Stellantis Pro One nutzt die IAA Transportation 2026 in Hannover, um sein Angebot für Speditionen, Handwerksbetriebe und städtische Lieferdienste zu erweitern. Auf 1000 Quadratmetern zeigt die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns 13 Fahrzeuge, ergänzt durch werkseitige Umrüstungen und ein digitales Betriebssystem für das Flottenmanagement. Im Mittelpunkt stehen zwei neue Elektromodelle sowie ein autonom fahrendes Logistikkonzept, die zeigen sollen, wohin sich die gewerbliche Mobilität in den kommenden Jahren entwickelt.
Mit dem Smart Compact Van bringt die Sparte ein neues C-Segment-Modell in Hannover erstmals live auf die Bühne, nachdem es im Juni virtuell vorgestellt wurde. Je nach Marke firmiert es als Citroën Berlingo Kastenwagen First, FIAT Doblò EasyPro, Opel Combo Start oder Peugeot Partner Active. Die Elektroversion erreicht nach WLTP eine Reichweite von bis zu 270 Kilometern, alternativ stehen zwei Dieselmotoren und ein Benziner zur Wahl, ein Mild-Hybrid-Antrieb soll ab 2027 folgen. Im Innenraum sorgen der umklappbare Beifahrersitz Flexiseat, der optionale Klapptisch Modutable sowie das modulare Sitzsystem Moduwork für zusätzliches Ladevolumen und variable Konfigurationen des Fahrgastraums.

Kompakter fällt der Fiat TRIS aus, das erste vollelektrische Dreiradfahrzeug der Marke für Einsätze auf der letzten Meile. In Hannover zeigt FIAT Professional erstmals eine Version mit Türen, die laut Unternehmensangaben auf Feedback von Kund:innen zurückgeht und Wetterschutz sowie Ladungssicherheit verbessern soll. Erhältlich ist der TRIS als Pick-up, Cargo, Fahrgestell mit Fahrerhaus oder Pritschenwagen und nimmt in den MEA-Märkten bis zu 540 Kilogramm Nutzlast auf, für die geplante europäische Version sind bis zu 430 Kilogramm vorgesehen. Eine 6,9-kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite von bis zu 90 Kilometern, geladen wird an einer gewöhnlichen 220-Volt-Steckdose. Mit einem Wenderadius von 3,05 Metern eignet sich das Fahrzeug für enge städtische Umgebungen.
Autonome Logistik und digitale Flottensteuerung
Neben den beiden Serienmodellen präsentiert der Geschäftsbereich mit BOW (Box-on-Wheels) ein autonomes, vollelektrisches Konzeptfahrzeug für die Stadtlogistik. Entwickelt wurde es gemeinsam mit UQI Robotics, einem auf künstliche Intelligenz und Robotik spezialisierten Unternehmen. BOW soll veranschaulichen, wie autonome Fahrzeuge Lieferungen in Umweltzonen und Bereichen mit Zugangsbeschränkungen übernehmen könnten, etwa an Fabriken, Krankenhäusern oder Flughäfen. Außerhalb der Ausstellungshalle steht zusätzlich ein Demonstrator bereit, der die Plattform unter realen Bedingungen zeigt.

Parallel dazu baut Stellantis Pro One sein digitales Ökosystem NEXT aus, das Echtzeitüberwachung und proaktives Fallmanagement für alle 800.000 vernetzten Fahrzeuge der Marke ermöglichen soll. Erste Leitstellen sind bereits in Großbritannien und den USA in Betrieb, weitere europäische Standorte sollen schrittweise folgen. NEXT bildet eine von fünf Säulen des Pro-One-Ökosystems, zu dem außerdem vollständige Konnektivität mit Over-the-Air-Updates, integrierte Finanzierungs-, Leasing- und Ladelösungen sowie ein Servicenetz von 21.000 Anlaufstellen zählen.
Werksumbauten, Ausstattung und wachsender Marktanteil
Ergänzt wird das Angebot durch das Umrüstprogramm CustomFit, das Kund:innen werkseitige Sonderlösungen bereits bei der Fahrzeugkonfiguration ermöglicht. Mehr als 650 zertifizierte Partner weltweit unterstützen dabei, darunter am Stand vertreten der e-Ducato Fridge mit einem neuen 400-Volt-ePTO, der Kühlaggregate direkt mit Strom versorgt, sowie der Citroën Berlingo Kastenwagen First Fridge, der Ladungen konstant zwischen zwei und sechs Grad Celsius hält. Für die Compact-Van-Baureihe führt Stellantis Pro One ab September zudem eine neue Ausstattungsstrategie mit den Stufen Smart, Mid-Level und High-Level ein, ergänzt um die Sonderserie Special Series, vertreten durch den Opel Combo Tech und den allradgetriebenen Peugeot Partner Pro-Skill 4×4.
Im vergangenen Jahr verkaufte Stellantis Pro One weltweit 1,65 Millionen Nutzfahrzeuge und Pick-ups und hält damit einen globalen Marktanteil von etwa 15 Prozent, in Europa und Südamerika liegt die Sparte jeweils auf Platz eins. Im Rahmen der Konzernstrategie FaSTLAne 2030 sind für die kommenden fünf Jahre elf neue Modelle angekündigt.
Emanuele Cappellano, als COO Enlarged Europe verantwortlich für Stellantis Pro One, ordnete den Auftritt in Hannover entsprechend ein: Die Sparte gehe „über das Fahrzeug hinaus“ und kombiniere „Technologie, Konnektivität und Dienstleistungen, um intelligentere, effizientere und nachhaltigere Logistiklösungen bereitzustellen“. Sichtbares Zeichen dieser Neuausrichtung ist auch das wenige Tage zuvor vorgestellte neue Pro-One-Logo, das in Hannover erstmals zum Einsatz kommt.
Quelle: Stellantis – Pressemeldung









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