Verbände: Beim Ladenetz-Ausbau auch an Mieter denken

Verbände: Beim Ladenetz-Ausbau auch an Mieter denken
Copyright:

North Monaco / Shutterstock.com

Wolfgang Plank
Wolfgang Plank
  —  Lesedauer 2 min

Damit der Umstieg auf die E-Mobilität gelingt, muss die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut werden. Darüber sind sich nahezu alle Verantwortlichen in Deutschland einig. Differenzen gibt es allerdings darüber, wo die Prioritäten liegen sollen. Entlang der Schnellstraßen, in den Städten – oder eher im privaten Bereich? Um etwa Mieterinnen und Mieter zu unterstützen, haben der Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und der Verband der Automobilindustrie (VDA) einen Leitfaden veröffentlicht.

Für das Ziel von rund 15 Millionen E-Autos bis 2030, spiele Laden in Wohnungsnähe eine zentrale Rolle, heißt es beim VDA. An der Wohnungstür beginne und ende schließlich jeder Weg – sei es zur Arbeit, zur Kita oder zum Einkauf. Zudem stünden die Fahrzeuge hier über einen vergleichsweisen langen Zeitraum. Mit dem bisherigen Fokus auf Eigenheimbesitzer greife die Politik zu kurz, so VDA-Chefin Hildegard Müller. Es sei mindestens genauso wichtig, den Ausbau in Mehrfamilienhäusern voranzubringen.

Gerade in großen Wohn- und Mietshäusern sei dies ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Energiewende. Erst wenn das Zuhause-Laden auch in größeren Wohneinheiten funktioniere, lasse sich die Vision von E-Fahrzeugen als Speicher für vor Ort erzeugte regenerative Energie verwirklichen. Würden E-Autos auf diese Weise in hoher Zahl in das Hausnetz eingebunden, könnten zudem Spitzen bei Stromangebot und -nachfrage ausgeglichen werden.

Der Durchbruch der Elektromobilität gelingt nur, wenn die Menschen ihre Fahrzeuge zu Hause laden können“ sagt auch GdW-Präsident Axel Gedaschko. Dazu brauche es mehr Ladesäulen, vor allem aber eine Elektroinstallation in den Gebäuden, die den neuen Anforderungen gewachsen sei. „Bisher ist diese großteils museumsreif, an eine Integration von Ladesäulen ist oft gar nicht zu denken.

Nur wenn Gebäude und Verkehr gekoppelt würden, lasse sich Energie wirklich effizient nutzen, sagt ZVEI-Chef Wolfgang Weber. Mit den Lösungen der Elektro- und Digitalindustrie könnten Verkehrs- und Gebäudewende endlich Fahrt aufnehmen. Neben Anreizen für die Ausstattung größerer Wohnanlagen mit Ladepunkten seien dringend noch mehr qualifizierte Fachkräfte erforderlich, mahnt Ingolf Jakobi, Hauptgeschäftsführer des ZVEH. Diese müssten bei ihrer Arbeit zudem von Bürokratie entlastet werden.

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 21. März 2022

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Eine VDA-Umfrage unter 116 Unternehmen zeigt, dass sich die Geschäftslage im automobilen Mittelstand deutlich verschlechtert hat.

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

Sebastian Henßler  —  

Chinesische Autobauer sichern sich Produktionsstandorte in Europa, bevor ein neues EU-Gesetz Direktinvestitionen aus China erschwert.

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

Tobias Stahl  —  

Volkswagen, Stellantis und Renault wenden sich in einem gemeinsamen Schreiben an die EU – und fordern möglichst simple Regeln zum Schutz der hiesigen Automobilindustrie.

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

Sebastian Henßler  —  

Nicht Zeitpläne, sondern technische Durchbrüche entscheiden über die Zukunft der Festkörperbatterie. CATL-Chef Zeng erklärt, wo die Technologie heute steht.

Mercedes-Veteran: Warum deutsche Firmen den Mut verloren haben

Mercedes-Veteran: Warum deutsche Firmen den Mut verloren haben

Sebastian Henßler  —  

Harald Schlarb war 36 Jahre bei Mercedes, baute die Tesla-Gigafactory mit auf – und erklärt, warum deutsche Firmen das Risiko wieder lernen müssen.

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Sebastian Henßler  —  

Alpitronic lässt seine Ladesäulen hacken – ohne Grenzen und mit KI-Unterstützung. Was dahintersteckt, zeigt ein exklusiver Besuch im Cybersecurity-Labor.

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Sebastian Henßler  —  

Wie macht man einen Hypercharger fit für Norwegen, Arizona und die Türkei? Die Antwort liegt im Bozner R&D-Zentrum von Alpitronic.