Umfrage: E-Auto gerne – aber bitte nur neu

Umfrage: E-Auto gerne – aber bitte nur neu
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Wolfgang Plank
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Der Trend zum E-Auto ist ungebrochen. Allerdings nur, solange es sich um einen Neuwagen handelt. Bei gebrauchten Stromer hingegen hält sich die Begeisterung in Grenzen. Nur weniger als ein Drittel der Bundesbürger könnte sich auch den Kauf eines E-Autos aus zweiter Hand vorstellen. Mehr als die Hälfte steht ihnen sogar skeptisch gegenüber, der Rest ist unentschieden. Das ergab eine Civey-Umfrage unter 5013 Befragten im Auftrag der „Automobilwoche“.

Der wichtigste Grund für die ablehnende Haltung dürfte der rasche technologische Fortschritt bei E-Autos sein, berichtet das Magazin. Selbst ein Jahr alte Autos gerieten im Hinblick auf Reichweite und Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu neuen Modellen schon ins Hintertreffen. Umso deutlicher sei der Unterschied, wenn das Auto bereits zwei oder drei Jahre alt ist. Ein weiterer Aspekt: Käufer eines gebrauchten E-Autos können nicht sicher sein, wie der Vorbesitzer die Battetrie behandelt hat. Dabei spielt die zu erwartende Lebensdauer – ähnlich wie die Laufleistung eines Verbrennungsmotors – eine entscheidende Rolle. Detaillierte Diagnose-Möglichkeiten – etwa bei der Hauptuntersuchung – sind noch nicht im Einsatz. Immerhin 37 Prozent möglicher Interessenten schreckt dieses Risiko demnach derart ab, dass sie „auf keinen Fall“ ein gebrauchtes E-Auto kaufen würden.

Allerdings zeigen sich jüngere Menschen deutlich aufgeschlossener. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen liegen Befürworter und Skeptiker mit 47 zu 49 Prozent sogar fast gleichauf. Mit zunehmendem Alter schrumpft – womöglich auch wegen der dann steigenden finanziellen Möglichkeiten – die Zustimmung zum Kauf eines gebrauchten E-Autos spürbar, heißt es bei „automobilwoche.de“. Bei den über 65-Jährigen erreicht diese demnach mit 22 Prozent ihren Tiefpunkt. Umgekehrt steigt die Ablehnung in dieser Altergruppe mit 63 Prozent auf einen Höchststand.

Ein Zusammenhang ergibt sich mit der politischen Grundhaltung der Befragten. Dem Bericht zufolge liegt der Anteil potenzieller Gebraucht-Stromer-Kunden bei Grünen-Wählern (47 Prozent) mit Abstand am höchsten. Dahinter folgen Wähler der Linken (36 Prozent) und der SPD (31 Prozent). Unter den Anhängern von CDU/CSU und AfD können sich dagegen jeweils nur rund 20 Prozent ein E-Auto aus Vorbesitz vorstellen. Insgesamt jedoch überwiegt die Zahl der Skeptiker über alle Parteien hinweg. Wenig Einfluss auf die Entscheidung habe hingegen der Wohnort, heißt es. Egal ob auf dem flachen Land oder in Ballungsräumen: Die Werte pendelten stets nahe um 30 Prozent Zustimmung und 55 Prozent Ablehnung.

Quelle: automobilwoche.de – Große Skepsis gegenüber Gebraucht-Stromern

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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