VW-Konzern stärkt E-Kompetenz mit MEBeco-Fertigung in Győr

VW-Konzern stärkt E-Kompetenz mit MEBeco-Fertigung in Győr
Copyright:

Audi

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Audi Hungaria hat in Győr die Serienproduktion des MEBeco-Elektroantriebs aufgenommen. Der neue Antrieb basiert auf der weiterentwickelten MEB+-Plattform des Volkswagen-Konzerns und soll künftig eine Reihe volumenstarker Elektromodelle antreiben. Als erstes Modell ist der Cupra Raval vorgesehen, ein kompaktes E-Auto, das den Antrieb als Basis nutzt.

Für den ungarischen Standort markiert der Produktionsstart einen Einschnitt in seiner industriellen Geschichte. Bislang fertigte Győr komplette Antriebseinheiten; mit dem MEBeco kommen erstmals auch zentrale Kernkomponenten in die eigene Fertigung: Blechpaket, Rotor sowie Leistungselektronik inklusive Software und integriertem Endtest werden nun vor Ort produziert. Es ist die dritte Elektromotor-Familie, die Audi Hungaria in Serie bringt. Michael Breme, Vorstandsvorsitzender von Audi Hungaria, bezeichnete den Serienstart als „Meilenstein in der Transformation des Standorts“ und verwies auf die „zentrale Rolle als Antriebspartner für mehrere Marken des Volkswagen Konzerns“.

Der Aufbau der Produktionsinfrastruktur begann 2024 und umfasste die schrittweise Installation aller Anlagen sowie maschinenseitige Abnahmen, Audits und Probeläufe. Zu den markantesten Investitionen zählt eine 110 Tonnen schwere Presse, die in mehr als elf Lkw-Ladungen angeliefert wurde. Die vollständig automatisierten Pressenlinien verarbeiten künftig rund 100 Tonnen Rohmaterial pro Tag.

Qualifizierung als Voraussetzung für Fertigungstiefe

Der technologische Ausbau ging mit einem umfangreichen Schulungsprogramm einher. Die Audi Akademie, das eigene Trainingszentrum von Audi Hungaria, setzte das Qualifizierungsprogramm in Kooperation mit Technologiepartnern und Universitäten um. Die Themenfelder reichten von Stator- und Rotorfertigung über Hochvolt-Kompetenz und Leistungselektronik bis hin zu Automatisierungs- und Prüftechnologien. Peter Will, Vorstand Produktion Antriebe bei Audi Hungaria, betonte, dass die Belegschaft nun in der Lage sei, „die neuen innovativen Technologien in hoher Fertigungstiefe sicher und effizient herzustellen“.

Audi Hungaria ist seit mehr als drei Jahrzehnten Teil des Audi- und VW-Konzernverbunds; in dieser Zeit wurden über 13 Milliarden Euro in den Standort investiert. Győr ist dabei nicht nur Produktionsstandort, sondern auch Zentrum für Entwicklung und industrielle Innovation. Der Standort arbeitet eng mit Werken in Ingolstadt, Neckarsulm und Wolfsburg zusammen. Gerd Walker, Vorstand Produktion und Logistik der Audi AG, hob bei der Gelegenheit hervor, was den Standort aus seiner Sicht auszeichnet: „flexible Produktion, Mut zur Innovation und ein hochkompetentes Team, das mit Herzblut und Präzision an der Mobilität der Zukunft arbeitet“.

Mit der erweiterten Fertigungstiefe positioniert sich Győr als eigenständiger Technologiestandort im VW-Konzernverbund. Der MEBeco steht dabei nicht allein für ein neues Produkt, sondern für einen Ausbau industrieller Kompetenz, der den Standort langfristig in der Elektromobilitätsstrategie des Konzerns verankern soll.

Quelle: Audi – Pressemitteilung

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Audi Elektroautos

Audi unterbindet AUDI-Verkauf in Deutschland

Audi unterbindet AUDI-Verkauf in Deutschland

Daniel Krenzer  —  

Audi geht gegen Parallelimporte seiner China-Modelle E5 Sportback und E7X vor. Der Verkauf in Europa wurde gestoppt.

SSP-Start wackelt: Verschiebt Audi den elektrischen A4?

SSP-Start wackelt: Verschiebt Audi den elektrischen A4?

Tobias Stahl  —  

Der elektrische Audi A4 e-tron kommt wohl erst 2029 – mit ihm würde sich auch die Konzernplattform SSP verspäten, auf der große Hoffnungen ruhen.

So startet Audi die Produktion des A2 e-tron in Ingolstadt

So startet Audi die Produktion des A2 e-tron in Ingolstadt

Sebastian Henßler  —  

Audi hat die Serienproduktion des A2 e-tron in Ingolstadt gestartet und dabei Entwicklungszeit, Komplexität und Fertigungsschritte deutlich reduziert.

Octopus Energy öffnet V2G-Tarif für Audi e-tron-Modelle

Octopus Energy öffnet V2G-Tarif für Audi e-tron-Modelle

Sebastian Henßler  —  

Wer seinen Audi e-tron mit einer bidirektionalen Wallbox verbindet, lädt günstiger und kann pro Jahr bis zu 18.000 Kilometer kostenlos zurücklegen.

Belegschaft reagiert begeistert auf Audi A2 e-tron

Belegschaft reagiert begeistert auf Audi A2 e-tron

Sebastian Henßler  —  

Der Betriebsrat wertet den Produktionsstart des A2 e-tron in Ingolstadt als starkes Signal für die Zukunft des Standorts und der Beschäftigten.

Audi A2 e-tron: Zweite Chance für einen einstigen Flop

Audi A2 e-tron: Zweite Chance für einen einstigen Flop

Stefan Grundhoff  —  

Audi bringt den A2 als Elektroauto zurück und stützt sich dabei technisch auf die Plattform des VW ID.3 Neo, verpackt in einem eigenständigen Design.

VW-Konzern bestätigt Rochade an der Vertriebsspitze

VW-Konzern bestätigt Rochade an der Vertriebsspitze

Sebastian Henßler  —  

Elektroauto-News hatte die Personalpläne bereits im Juli exklusiv vermeldet, nun bestätigen Volkswagen, Audi und Skoda die Rochade offiziell zum Oktober.