VW-Konzern dünnt die Vorstandsebenen aus

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Michael Neißendorfer
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Ein Vorwurf, der oft zu hören ist: Die Krise der deutschen Autoindustrie ist mitverursacht durch überdimensionierte und damit schwerfällige Managementstrukturen. Wenn nun bei Sparzwang zunächst am unteren Ende der Hierarchien gekappt wird, entlädt sich der Frust umso mehr an den gern als „Wasserkopf“ bezeichneten Führungsebenen. Genau hier setzt nun der Volkswagen-Konzern an, der schon seit längeren über fast alle Marken hinweg in der Krise steckt und sich bislang nur mühsam Luft verschaffen konnte.

Ein neu geschaffener und schlankerer Markengruppenvorstand der sogenannten Brand Group Core (BGC) soll die Prozesse, Entscheidungswege und Strukturen der vier Volumenmarken VW-Pkw, Seat-Cupra, Škoda und Volkswagen-Nutzfahrzeuge bis hoch in die Vorstandsebene effizienter gestalten. Die drei Konzerntöchter bestehen künftig jeweils noch aus vier geschäftssteuernden Positionen: CEO, Finanzvorstand, Personalvorstand und Vertriebsvorstand, wie Volkswagen mitteilt, während die Ressorts Produktion, Technische Entwicklung und Beschaffung in der Brand Group Core schrittweise markenübergreifend gesteuert werden.

„Mit unserem synergetischen Steuerungsmodell gehen wir den nächsten Schritt unserer Zusammenarbeit. Der neue Markengruppenvorstand bringt mehr Schnelligkeit und Steuerung im Sinne des markenübergreifenden Optimums. Im Fokus stehen deshalb Effizienz im Management – und eine höhere Prozessgeschwindigkeit für wettbewerbs-fähigere Produkte. Die neue Governance reduziert Kosten und Strukturen – und erhöht gleichzeitig unser Effizienzniveau. Diese Neuordnung ist ein bedeutender Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Brand Group Core“, erklärt Thomas Schäfer, Mitglied des Konzernvorstands, CEO der Marke Volkswagen Pkw und Leiter der Brand Group Core.

Das neue Steuerungsmodell mit dem Markengruppenvorstand BGC sieht vor, dass die Gremien der Volumenmarken insgesamt schlanker werden: Im ersten Schritt soll sich bis zum Sommer die Gesamtzahl der Vorstandsmitglieder innerhalb der vier zur BGC gehörenden Volumenmarken um etwa ein Drittel verringern, es dürften also etwa zehn Vorstands-Posten inklusive den zugeordneten Stabsabteilungen ersatzlos gestrichen werden. Mittelfristig sollen durch die geplante Neuausrichtung schrittweise die Management-Strukturen innerhalb der Brand Group Core weiter verschlankt werden. Das ist nur konsequent, schließlich kündigte VW Ende 2024 an, dass im Konzern bis 2030 etwa 35.000 Stellen abgebaut werden sollen.

Konsequente Nutzung von Synergien und Skaleneffekten

Durch das neue Steuerungsmodell wollen bestehende Synergie- und Skaleneffekte konsequenter erschlossen und damit markenübergreifende Kostenvorteile erzielt werden. Operative Themen innerhalb der Brand Group Core sollen schneller umgesetzt werden, während auf Konzernebene strategische Synergiefelder wie Software und Batterie fokussiert werden sollen. Die Verantwortung soll also künftig besser verteilt werden: Regionale und fachliche Kompetenzen würden dort eingesetzt, wo sie den größten Nutzen für die gesamte Gruppe entfalten, so der Konzern.

VW-Konzern

Die beschlossene Neuordnung des Steuerungsmodells soll bis 2030 allein im Produktionsbereich ein kumuliertes Einsparpotential von einer Milliarde Euro bringen. Der Auftakt dafür ist bereits auf der Iberischen Halbinsel gemacht worden, wo die Produktionswerke zu einem markenübergreifenden Cluster zusammengefasst wurden. Das Future Production Governance genannte neue Steuerungsmodell soll zum laufenden Performance Programm des Volkswagen-Konzerns beitragen und gleichzeitig darüber hinausgehende Potentiale erschließen. Die global mehr als 20 produzierenden Werken der BGC sollen künftig in fünf Produktionsregionen schlanker organisiert werden. Die Regionsleiter übernehmen zukünftig marken- und länderübergreifende Planungs-, Steuerungs- und Logistikverantwortung. Dadurch werden die Regionen selbstständiger, effizienter und flexibler.

Zentraler Hebel für langfristige Renditeziele

Die beschlossenen Maßnahmen sind ein zentraler Hebel, um die Rendite der BGC, die innerhalb des Konzerns mit am stärksten schwächelt, nachhaltig zu erhöhen. Durch die neue markenübergreifende Steuerung mit klaren Verantwortlichkeiten und schnellen Entscheidungen soll die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Modellpalette der Brand Group Core gesteigert werden.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 21.01.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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