Verband der Kfz-Hersteller fordert Klarheit bei E-Auto-Förderung

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Im vergangenen Januar wurden in Deutschland insgesamt knapp 194.000 Pkw neu zugelassen, davon rund 123.000 mit alternativen Antrieben (reiner E-Antrieb, Hybride mit und ohne Stecker sowie Gasantrieb), wobei Internationale Marken etwa 42 Prozent ausmachten. Dies geht aus der Analyse der Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) durch den Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) hervor. Der Anteil der Neuzulassungen mit alternativen Antrieben am Gesamtmarkt stieg im Januar damit auf 63,4 Prozent, im Vorjahresmonat waren es noch 54,1 Prozent.

Eine aktuelle Blitzumfrage unter den VDIK-Mitgliedsunternehmen zeige, dass die Ankündigung des E-Förderprogramms der Bundesregierung noch keine Auswirkungen auf die Auftragseingänge bei E-Autos habe, so der Verband in einer aktuellen Mitteilung. VDIK-Präsidentin Imelda Labbé: „Zwar bewerten die befragten Marken die Förderhöhe und die Einbindung von Plug-in-Hybriden als positiv, doch komplizierte Förderbedingungen und Nachweisverfahren sowie völlige Unklarheit zum Abwicklungsverfahren hemmen die Wirkung des Programms. Unsicherheit über die Strompreisentwicklung, Ladeinfrastruktur und Restwertentwicklung stellen den Hochlauf der Elektromobilität weiterhin vor zusätzliche Herausforderungen.“

Auf Kundenseite fühlen sich laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur 42 Prozent schlecht über die E-Auto-Prämie informiert, jeder Dritte in Deutschland hat noch gar nichts davon gehört. „Kunden brauchen deshalb nun schnellstens Klarheit über die Bedingungen und die Antragsmöglichkeiten, damit die Förderung mittel- und langfristig ihre Wirkung entfalten kann“, so Labbé weiter.

Aber auch ohne Klarheit bei den Förderbedingungen geht es für die E-Mobilität aufwärts: Reine Elektroautos legten im Januar um 24 Prozent auf knapp 43.000 Neuzulassungen zu, sie erreichten damit einen Marktanteil von 22 Prozent. Im Vergleich zu Januar 2025 ergibt sich ein Plus von rund 5,4 Prozentpunkten.

Ein Plus verzeichneten im Januar auch die Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden: Rund 22.000 rollten neu auf die Straßen und damit 23 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen lag mit 11,2 Prozent rund 2,7 Prozentpunkte über dem Marktanteil von Januar 2025.

Einen Rückgang um 1,8 Prozent realisierten im Januar hingegen die Hybrid-Fahrzeuge ohne Stecker. Gut 58.000 Neuzulassungen entsprechen einem Anteil an den Pkw-Zulassungen von 30 Prozent (Januar 2025: 28,5 Prozent). Die Neuzulassungen von herkömmlichen Verbrennern hingegen gehen weiter rasant zurück: Im Januar kamen Benziner auf knapp 44.000 Einheiten (-29,9 Prozent) und Diesel auf rund 27.000 Diesel (-17,1 Prozent). Der Benziner-Anteil an den Pkw-Zulassungen lag bei 22,5 Prozent, Diesel erreichten einen Anteil von 14 Prozent.

Quelle: VDIK – Pressemitteilung vom 18.02.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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