VDA rechnet 2025 mit 75 Prozent Wachstum bei E-Auto-Zulassungen

VDA rechnet 2025 mit 75 Prozent Wachstum bei E-Auto-Zulassungen
Copyright:

Shutterstock / 2055755282

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) gab der Chefvolkswirt des Verbands Manuel Kallweit die wichtigsten Prognosen für das Jahr 2025 bekannt: „Für den deutschen Pkw-Markt rechnen wir 2025 mit einem leichten Anstieg von 1 Prozent auf weiterhin 2,8 Millionen Einheiten. Das ist etwa ein Viertel weniger als im Vorkrisen-Jahr 2019“, sagte er.

Die ab 2025 strengere CO2-Flottenregulierung der EU erfordere auch in Deutschland einen deutlichen Anstieg der Neuzulassungen von Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Der VDA geht davon aus, dass 2025 etwa 873.000 dieser Fahrzeuge in Deutschland neu zugelassen werden, was im Vergleich mit dem Vorjahr ein Absatz-Plus in Höhe von 53 Prozent bedeutet. „Wir prognostizieren, dass rein-batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) um etwa 75 Prozent auf 666.000 Einheiten zulegen werden und Plug-in-Hybride (PHEV) um 8 Prozent auf 207.000 Einheiten“, sagte Kallweit.

Die Märkte in Europa (EU, EFTA & UK; +2 Prozent; 13,2 Millionen Einheiten) und den USA (+2 Prozent; 16,2 Millionen Einheiten) dürften 2025 aufgrund des nach wie vor niedrigen Marktvolumens etwas stärker wachsen als der chinesische Markt (+1 Prozent; 23,2 Millionen Einheiten), so der VDA über den internationalen Kontext.

Bei der Pkw-Inlandsproduktion erwartet der VDA für dieses Jahr nur einen leichten Anstieg (+1 Prozent auf 4,15 Millionen Einheiten). Ein Grund für das nur leichte Wachstum sei unter anderem die gesamtwirtschaftliche Schwäche, auf die auch VDA-Präsidentin Hildegard in ihrer Rede prominent eingegangen ist und entsprechende Reaktionen aus Brüssel und Berlin einforderte. Die Auslandsproduktion deutscher Konzernmarken dürfte mit der Fertigung von 9,7 Millionen Pkw um 2 Prozent zulegen, lautet die Prognose.

Auch in der Produktion legen E-Autos deutlich zu

Eine erfreuliche Entwicklung erwartet der VDA bei der inländischen Produktion von Elektroautos. „Diese dürfte 2025 weiter steigen, nachdem es hier bereits im vergangenen Jahr einen Produktionsrekord gegeben hatte“, so Kallweit. Der Verband erwartet für die inländische Produktion von Elektrofahrzeugen für 2025 ein Plus von 24 Prozent, konkret von Plus 30 Prozent bei reinen Elektroautos und Plus 2 Prozent bei Plug-in-Hybriden.

„Insgesamt dürften damit in diesem Jahr in Deutschland 1,7 Millionen Elektro-Pkw gefertigt werden und Deutschland seine Position als weltweit zweitgrößter Produktionsstandort für E-Pkw festigen“, so Kallweit. Bezüglich des Auto-Exports erwartet der VDA für das aktuelle Jahr 2025 einen leichten Anstieg um 2 Prozent auf 3,2 Millionen Einheiten. Das entspricht einer Exportquote von 77 Prozent.

Für das Jahr 2025 rechnet der VDA bei den schweren Nutzfahrzeugen in Europa mit einem Rückgang von etwa 2 Prozent auf 301.000 Einheiten. Für die USA rechnet der Verband mit einem Plus von 7 Prozent auf 257.000 Einheiten und für China von 3 Prozent auf 929.000 Einheiten.

Mit 1745 Bussen entfiel im zurückliegenden Jahr nahezu ein Drittel der 5382 der neu zugelassenen Busse auf alternative Antriebe. Allein 713 Busse (13,2 Prozent aller Neuzulassungen) waren rein elektrisch angetrieben. Insgesamt war der Markt um 2 Prozent rückläufig. Für das aktuelle Jahr erwarten der VDA eine Seitwärtsbewegung (±0 Prozent).

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 21.01.2025

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

Tobias Stahl  —  

Nicht die Belegschaft und auch nicht die EU-Vorgaben sind Schuld an der Misere der europäischen Autoindustrie, meint T&E-Chef Bock – sondern die Chefetagen.

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Sebastian Henßler  —  

Schaeffler senkt seine Umsatzziele bis 2028 deutlich, weil der Wegfall der E-Auto-Förderung in den USA das Geschäft rund um Vitesco stärker bremst als erwartet.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Sebastian Henßler  —  

Nach den Protesten bei Mercedes-Benz fordert Bosch eine Taskforce. Auch beim Volkswagen-Konzern sollen laut IG Metall Beschäftigtenaktionen folgen.

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Daniel Krenzer  —  

Bei Automobilzulieferern steigt der Krankenstand laut AOK auf 8,94 Prozent. Besonders psychische Fehlzeiten nehmen demnach zu.