Knapp jedes dritte neu zugelassene Auto in Europa fährt inzwischen rein elektrisch. Im September lag der Elektro-Anteil in 17 wichtigen europäischen Märkten bei 32,6 Prozent, wie Daten von E-Mobility Europe, New Automotive und Fier Automotive zeigen, über die Reuters berichtet. Insgesamt kamen mehr als 300.000 E-Autos neu auf die Straße. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Zuwachs von 70,3 Prozent.
Als Treiber der Entwicklung gelten hohe Ölpreise, staatliche Förderprogramme sowie ein wachsendes Angebot an erschwinglicheren Modellen. Die Zahlen fallen in eine Phase, in der sich Frankreich und Deutschland darauf verständigt haben, die geplanten EU-Emissionsvorgaben für Autos abzuschwächen. Seit Jahresbeginn summieren sich die Neuzulassungen von Elektroautos auf 1,98 Millionen, ein Plus von 38,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025.
Für den deutschen Markt weisen die Daten im September rund 88.700 neue Stromer aus, was 34,6 Prozent aller Neuzulassungen entspricht. Frankreich kommt mit rund 65.200 Einheiten zwar auf ein geringeres Volumen, erreicht aber einen Elektro-Anteil von 41,7 Prozent. Beide Länder bewegen sich damit oberhalb des europäischen Monatswerts.
Ein Blick auf die Daten von Schmidt Automotive Research bis Ende August zeigt, wie stark sich der deutsche Markt im Jahresverlauf verschoben hat. Im August wurden hierzulande rund 68.900 E-Autos zugelassen, der Anteil stieg von 19,0 auf 32,4 Prozent. Von Januar bis August kommt Deutschland auf rund 515.500 Neuzulassungen und einen Anteil von 26,2 Prozent. Das Volumen legte um 73,4 Prozent zu, womit auf die Bundesrepublik ein Viertel aller Elektro-Neuzulassungen in Westeuropa entfällt.
Zwischen Oslo und Warschau liegen Welten
Deutlich weiter fortgeschritten ist der Wandel im Norden. Norwegen kam im September auf 98,8 Prozent, gefolgt von Dänemark mit 88,8 Prozent, Finnland mit 62,7 Prozent und Schweden mit 49,0 Prozent. Etwa die Hälfte aller Neuzulassungen entfiel zudem in Irland, Portugal, Belgien und den Niederlanden auf batterieelektrische Modelle.
Am anderen Ende der Skala stehen Tschechien, Italien und Polen. In diesen Ländern lag der Anteil zuletzt bei 11,2, 7,6 beziehungsweise 6,2 Prozent. Für Italien liefern die Zahlen aus der European Electric Car Study allerdings einen zusätzlichen Kontext: In den ersten acht Monaten stiegen die Neuzulassungen dort um 69,0 Prozent auf rund 91.500 Autos, der Anteil erhöhte sich von 5,2 auf 8,1 Prozent. Spanien kam im selben Zeitraum auf 10,2 Prozent.
Die Auswertung von Matthias Schmidt umfasst 18 westeuropäische Märkte und zeichnet für den August ein ähnliches Bild wie die September-Daten. Mit rund 234.600 Neuzulassungen kamen Elektroautos dort auf 32,5 Prozent, nach 22,3 Prozent im Vorjahresmonat. Kumuliert seit Januar stehen 2,06 Millionen Einheiten zu Buche, der Anteil liegt bei 25,3 Prozent und damit 6,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Besonders dynamisch verlief der August in Frankreich, wo sich das Volumen mit einem Plus von 115,4 Prozent mehr als verdoppelte und der Anteil 38,8 Prozent erreichte. Großbritannien bleibt nach Deutschland der zweitgrößte Einzelmarkt: Bis Ende August wurden dort rund 355.700 E-Autos registriert, der Elektro-Anteil lag bei 25,6 Prozent.
Unterschiede zeigen sich auch bei der Dynamik einzelner Märkte. Norwegen verzeichnete bei einem Anteil von 98,7 Prozent im August ein leichtes Minus von 1,5 Prozent beim Volumen. Irland legte im selben Monat um 6,9 Prozent zu, nachdem das Plus seit Jahresbeginn noch bei 55,3 Prozent gelegen hatte. Island und Finnland wuchsen dagegen um 77,4 beziehungsweise 76,6 Prozent.
Quelle: Reuters – Europe EV sales rose 70% in September, around 30% of market share / Schmidt Automotive Research – The European Electric Car Study








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