Wasserstoff: Toyota will bei Cellcentric einsteigen

Wasserstoff: Toyota will bei Cellcentric einsteigen
Copyright:

Daimler Truck / Von links nach rechts: Karin Rådström, President und CEO Daimler Truck; Koji Sato, President Toyota Motor Corporation; Martin Lundstedt, President und CEO Volvo Group.

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Toyota will beim Brennstoffzellen-Joint-Venture Cellcentric einsteigen. Dafür haben Daimler Truck, die Volvo Group, Cellcentric und die Toyota Motor Corporation eine unverbindliche Vereinbarung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Die Unternehmen beabsichtigen, künftig als gleichberechtigte Anteilseigner zusammenzuarbeiten, wobei Toyota als dritter Partner dem Gemeinschaftsunternehmen beitreten soll. Die Kombination der komplementären Expertise und des Know-how der Partner soll das gemeinsame Ziel vorantreiben, Brennstoffzellensysteme für schwere Nutzfahrzeuge sowie weitere Heavy-duty-Anwendungen mit vergleichbaren Anforderungen zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten, so Daimler Truck in einer aktuellen Mitteilung.

Darüber hinaus beabsichtigen Toyota und Cellcentric, gemeinsam die Entwicklung und Produktion von Einzelzellen für Brennstoffzellen – der Kernkomponente von Brennstoffzellensystemen – sowie der damit direkt verbundenen Systemarchitektur- und Steuerungselemente zu verantworten. Ziel ist es, wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln, die die Technologien beider Unternehmen optimal nutzen.

Durch die Kombination der Nutzfahrzeugkompetenz von Daimler Truck und Volvo mit Toyotas Expertise in der Entwicklung, Fertigungstechnologie und Produktion von Brennstoffzellen soll die Wettbewerbsfähigkeit von Cellcentric weiter gestärkt werden. Gleichzeitig soll Cellcentric gemeinsames Kompetenzzentrum für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellensystemen für schwere Nutzfahrzeuge sowie andere Heavy-duty-Anwendungen mit vergleichbaren Anforderungen bleiben. Darüber hinaus wollen die Partner durch die Zusammenarbeit mit Branchenverbänden und Partnern entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette den Aufbau der Wasserstoffversorgung und Wasserstoffinfrastruktur in der frühen Phase aktiv unterstützen.

Daimler Truck, Volvo und Toyota betrachten Wasserstoff als eine zentrale Energiequelle für die Dekarbonisierung des Verkehrs. Durch die Zusammenarbeit bei Cellcentric wollen sie die technologische Entwicklung von Brennstoffzellensystemen voranbringen und damit zur Transformation hin zur Verwirklichung einer Gesellschaft beitragen, in der Wasserstoff einen zentralen Energieträger darstellt.

„Wir sind äußerst stolz darauf, dass Toyota als Anteilseigner von Cellcentric einsteigen möchte – ein starkes Zeichen des Vertrauens in unser Unternehmen von einem der weltweit führenden Automobilhersteller. In dieser neuen Konstellation freuen wir uns darauf, die Chance zu nutzen, unser Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich weiterzuentwickeln“, so Nicholas Loughlan, Geschäftsführer und CTO von Cellcentric.

Unabhängiges Unternehmen mit gleichberechtigten Partnern

Daimler Truck, Volvo und Toyota streben eine gleichberechtigte Beteiligung an Cellcentric an. Das Joint-Venture soll dabei weiterhin als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen agieren und ein breites Spektrum von Kunden im schweren Nutzfahrzeugbereich sowie weiteren Heavy-duty-Anwendungen mit vergleichbaren Anforderungen bedienen. Um die gleichberechtigte Anteilseignerstruktur zu erreichen, plant Toyota, sich durch eine Kapitalerhöhung an Cellcentric zu beteiligen und in das Unternehmen zu investieren. In allen übrigen Geschäftsbereichen wollen Daimler Truck, Volvo und Toyota weiterhin unabhängig voneinander im Wettbewerb stehen. Die Zusammenarbeit bündelt komplementäre Kompetenzen, um die notwendige Skalierung und Investitionseffizienz zur Kommerzialisierung wettbewerbsfähiger Brennstoffzellensysteme zu erreichen.

Um wasserstoffbasierte Brennstoffzellen als eine der Schlüsseltechnologien zur Dekarbonisierung des Transports weltweit zu etablieren, wird es zunehmend notwendig, gemeinsam zu kooperieren. Darüber hinaus soll dieser Schritt zur langfristigen Vision der Ziele des Europäischen Green Deal sowie des japanischen Hydrogen Society Act beitragen.

Koji Sato, President & CEO von Toyota: „Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeit, bald gemeinsam mit Daimler Truck und der Volvo Group als Partner am Aufbau einer Wasserstoffgesellschaft mitzuwirken. Cellcentric verfügt über umfassende Expertise im Bereich von Brennstoffzellen für Nutzfahrzeuge, die sich mit Toyotas mehr als 30-jähriger Erfahrung in der Brennstoffzellenentwicklung im Pkw-Bereich ideal ergänzt. Gemeinsam können wir eines der weltweit führenden Brennstoffzellensysteme für schwere Nutzfahrzeuge erschaffen.“

Die unterzeichnete Vereinbarung ist unverbindlich. Die Parteien wollen die Gespräche nun fortsetzen und streben den Abschluss einer rechtsverbindlichen Vereinbarung an, die der Zustimmung aller relevanten Parteien sowie der jeweiligen Vorstände und regulatorischen Behörden bedarf.

Quelle: Daimler Truck – Pressemitteilung vom 31.03.2026

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

Mercedes-Benz: E-Lkw eArocs 400 ab sofort bestellbar

Mercedes-Benz: E-Lkw eArocs 400 ab sofort bestellbar

Maria Glaser  —  

Der neue Elektro-Lkw für den Baustelleneinsatz hat bis zu 240 Kilometer Reichweite und kann in 13 EU-Märkten bestellt werden.

Düsseldorf setzt auf E-Lkw für die Altpapiersammlung

Düsseldorf setzt auf E-Lkw für die Altpapiersammlung

Sebastian Henßler  —  

In Düsseldorf sind neuerdings zwei elektrische Sammelfahrzeuge unterwegs. Die Elektro-Lkw ersetzen Diesel-Lkw und sparen 60 Tonnen CO₂ pro Jahr ein.

„Es gibt viele gute Gründe, auf einen E-Lkw umzusteigen“

„Es gibt viele gute Gründe, auf einen E-Lkw umzusteigen“

Maria Glaser  —  

Der Leiter der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, Johannes Pallasch, gibt in einem Interview Einblicke in die deutsche Strategie für Elektro-Lkw.

Warum E-Transporter im Handwerk noch haken

Warum E-Transporter im Handwerk noch haken

Sebastian Henßler  —  

Tim Bittorf verkauft seit über zehn Jahren Transporter für Mercedes-Benz und erklärt, warum die Technik längst reicht, aber andere Hürden bleiben.

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

Daniel Krenzer  —  

Hohe Dieselpreise könnten der Elektromobilität im gewerblichen Kontext einen neuen Schub verleihen, doch Bürokratie und Politik könnten dies ausbremsen.

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

Daniel Krenzer  —  

Der Markt für Elektro-Lkw nimmt in Europa spürbar Fahrt auf – aber das nicht überall gleich stark. Das sind die Vorreiter.