

Polestar hat im Jahr 2020 rund 10.000 Fahrzeuge ausgeliefert und erwartet, bis 2025 rund 290.000 Fahrzeuge pro Jahr zu verkaufen. Zu den bestehenden Investoren gehören unter anderem die Volvo Car Group und Tochtergesellschaften von Geely Chairman Eric Li sowie der Schauspieler und Aktivist Leonardo DiCaprio. Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt des Geschäftsmodells, das Unternehmen hat sich ehrgeizige, branchenführende Ziele gesetzt, darunter das Ziel, bis 2030 ein wirklich klimaneutrales Auto zu entwickeln und das transparenteste reine Elektrofahrzeugunternehmen zu sein.

„Polestar ist ein herausragendes Unternehmen im Bereich der Elektrofahrzeuge – ein designorientierter, sportlich-leistungsorientierter Elektro-OEM, der sich auf branchenführende Nachhaltigkeitslösungen konzentriert. Das Unternehmen hebt sich durch seine erstklassigen Fahrzeuge, sein attraktives Finanzprofil, seine starke Leistungsbilanz und die Tatsache, dass es bereits Fahrzeuge auf der ganzen Welt im Einsatz hat, deutlich von anderen ab.“ – Alec Gores, Chairman und Chief Executive Officer von The Gores Group und Chairman von Gores Guggenheim

Quelle: Polestar – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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