Daimler testet Wasserstoff-Reisebus H₂ Coach von Setra

Daimler testet Wasserstoff-Reisebus H₂ Coach von Setra
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Daimler Buses

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Daimler Buses schickt seinen ersten Reisebus mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb auf Testfahrten. Der Technologieträger „H₂ Coach“ der Marke Setra soll den Weg zur Zukunft von lokal emissionsfreien längeren Busreisen ebnen, zusätzlich zu batterieelektrischen Reisebussen, die der Hersteller ebenfalls bereits auf öffentlichen Straßen testet. Daimler Buses plant bis zum Ende der Dekade batterieelektrisch angetriebene Reisebusse im Portfolio zu haben, Brennstoffzellen‑Reisebusse sollen dann in einem nächsten Schritt in Serie gehen.

Die Wasserstoff-Technologie des H₂ Coach basiert zu weiten Teilen auf den Antriebskomponenten des Brennstoffzellen‑Lkw Mercedes‑Benz GenH2 Truck aus dem Daimler Truck Mutterkonzern. Die Reichweite des H₂ Coach mit einer Tankfüllung ist mit Minimum 800 Kilometern definiert.

Herzstück des 13,9 Meter langen Hochdeckers mit der Modellbezeichnung S 517 HD ist eine Kombination aus zwei Wasserstofftanks mit insgesamt 46 Kilogramm Tankkapazität und dem Cellcentric Brennstoffzellen-Aggregat. Gemeinsam mit der Volvo Group verfolgt Daimler Truck mit dem Joint Venture Cellcentric das Ziel, ein weltweit führender Hersteller von Brennstoffzellen zu werden und damit entscheidend zu einem nachhaltigen Transport bis zum Jahr 2050 beizutragen.

Das Brennstoffzellen-Aggregat mit einer Gesamtleistung von 300 kW wandelt den Wasserstoff in elektrische Energie um, die vom Zentralmotor in mechanische Antriebsenergie umgesetzt wird. Der Elektromotor ist auf 320 kW Dauer- und 400 kW Maximalleistung ausgelegt, das Drehmoment liegt bei 1368 Nm, beziehungsweise 2470 Nm. Das integrierte Batteriepaket dient zur Zwischenspeicherung der elektrischen Energie und zur situativen Leistungsunterstützung, um die Brennstoffzelle mit einem optimalen Wirkungsgrad zu betreiben.

Der zum H₂ Coach umgebaute S 517 HD mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 24,7 Tonnen hat auf Basis des TÜV-Gutachtens eine Zulassung als Erprobungsfahrzeug nach Paragraf 19.6 der Straßenverkehrszulassungsordnung erhalten, die neben den Prüfreihen auf den internen Versuchsgeländen von Daimler Buses auch Testfahrten auf öffentlichen Straßen erlaubt.

Der Konzeptbus der Setra ComfortClass stellt mit der Zero‑Emission‑Antriebstechnologie eine vielversprechende Alternative zu dieselbetriebenen Fahrzeugen dar, da er neben einem geräuscharmen Antrieb auch zur deutlichen Verbesserung der Luftqualität in den Städten und Ferienregionen beiträgt. Zudem zeichnet sich der Reisebus im Vergleich zu batterieelektrischen Bussen durch eine höhere Reichweite und kürzere Betankungszeiten aus.

Daimler Buses

Der Technologieträger wird federführend bei Daimler Buses in Neu‑Ulm entwickelt. Der Standort ist das Kompetenzzentrum für Reisebusse aller Antriebsarten. Insgesamt arbeiten bei Daimler Buses in Neu-Ulm rund 3800 Beschäftigte in zentralen Funktionen, in der Entwicklung und in der Omnibusfertigung.

Daimler Buses mit klarer Roadmap für E-Mobilität

Daimler Buses hat eine klare E-Roadmap für die Elektrifizierung seiner Fahrzeuge über alle Segmente hinweg. Dabei setzt Daimler Buses analog der Doppelstrategie des Mutterkonzerns Daimler Truck sowohl auf batterieelektrische als auch auf wasserstoffbasierte Technologien.

Der rein batterieelektrisch angetriebene Stadtbus Mercedes‑Benz eCitaro ist seit 2018 in Serie und wurde bereits mehr als 2500 Mal verkauft. Seit 2023 wird der Elektrobus auch mit einer wasserstoffbasierten Brennstoffzelle als Range-Extender angeboten. Ab 2026 soll der batterieelektrisch angetriebene Mercedes‑Benz eIntouro folgen. Seine Weltpremiere feiert der Überlandbus in wenigen Wochen auf der Busworld Europe in Brüssel. Er ist bereits seit dem ersten Quartal 2025 bestellbar.

Quelle: Daimler Buses – Pressemitteilung vom 09.09.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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