Beim deutschen Automobilhersteller Volkswagen hat die Belegschaft im Stammwerk Wolfsburg einen ersten Blick auf den kommenden Elektro-Golf werfen dürfen – wenn auch nur symbolisch. Auf einer Betriebsversammlung zeigte das Management erstmals die Silhouette der neunten Golf-Generation, die künftig als vollelektrisches Modell auf den Markt kommen soll. Darüber berichtet die Automobilwoche.
Die Enthüllung blieb bewusst zurückhaltend. Auf einer großen Leinwand erschien lediglich der Umriss des künftigen Kompaktwagens als klassischer Teaser. Dennoch sorgte der Moment für Applaus unter den Beschäftigten. Betriebsratschefin Daniela Cavallo sprach von einer großen Wertschätzung gegenüber der Belegschaft, dass das Unternehmen den Mitarbeitenden diesen ersten Einblick gewährt habe.
Optisch soll sich der künftige Golf weiterhin eng an seine Vorgänger anlehnen. Das gezeigte Seitenprofil erinnere stark an den aktuellen Volkswagen Golf der achten Generation. Das dürfte kein Zufall sein: Der Golf soll auch künftig klar als solcher erkennbar bleiben. Schließlich ist das Modell seit Jahrzehnten das Herzstück der Marke VW.
Verbrenner wandert nach Mexiko aus
Technisch steht jedoch ein fundamentaler Wandel bevor. Während der aktuelle Golf weiterhin mit Verbrennungsmotor angeboten wird, soll die nächste Generation ausschließlich elektrisch fahren. Intern wird das Modell häufig bereits als VW ID. Golf bezeichnet. Es soll auf einer neuen Elektroplattform des Konzerns basieren, die speziell für kommende Software-definierte Fahrzeuge entwickelt wird.
Auch in der Produktion stehen Veränderungen an. Der heutige Golf wird noch im Stammwerk Wolfsburg gebaut. Ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts soll die Fertigung des Verbrenner-Golf jedoch nach Mexiko verlagert werden. Das Werk in Wolfsburg wird parallel umfassend umgebaut, um dort künftig neue Elektrofahrzeuge zu produzieren – darunter auch die neue elektrische Golf-Generation.
Die Betriebsversammlung drehte sich allerdings nicht nur um die Zukunft des Kompaktwagens. Parallel sorgt im Konzern weiterhin die Diskussion um eine mögliche Anerkennungsprämie für Beschäftigte für Gesprächsstoff. Hintergrund ist eine überraschend gute finanzielle Entwicklung: Statt einer schwachen Entwicklung beim freien Cashflow meldete der Konzern zuletzt rund sechs Milliarden Euro für das vergangene Geschäftsjahr. Aus Sicht des Betriebsrats sollte daran auch die Belegschaft beteiligt werden. Einige Wirtschaftsexperten gehen aber davon aus, dass VW diese Gewinne in den kommenden Jahren noch im Zuge der Transformation dringend benötigen werde.
Quelle: Automobilwoche – VW zeigt Golf 9 – und streitet über Mitarbeiterprämie








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