Mit dem neuen Smart #2 will die Marke zu ihren Wurzeln zurückkehren, und nun werden die technischen Eckdaten des vollelektrischen Zweisitzers deutlich konkreter. Wenige Wochen vor der Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon bestätigt Smart, ein Joint Venture von Geely und Mercedes-Benz, erstmals offiziell die Größe des Akkus, die angestrebte Reichweite und die Ladezeit. Demnach soll der weniger als drei Meter lange Stadtflitzer mit einer 35,8 kWh großen Batterie bis zu 290 Kilometer nach WLTP schaffen.
Die Batterie setzt auf Zellen von CATL. Gleichstromladen soll mit maximal 65 kW möglich sein. Das klingt im Vergleich zu den teilweise mehreren Hundert Kilowatt großer Elektroautos zunächst wenig spektakulär, angesichts des kleinen Akkus soll der Ladestand unter optimalen Bedingungen dennoch in weniger als 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent steigen. Sämtliche Angaben sind derzeit noch vorläufig, da das EU-Typgenehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist.
Damit bestätigt Smart in seiner Pressemitteilung im Wesentlichen jene Größenordnung, die bereits bei der Vorstellung des Concept #2 im Frühjahr im Raum stand. Damals war von knapp 2,80 Metern Fahrzeuglänge und rund 300 Kilometern Reichweite die Rede. Im Juni hatte Smart weitere Details genannt: Der neue Zweisitzer soll unter anderem den extrem kleinen Wendekreis von 6,95 Metern vom Fortwo übernehmen und dessen Reichweite nahezu verdoppeln.
Eigene Elektro-Plattform für den Kleinwagen
Technische Grundlage ist die eigens für den #2 entwickelte Electric Compact Architecture, kurz ECA. Smart hatte sich bewusst für eine eigene Plattform entschieden, nachdem Kooperationen mit möglichen Partnern nach früheren Angaben zu viele Kompromisse bedeutet hätten. Die neue Architektur soll möglichst viel Innenraum auf sehr kleiner Grundfläche ermöglichen. Das bekannte „Wheels-at-the-Corners“-Prinzip mit weit außen positionierten Rädern bleibt erhalten. Auch die klassische Konfiguration mit zwei Türen und zwei Sitzen sowie der Hinterradantrieb knüpfen an den früheren Fortwo an.
Neu ist dagegen die sogenannte Tridion Cell Evo. Mehr als 78 Prozent der Karosseriestruktur bestehen Smart zufolge aus hochfestem Stahl, teilweise kommen Materialien mit einer Zugfestigkeit von bis zu 1800 Megapascal zum Einsatz. Die Torsionssteifigkeit gibt der Hersteller mit 39.000 Nm pro Grad an. Sieben Airbags und ein weiterentwickeltes Gurtsystem sollen den Insassenschutz ergänzen.
„Die Tridionzelle gehört seit jeher zur DNA von Smart und steht für ein Sicherheitsgefühl, das über Generationen Vertrauen geschaffen hat“, sagt Florian Nemitz, Geschäftsführer von Smart Deutschland. Mit der neuen Generation werde dieses Prinzip für ein ultrakompaktes Elektroauto weiterentwickelt.
Für Smart ist der #2 mehr als nur ein weiteres Modell
Für die Marke dürfte die Bedeutung des kleinen Elektroautos allerdings weit über technische Details hinausgehen. Smart hat sich mit #1, #3 und #5 in den vergangenen Jahren deutlich in Richtung größerer Fahrzeuge bewegt. Damit ging zugleich jene Alleinstellung verloren, die der Fortwo über Jahrzehnte besaß. 2025 wurden in Deutschland nur noch 4726 neue Smart zugelassen. Der #2 soll deshalb nicht nur das Modellprogramm nach unten abrunden, sondern die Marke wieder stärker mit ihrem ursprünglichen Kern verbinden.
Ob das gelingt, dürfte nicht zuletzt vom Preis abhängen – und genau den hält Smart weiterhin zurück. Mit knapp 300 Kilometern Reichweite und einer trotz überschaubarer Spitzenleistung kurzen Ladezeit stehen zumindest inzwischen die wichtigsten technischen Eckdaten fest. Seine Weltpremiere feiert der Smart #2 am 12. Oktober auf dem Pariser Autosalon. Dann dürften weitere Details zum Serienmodell folgen, vielleicht ja auch der von vielen mit Spannung erwartete Preis.
Quelle: Smart – Pressemitteilung vom 29. September 2026









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