E-Autos von VW: Plus in China wiegt Rückgang in Europa beinahe auf

E-Autos von VW: Plus in China wiegt Rückgang in Europa beinahe auf
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Daniel Krenzer
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Die Volkswagen-Gruppe hat ihre weltweiten Absatzzahlen für die erste Jahreshälfte veröffentlicht. Demnach bewegen sich die weltweit verkauften Fahrzeuge von Volkswagen und seinen Marken auf demselben Niveau wie ein Jahr zuvor. Anstatt 4,372 Millionen Fahrzeugen wurden in diesem Jahr bis Juni 4,348 Millionen Neuwagen von VW ausgeliefert, was einem geringen Minus von 0,6 Prozent entspricht.

Minimal unterdurchschnittlich, aber keineswegs derart sinkflugartig, wie es manche Medien darstellen, hat sich dabei der Absatz von Elektroautos entwickelt. Statt 321.600 im ersten Halbjahr 2023 wurden in diesem Jahr in den ersten sechs Monaten 317.200 neue Elektro-VW ausgeliefert, was einem Minus von gut 4000 Fahrzeugen bzw. 1,4 Prozent entspricht. Einen Anstieg um 17 Prozent auf 136.000 Fahrzeuge gab es hingegen bei den Plug-in-Hybriden.

Die Entwicklung der ausgelieferten Elektroautos fällt dabei auf den unterschiedlichen Weltmärkten sehr unterschiedlich aus. So sank der Wert auf dem volumenstärksten Markt in Europa um etwas mehr als 15 Prozent auf nun 184.100 Fahrzeuge, auch in den USA gab es einen ähnlich starken prozentualen Rückgang auf nun nur noch 25.200 ausgelieferte E-Autos. Wobei in Westeuropa separat betrachtet der Wert um 2,3 Prozent stieg.

E-Auto-Absatz in China steigt deutlich

Ein überdurchschnittlich starkes Absatzplus gab es mit mehr als 45 Prozent in China, wo VW im ersten Halbjahr mehr als 90.000 E-Autos absetzen konnte – und somit fast halb so viele wie in ganz Europa zusammen. Der Absatz von VW-Verbrennerfahrzeugen brach in China aber deutlich um 19,3 Prozent auf nun immer noch 651.500 Fahrzeuge ein. Auch im Rest der Welt stieg der Absatz um mehr als 40 Prozent, auch wenn dies mit insgesamt 17.300 Fahrzeugen ein vergleichsweise überschaubarer Effekt ist.

Dies waren laut Pressemitteilung von Volkswagen im ersten Halbjahr weltweit die meistverkauften E-Autos der Gruppe:

  1. Volkswagen ID.4/ID.5: 86.800
  2. Volkswagen ID.3: 66.200
  3. Audi Q4 e-tron (inkl. Sportback): 52.100
  4. Škoda Enyaq (inkl. Coupé): 29.400
  5. Cupra Born: 18.200
  6. Audi Q8 e-tron (inkl. Sportback): 17.900
  7. Volkswagen ID. Buzz (inkl. Cargo): 14.600

Porsche-Zahlen halbieren sich

Stärkste Marke war Volkswagen selbst (ohne Nutzfahrzeuge), mit 168.500 E-Autos wurden in diesem Jahr in Jahreshälfte eins sogar 2,2 Prozent mehr Fahrzeuge ausgeliefert als noch im Vorjahr. Das waren 53,1 Prozent aller ausgelieferter Elektroautos der Gruppe. Auch Audi kann ein kleines Plus um 1,3 Prozent auf nun 76.700 Fahrzeuge verbuchen (24,2 Prozent aller VW-Elektrofahrzeuge). Der Absatz bei Porsche hat sich hingegen von 18.000 auf 9000 halbiert. Davor liegen Skoda (29.400 / -5,9 Prozent), Seat/Cupra (18.300 / -3,1 Prozent) und die VW Nutzfahrzeuge (14.700 / +19,1 Prozent).

Hildegard Wortmann, Mitglied der Erweiterten Konzernleitung für Vertrieb, sagte zu den vorgelegten Zahlen: „Die Volkswagen Group hat im ersten Halbjahr das Auslieferungsniveau des Vorjahres in einem herausfordernden Marktumfeld halten können. Die Basis dafür ist unsere unverändert starke Position in Westeuropa. In Nordamerika und Südamerika sind wir deutlich gewachsen und konnten unseren Marktanteil ausbauen. Wie angekündigt haben wir im sehr intensiven Wettbewerbsumfeld in China bewusst nachhaltiger Wertschöpfung den Vorrang vor höheren Volumen gegeben, um unsere langfristigen strategischen Ziele zu erreichen. Für das Gesamtjahr 2024 rechnen wir aufgrund des An- und Hochlaufs zahlreicher wichtiger Modelle im zweiten Halbjahr weiter mit einem leichten Anstieg der weltweiten Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr.“

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 10. Juli 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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