In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Inna Wettstein-Schneigelberger. Sie unterstützt seit rund 18 Jahren Unternehmen dabei, Zukunftstechnologien erfolgreich zu verkaufen – lange bevor Nachhaltigkeit, CO₂-Neutralität oder Elektromobilität zum Mainstream wurden. Angefangen hat sie mit dem Vertrieb von Brennstoffzellen zu einer Zeit, als sich kaum jemand für CO₂-Reduktion interessierte. Heute begleitet sie Start-ups, Mittelständler und Unternehmen aus der Automotive-Branche durch Transformationsprozesse – mit einem klaren Fokus: weg vom Feature-Verkauf, hin zum echten Kundennutzen.
Ein zentraler Punkt unseres Gesprächs: Viele Unternehmen argumentieren noch immer über technische Features. Bidirektionales Laden, neue Speicherlösungen oder digitale Tools werden präsentiert – aber die eigentliche Frage bleibt oft unbeantwortet: Was bringt das dem Kunden konkret? Inna formuliert es klar: „Strom ist Commodity. Entscheidend ist, wie dieser Strom ins Auto kommt – und was sich für den Kunden dadurch verändert.“
Gerade bei elektrischen Nutzfahrzeugen zeigt sich, wie wichtig dieser Perspektivwechsel ist. Ein E-Lkw ist in der Anschaffung teurer als ein Diesel. Wer nur den Preis vergleicht, verliert. Wer jedoch das gesamte Ökosystem betrachtet – PV-Anlage auf dem Hallendach, Energiemanagement, eigene Ladeinfrastruktur, neue Geschäftsmodelle als Energieanbieter – erkennt strategische Vorteile. Unabhängigkeit von fossilen Märkten, planbare Energiekosten und zusätzliche Erlösquellen werden zu echten Argumenten.
Gleichzeitig verändert sich der Vertrieb selbst. Märkte brechen weg, internationaler Wettbewerb nimmt zu, Digitalisierung beschleunigt Prozesse. Unternehmen stehen vor einer Vielzahl an Tools, Automatisierungen und KI-Anwendungen – und verlieren schnell den Überblick. Inna beobachtet, dass viele Firmen überfordert sind. Ihre Empfehlung: Priorisieren. Schritt für Schritt vorgehen. Mit Pilotprojekten starten. Ein Standort, wenige Fahrzeuge, Erfahrungen sammeln – und dann skalieren.
Ein weiterer spannender Aspekt sind neue Geschäftsmodelle. Speditionen werden plötzlich zu Energieanbietern. OEMs entwickeln 360-Grad-Ansätze mit Energiemanagement, Softwarelösungen und Beratungsangeboten. Hardware allein reicht nicht mehr. Software, Services und datenbasierte Optimierung werden zu zentralen Wertschöpfungsfaktoren.
Am Ende wird klar: Elektromobilität ist kein reiner Antriebswechsel. Es ist ein umfassender Transformationsprozess – technisch, organisatorisch und vertrieblich. Wer nur Produkte verkauft, greift zu kurz. Wer Lösungen verkauft, schafft langfristigen Mehrwert. Nun aber genug der Vorworte – lasst uns direkt in das Gespräch eintauchen.
Gerne kannst du mir Fragen zur E-Mobilität, die dich im Alltag beschäftigen, per Mail zukommen lassen. Die Antwort darauf könnte für andere Hörer des Podcasts ebenfalls von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für etwaige Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung beim Podcast-Anbieter deiner Wahl freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.








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