Neue Wasserstoff-Subventionsrunde geht wieder am Markt vorbei

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Ein Kommentar von Daniel Krenzer

Die Bundesregierung will 220 Millionen Euro in den Ausbau von Wasserstoff-Tankstellen und Lkw-Förderung stecken – und das in einer Phase, in der der Markt eigentlich klar zeigt, dass diese Technologien weder wettbewerbsfähig noch nachgefragt sind. Dass der Staat nun erneut auf eine „teure Technologie ohne Zukunft“ setzt, wie die Wirtschaftswoche nüchtern schreibt, ist ebenso enttäuschend wie wenig zukunftsgerichtet.

Aus Sicht der realen Mobilitätserfordernisse ist klar: Brennstoffzellenfahrzeuge sind wasserstoffbedingt extrem ineffizient. Die Umwandlung von Strom zu grünem Wasserstoff und zurück in elektrische Leistung verschlingt enorme Energiemengen – sehr viel mehr als bei Elektrofahrzeugen. Gerade im Verkehr, wo Ressourcen, Energieeffizienz und CO2-Bilanz zählen, ist das ein grundlegender Nachteil.

Zudem ist die Infrastruktur in der Praxis schlicht unzureichend. Europaweit gibt es nur rund 300 Wasserstofftankstellen, davon etwa 100 in Deutschland. Für ein funktionierendes Netz wären jedoch mehrere Tausend Standorte nötig, was bei den aktuellen Stückzahlen kaum absehbar ist. Dass selbst bereits installierte H2-Tankstellen wieder vom Netz gehen, zeigt: Nachfrage und Nutzung bleiben aus.

BMW greift Förderungen ab

Diese staatlichen Subventionen sind nicht nur teuer, sondern richten sich an einen Markt, der ohnehin nicht von selbst wächst. Wasserstoffautos und -nutzfahrzeuge sind teuer, die Technik komplex, und Verbraucher interessieren sich kaum. Ein aktuelles Beispiel aus der Industrie untermauert diese Einschätzung: Der große Automobilkonzern Stellantis hat kürzlich angekündigt, sein Wasserstoff-Fahrzeugprogramm für leichte Nutzfahrzeuge einzustellen, da es wirtschaftlich keine Perspektive hat. Eigentlich nur BMW verfolgt diese Technologie unter Europas Automobilherstellern derzeit noch aktiv, allerdings wohl auch nur, weil sich im besonders technologienaiven Bayern damit große Fördersummen abgreifen lassen.

Während Batterie-Elektromobilität durch Effizienzvorteile, niedrigere Kosten und wachsende Ladeinfrastruktur klar dominiert und längst auch ohne Subventionen funktionieren würde, wird Wasserstoff immer wieder mit staatlichen Fördergiganten künstlich am Leben erhalten. Diese Politik verzerrt Wettbewerb und bindet Ressourcen, die für echte Transformation vergeblich verbrannt werden.

Kurz: Es ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern der wirtschaftlichen Vernunft und Klimawirkung. Eine wirkliche Mobilitätswende braucht keine subventionierte Wasserstoff-Blase, sondern klare Priorität für E-Mobilität, die heute schon funktioniert.

Quelle: Wirtschaftswoche – Wasserstoff, der teure Antrieb ohne Zukunft

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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