Wer wissen möchte, wie der nächste Peugeot E-208 aussehen wird, bekommt mit dem E-T16 Concept einen ersten Anhaltspunkt. Die Studie nimmt Lichtsignatur, Cockpit und Lenkrad des kommenden Modells vorweg und überzeichnet dessen Proportionen bewusst. Entwickelt wurde sie gemeinsam mit Peugeot Sport, Name und Auftritt verweisen auf den 205 T16, der 1985 und 1986 die Rallye-Weltmeisterschaft gewann.
Mit dem Konzept führt die Marke zugleich ihre neue Designsprache “Feline Future” ein, frei übersetzt “Katzenhafte Zukunft”. Sie soll künftige Modelle emotionaler, dynamischer und markanter wirken lassen und feiert ihr Seriendebüt im neuen E-208. Am deutlichsten zeigt sich das an Front und Heck: Die bekannte Drei-Krallen-Signatur ist nun horizontal angelegt und besteht aus drei langen, schlanken Leuchtbalken, die ein beleuchtetes Emblem einrahmen. Design-Direktor Matthias Hossann spricht von einem radikalen Entwurf, der “Kraft sowie Sportlichkeit in eine echte Designsprache verwandelt”.
Auch im Innenraum gibt die Studie einen Vorgeschmack auf die Serie. Die nächste Generation des i-Cockpit, das seit fast 15 Jahren zur Marke gehört, ist vollständig digital. Ein leicht gewölbtes 21-Zoll-Panoramadisplay (53,34 Zentimeter) im Sichtfeld der Fahrer:innen vereint Head-up-Display und zentralen Touchscreen. Darunter sitzt das Hypersquare-Lenkrad, das in ähnlicher Form in den E-208 übernommen wird. Ein Unterschied bleibt: Das konfigurierbare Display in der Lenkradmitte weicht im Serienauto einem Airbag, der im Konzept wegen der Vierpunktgurte entfällt.

Inspiriert ist das Lenkrad vom Rennwagen 9X8, der in der Langstrecken-Weltmeisterschaft antritt. Es arbeitet mit Steer-by-Wire-Technik, die hier leistungsorientiert abgestimmt wurde, und zeigt je nach Situation etwa Geschwindigkeit oder Rundenzeiten an. Wichtige Funktionen lassen sich mit einer einfachen Fingerbewegung erreichen, was laut Hersteller gerade bei sportlicher Fahrweise hilft.
Peugeot E-T16 Concept: Drei Motoren, 816 PS und eine Portion Rallye
Für den Vortrieb sorgen drei Elektromotoren, einer an der Vorderachse und zwei hinten. Zusammen leisten sie 600 kW (816 PS), womit das Leistungsgewicht unter zwei Kilogramm pro PS liegt. Den Sprint auf 100 km/h gibt Peugeot mit 2,5 Sekunden an, 300 km/h sollen nach 16 Sekunden erreicht sein. Stärker war bei der Marke bislang nur der 208 T16 Pikes Peak, der 2013 beim gleichnamigen Bergrennen in Colorado einen Rekord aufstellte.
Ein Torque-Vectoring-System verteilt das Drehmoment in Echtzeit zwischen den Hinterrädern sowie zwischen beiden Achsen, abhängig vom verfügbaren Grip. Drei Fahrmodi passen Leistungsentfaltung, Kraftverteilung und Fahrwerk an, darunter ein “Track”-Modus auch für schwierigen Untergrund; ein vierter lässt sich frei konfigurieren. Verzögert wird über vier 380-Millimeter-Scheibenbremsen, ergänzt um eine vertikal montierte hydraulische Handbremse nach Rallye-Vorbild. Die Michelin-Reifen messen vorne 275 und hinten 315 Millimeter in der Breite.

Damit die Leistung auch unter Dauerlast verfügbar bleibt, haben die Ingenieur:innen von Peugeot Sport besonderes Augenmerk auf die Batteriekühlung gelegt. Zum Einsatz kommt das aus dem Rennsport stammende “Side Cooling”, das die Zellen über ihre Seitenwände statt über den Boden temperiert. Im Performance-Modus schafft die Studie laut Hersteller drei Runden auf der Nürburgring-Nordschleife, also mehr als 60 Kilometer, ohne gedrosselt zu werden.
Neben der Rennstrecke hat Peugeot ebenso den Alltag im Blick. Eine 800-Volt-Architektur und eine 85-kWh-Batterie mit Lithium-Nickel-Mangan-Zellen ermöglichen bis zu 400 Kilometer Reichweite nach WLTP. Von 10 auf 80 Prozent soll der Akku in weniger als 15 Minuten geladen sein.
Viele Details erinnern an den Rallye-Helden
Kenner:innen des Originals finden zahlreiche Anspielungen. Die Lackierung Winchester Matte Grey liegt nah am damaligen Grau, die silbernen, mikrogestrahlten Räder tragen karosseriefarbene Einsätze, und eine rot hinterleuchtete Linie umläuft das gesamte Auto. Wo beim 205 T16 ein Lufteinlass vor dem Hinterrad den Verbrenner versorgte, sitzen nun Ladeanschluss und Türöffner. Erhalten geblieben ist ebenfalls die schwebende C-Säule, unter der die Luft jetzt ungehindert nach hinten strömt.
Wie beim Vorbild klappt der komplette hintere Karosserieteil nach oben. Statt eines Vierzylinder-Turbos kommen darunter die beiden Heckmotoren, Fahrwerkskomponenten und ein roter Rohr-Überrollkäfig auf einer Kohlefaserplattform zum Vorschein, dazu ein Staufach für zwei Helme. Im Innenraum setzt sich das Rot fort, etwa im Dachhimmel aus Netzgewebe, der zu Schwarz übergeht. Die Schalensitze mit Carbonschale sind mit technischem Gewebe und dem Recyclingleder Pelinova bezogen.
Quelle: Peugeot – Pressemitteilung







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