VDA: Booster-Milliarden für den Ladenetz-Ausbau

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Wolfgang Plank
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Die unzureichende Geschwindigkeit beim Ausbau der Ladeinfrastruktur droht zum entscheidenden Engpass für den Hochlauf der Elektromobilität zu werden. Das befürchtet der Verband der Automobilindustrie (VDA). Mit einem Forderungskatalog erhöht VDA-Präsidentin Hildegard Müller den Druck auf das Bundesverkehrsministerium, das aktuell mit einem Masterplan Ladeinfrastruktur befasst ist.

Entscheidend sei, dass die Ausbaugeschwindigkeit dieser Struktur proportional zum Hochlauf der E-Mobilität verläuft, heißt es in einem Positionspapier. Zum anderen müsse der Ausbau dem Bedarf um zwei Jahre vorauseilen. Nur so könne die bestehende Lücke zwischen Infrastruktur und Bedarf geschlossen und dringend benötigtes Vertrauen in eine verlässliche und ausreichende Ladeinfrastruktur geschaffen werden. Das Ausbauziel von einer Million Ladepunkte bis 2030 müsse ständig überprüft werden, so der VDA weiter. Gegebenenfalls müsse auch die Ausrichtung der Förderung angepasst werden.

So empfiehlt der Verband unter anderem die Weiterführung der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, eine Booster-Förderung über fünf Milliarden Euro für den Ausbau der öffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur sowie attraktive Förderprogramme für private und gewerbliche Ladepunkte. All das solle in halbjährlichem Abstand Thema eines „Lade-Gipfels“ mit den relevanten Akteuren sein. Ladepunkte müssten analog der Planungsbeschleunigung beim Ausbau der Erneuerbaren Energien privilegiert werden. Diese müssten zudem komfortabel erreichbar sein.

Als unzureichend befindet der VDA auch den Aufbau des geplanten Lkw-Ladenetzes. Bis zum Jahr 2030 soll es hier nach den Plänen der Bundesregierung einen elektrischen Fahrleistungsanteil von über 30 Prozent geben. Schätzungen zufolge würden in Europa 30.000 Elektro-Lkw für 2025 erwartet und 200.000 für das Jahr 2030. Der Verband fordert daher ein „Deutschlandnetz für Lkw“ entlang der Fernverkehrsachsen und Hochleistungsladepunkte mit mindestens 700 kW Dauerleistung für schwere Nutzfahrzeuge und Reisebusse. Die Netzbedarfsplanung müsse entsprechend angepasst werden. Zudem müssten der Betrieb elektrifizierter Nutzfahrzeuge und bi-direktionales Laden unterstützt werden.

Eine flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur ist und bleibt der Schlüssel für den Erfolg der E-Mobilität“, bekräftigt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Die Bundesregierung müsse daher zeitnah alle Akteure an einen Tisch holen –  Tankstellenbetreiber, Wohnungswirtschaft, Parkraumunternehmen, Handel, Ladepunktbetreiber, Energiewirtschaft, Netzbetreiber, Bundesnetzagentur, Logistik-Branche, Kommunen und Automobilindustrie.

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 11. März 2022

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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