Stellantis bringt in Europa mehr Elektroautos auf die Straße als noch vor einem Jahr, verdient in der Region aber spürbar weniger. Zwischen Juli und September stieg der Absatz rein elektrischer Pkw in der EU30 um 65 Prozent, unter Einbeziehung des Partners Leapmotor sogar um 93 Prozent. Zugleich war „Enlarged Europe“ die einzige Region, in der der Konzern keine positive bereinigte Betriebsmarge erreichte; der Wert sank um 340 Basispunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Getragen wird das Wachstum vor allem von der steigenden Nachfrage in Frankreich, Deutschland und Großbritannien sowie von den als „Smart Car“ bezeichneten Modellen, deren Absatz um 36 Prozent zulegte. Insgesamt lag der Konzernabsatz auf dem europäischen Markt allerdings nur ein Prozent über dem Vorjahr. Rechnet man Leapmotor hinzu, ergibt sich ein Zuwachs von sechs Prozent, denn die Marke hat ihre Verkaufszahlen binnen eines Jahres auf nahezu das Vierfache gesteigert. Der Marktanteil ging dennoch zurück: Er lag bei 14,8 Prozent und damit 60 Basispunkte unter dem Vorjahreswert, mit Leapmotor bei 15,6 Prozent.
Bei den leichten Nutzfahrzeugen bleibt Stellantis in Europa mit einem Marktanteil von 26,9 Prozent führend, auch wenn dieser um 110 Basispunkte nachgab. Elektrische Transporter verkauften sich 46 Prozent häufiger.
Auf Konzernebene haben sich alle Finanzkennzahlen gegenüber dem Vorjahr verbessert, bewegen sich aber weiterhin auf niedrigem Niveau. Der Nettoumsatz erhöhte sich auf 37,6 Milliarden Euro (plus ein Prozent). Unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 0,5 Milliarden Euro, der um 90 Prozent geringer ausfällt als im durch Sonderposten belasteten Vorjahresquartal. Das bereinigte Betriebsergebnis verbesserte sich um 0,2 auf 0,3 Milliarden Euro, was einer Marge von 0,7 Prozent entspricht.
Wo Stellantis derzeit Boden gutmacht
In Nordamerika sank der Umsatz wegen geplanter Produktionspausen um drei Prozent, die Marge zog dort jedoch um 3,4 Prozentpunkte an. Der Absatz in der Region legte um ein Prozent zu, in den USA schnitt er mit minus 0,3 Prozent besser ab als der Markt (minus 0,8 Prozent). Maßgeblich trug dazu der Ram 1500 bei, dessen Verkäufe um 73 Prozent stiegen.
Ein Blick auf Nordamerika zeigt einen anderen Schwerpunkt als in Europa. Während das Wachstum in der EU30 überwiegend von Elektroautos getragen wird, nennt Stellantis jenseits des Atlantiks neue Produkt- und Antriebsangebote von Ram, Dodge und Chrysler als Absatztreiber. Zahlen zu elektrischen Modellen enthält die Mitteilung für diese Region nicht.
Belastungen kommen von mehreren Seiten. Die Nettokosten für Zölle schätzt das Unternehmen für das Gesamtjahr auf rund eine Milliarde Euro, bis September sind davon bereits 0,6 Milliarden Euro angefallen. Für das vierte Quartal erwartet der Konzern zudem zusätzlichen Kostendruck durch Speicherchips und Rückrufe.
In den übrigen Märkten zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Südamerika verzeichnete vier Prozent weniger Absatz, Stellantis bleibt mit rund einem Viertel Marktanteil jedoch Marktführer in Brasilien und Argentinien. Im Nahen Osten und Afrika ging der Absatz um 22 Prozent zurück, vor allem wegen der Lage in der Türkei. Asien-Pazifik meldet ein Minus von 27 Prozent; dort hat Stellantis in Malaysia die Produktion der Leapmotor-Modelle C10 und B10 aufgenommen.
Sparprogramm soll 2027 den Cashflow drehen
Beim industriellen Free Cashflow steht ein Minus von 4,0 Milliarden Euro, der Mittelabfluss fiel damit um 300 Millionen Euro niedriger aus als ein Jahr zuvor. Die verfügbare Liquidität des Industriegeschäfts von 42,7 Milliarden Euro liegt mit 26 Prozent des Umsatzes der letzten zwölf Monate im angestrebten Korridor. Für 2027 hält Stellantis an einem positiven Mittelzufluss im Industriegeschäft fest. Parallel läuft das Value Creation Program, mit dem CEO Antonio Filosa Effizienzsteigerungen von sechs Milliarden Euro auf annualisierter Basis anpeilt. Mindestens 40 Prozent davon sollen bis Jahresende realisiert sein, man liege dabei „weiterhin auf Kurs“.
Im Schlussquartal sollen die Einsparungen aus dem Programm einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag erreichen, etwa doppelt so viel wie zuletzt. Die Auslieferungen sollen über dem Niveau des Vorquartals liegen, die Preise stabil bleiben. Investitionen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung plant Stellantis für das Gesamtjahr mit 6,5 Prozent der Erlöse, im Einklang mit dem Strategieplan „FaSTLAne 2030“.
Quelle: Stellantis – Pressemitteilung








Wird geladen...