S-Version des Audi e-Tron Sportback im Kurztest

S-Version des Audi e-Tron Sportback im Kurztest
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Audi AG

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Die sportlicheren und leistungsstärkeren Fahrzeuge von Audi sind allesamt am Kürzel S vor der Modellbezeichung zu erkennen. Das trifft auch für die Elektroautos der Marke mit den vier Ringen zu, die auf dem Autosalon in Genf in wenigen Tagen die S-Version des SUV e-tron und des e-tron Sportback vorstellen will, mit gleich drei Elektromotoren an Bord. „Als S-Modelle werden der Audi e-tron und der Audi e-tron Sportback noch agiler, schärfer und dynamischer“, kündigt Audi an.

Der größere E-Motor an der Vorderachse kommt auf 124 kW Leistung bzw. 150 kW im Boost. Zwei etwas kleinere E-Maschinen an den beiden Hinterrädern leisten insgesamt 196 kW Leistung bzw. 264 kW im Boost. Die kumulierte Systemleistung beläuft sich auf 320 kW / 435 PS und satte 808 Nm Drehmoment. Der normale e-tron 55 Quattro kommt auf „nur“ 265 kW bzw. 300 kW im Boost. Dank einer speziellen Kühlung soll die S-Version für jeweils acht Sekunden eine volle Boost-Leistung von 370 kW / 503 PS und 973 Nm abrufen können. Viereinhalb Sekunden auf Tempo 100 sind somit möglich, der Nicht-S braucht dafür gut zwei Sekunden länger.

Der Doppelmotor im Heck ermöglicht dem e-tron S Sportback einige äußerst flexible Torque-Vectoring-Tricks auszuführen. Zum Beispiel kann er in Kurven zugunsten der Fahrstabilität mit dem äußeren Hinterrad mehr Drehmoment erzeugen. Ohne Differentiale oder Kupplungspakete ist die elektrische Drehmomentübertragung bis zu viermal schneller als bei einem mechanischen System, das bei der herkömmlichen Traktionskontrolle zum Tragen kommt. Wenn ein Hinterrad plötzlich auf eine geringe Traktion stößt – beispielsweise auf Eis oder Sand -, kann das Drehmoment an dieser Kontaktfläche sofort abgeschaltet werden, während die Kompensation am anderen Ende der Achse unmittelbar reagieren kann.

Mit mehr Motoren steigt auch das Potenzial für regeneratives Bremsen, die Rekuperation. Das Brake-by-Wire-System des e-tron S kann bei einem vollständigen Stopp aus Tempo 100 bis zu 270 Kilowatt Leistung zurück in die Batterien speisen. Das ist sogar mehr als der Formel-E-Rennwagen von Audi schafft, der kommt auf nur gut 250 kW.

Die beiden SUVs mit dem S-Emblem werden dank des dreimotorigen E-Quattro-Systems mit deutlich verbesserter Leistung und Kontrolle auf die Straße kommen. Die Kollegen von Road Show hatten bereits das Vergnügen, einen Prototypen über einen Handling-Kurs wuchten zu dürfen. „Angenehm überrascht“ war Road Show, „wie stabil sich der e-tron S anfühlte“ und wie präzise er sich habe handeln lassen.

Quelle: Road Show — Audi E-Tron S Sportback prototype first drive review: Are three motors better than two?

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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