Wie Audi das Aerodynamik-Konzept der e-tron S-Modelle erklärt

Wie Audi das Aerodynamik-Konzept der e-tron S-Modelle erklärt
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Die Aerodynamik ist besonders bei rein elektrisch angetriebenen Autos ein Schlüsselfaktor für die Reichweite und kann den ein oder anderen Kilometer mehr aus einer Batterie kitzeln. Dank intelligenter Technik-Innovationen erreicht das sportliche SUV-Coupé e-tron S Sportback von Audi einen niedrigen cw-Wert von 0,26. Das ausgeklügelte Aerodynamikkonzept weist viele neuartige Detaillösungen auf.

Die elektrisch angetriebenen S-Modelle geben ihre Power durch sportliche Details im Exterieur zu erkennen – die Radlaufblenden beispielsweise sind auf beiden Seiten um 23 Millimeter breiter als bei der Basisversion. Das markante Design korrespondiert mit einer Aerodynamik, die stark auf neue Technologien setzt. Die früh absinkende Dachlinie des SUV-Coupés verbessert den Luftwiderstand im Vergleich zum Schwestermodell weiter. Und nicht zuletzt optimiert eine Spoilerkante auf seinem Gepäckraumdeckel die Abströmrichtung der Luft am Heck.

Optimierte Anströmung der Vorderräder: Air Curtains und durchströmte Radlaufblenden

Eine große Rolle im Aerodynamik-Konzept spielt die kontrollierte Strömung an den Vorderrädern. Die seitlichen Lufteinlässe in der Front – die Air Curtains – lenken die Luft über einen Kanal in die Radhäuser für eine optimierte Anströmung der Räder und der Fahrzeugflanke. Dem gleichen Zweck dienen die durchströmten Radlaufblenden: In den Ausschnitten, die die verbreiterten Blenden im vorderen Bereich haben, stehen schmale horizontale Stege. Sie leiten den Fahrtwind so, dass er störende Verwirbelungen in den Radhäusern umhüllt und somit kapselt. Daraus resultiert ein „sauberer“ Nachlauf entlang der Fahrzeugseite mit verringerten Strömungsverlusten. Das Design der 20-Zoll-Räder sowie das Profil und die Prägung an den Flanken der Reifen sind ebenfalls dahingehend optimiert.

Mit den durchströmten Radlaufblenden löst Audi den Zielkonflikt zwischen optimaler Aerodynamik und sportlicher Optik. Erstmals bringt die Marke mit den vier Ringen diese innovative und mittlerweile patentierte Lösung in den Großserien-Automobilbau. So erzielt der künftige Audi e-tron S Sportback einen cW-Wert von 0,26 – der Audi e-tron S erreicht 0,28.

Virtuelle Außenspiegel mit OLED-Displays im Innenraum

Gegenüber den Standard-Spiegeln verringern die schlanken virtuellen Außenspiegel den Luftwiderstand weiter. Sie tragen etwa zu gleichen Teilen wie die durchströmten Radlaufblenden zur aerodynamischen Verbesserung bei und bringen zirka drei Kilometer mehr Reichweite im WLTP-Zyklus. Als weitere Innovation der Vier Ringe im Großserien-Automobilbau sind die virtuellen Außenspiegel bereits mit dem Audi e-tron quattro in Serie gegangen. Ihre flachen Träger integrieren an den Enden kleine Kameras. Die Bilder, die sie aufzeichnen, erscheinen im Innenraum auf OLED-Displays, die im Übergang zwischen Tür und Instrumententafel liegen. Das Sichtfeld passt sich an die Fahrsituationen Autobahn, Abbiegen und Parken an.

Das aufwändige Aerodynamik-Konzept der künftigen e-tron S-Modelle setzt sich im Fahrzeugboden fort. Hier leiten Unterbodenverkleidungen mit Spoilerelementen die Luft sauber um das Fahrzeug. Der Unterboden samt der Aluminium-Abdeckplatte für die Hochvolt-Batterie ist verkleidet. Die Anschraubpunkte sind schüsselförmig vertieft, ähnlich wie die „Dimples“ an einem Golfball. Sie lassen die Luft noch leichter strömen als eine völlig plane Fläche. Die serienmäßige adaptive air suspension – die Luftfederung mit geregelter Dämpfung – leistet einen weiteren Beitrag zur Verbesserung des Luftwiderstandes: Bei höheren Geschwindigkeiten senkt sie die Karosserie in zwei Stufen bis zu 26 Millimeter unter das Normalniveau ab.

Bestandteil des Thermomanagements: der steuerbare Kühllufteinlass

Eine wichtige Komponente ist der steuerbare Kühllufteinlass, der zugleich als Schaltstelle des Thermomanagements dient. Es handelt sich um einen Rahmen hinter dem Singleframe, der zwei elektrisch betätigte Jalousien integriert. Bei Geschwindigkeiten zwischen 48 und 160 km/h sind sie zumeist geschlossen, sodass die Luft fast verwirbelungsfrei über die vordere Haube strömt. Wenn die Klimaanlage oder die Antriebskomponenten mehr kühlende Luft brauchen, öffnen sich die Jalousien schrittweise. Falls die hydraulischen Radbremsen in einer Ausnahmesituation sehr stark beansprucht werden, gibt der steuerbare Kühllufteinlass zwei Kanäle frei, die Luft in die vorderen Radhäuser leiten. Wenn nötig, wird dafür der Kühlerventilator aktiv.

Bis zu 973 Nm Drehmoment: neuartiges Antriebskonzept mit drei Elektromotoren

Die zukünftigen e-tron S-Modelle zeichnen sich neben ihren sehenswerten Aerodynamik-Eigenschaften durch sportliche Fahrleistungen aus. Die beiden neuen Topmodelle der Audi e-tron-Baureihe nutzen drei E-Motoren, von denen zwei an der Hinterachse arbeiten. Sie geben gemeinsam 370 kW Boostleistung und bis zu 973 Nm Drehmoment ab. Damit sprinten die S-Modelle in jeweils 4,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Ihre intelligente Antriebsregelung hebt die Fahrsicherheit und vor allem die Fahrdynamik auf ein neues Niveau, wie Audi mitteilt: Zum elektrischen Allradantrieb kommt das elektrische Torque Vectoring mit aktiver und vollvariabler Momentenverteilung an der Hinterachse.

Quelle: Audi — Pressemitteilung vom 17.06.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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