Smart #2: E-Zweisitzer kehrt 2027 ab 19.990 Euro zurück

Smart #2: E-Zweisitzer kehrt 2027 ab 19.990 Euro zurück
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Smart / Smart #2 Premium-Variante

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 9 min

Wer schon länger auf einen kompakten Elektro-Zweisitzer wartet, muss mit der Bestellung nicht mehr bis ins kommende Jahr ausharren. Smart nimmt ab dem 13. Oktober verbindliche Aufträge für den neuen Smart #2 entgegen und zieht diesen Schritt damit um mehrere Monate vor, denn ursprünglich war der Bestellstart erst für das zweite Quartal 2027 geplant. Los geht es in Deutschland bei 19.990 Euro, hinzu kommen noch Überführungs- und Zulassungskosten. Wer sich früh festlegt, sichert sich sein Auto noch vor der vollständigen Markteinführung, auf die Straße sollen die ersten Exemplare dann ab Mitte 2027 rollen.

Damit bleibt der Zweisitzer in der Basisversion Pure knapp unterhalb der Marke von 20.000 Euro. Darüber staffelt Smart drei weitere Ausstattungslinien: Der Pure+ kostet 20.990 Euro, der Premium 24.490 Euro, und für die auf 999 Exemplare in Europa limitierte Couture Edition werden 25.690 Euro fällig. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Käufer:innen in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Belgien dieselben Beträge zahlen, während in Österreich jede Linie 300 Euro günstiger ausfällt. In den Niederlanden beginnt die Preisliste bei 18.925 Euro, in Großbritannien wiederum ist der Pure+ gar nicht erst im Angebot.

Bestellt wird hierzulande zunächst über die Smart-Vertriebspartner, wobei die Marke, ein Joint Venture der Mercedes-Benz AG und der Geely Holding Group, auf das Vertriebsnetz von Mercedes-Benz setzt. Im ersten Halbjahr 2027 kommt der vollständige Onlinevertrieb hinzu, ab dann lässt sich der Zweisitzer über sämtliche digitalen Kanäle des Herstellers ordern. Das Vorziehen des Termins bezeichnet Florian Nemitz, CEO von Smart Deutschland, als Gemeinschaftsleistung: “Dass wir den Bestellstart gemeinsam mit dem europäischen Smart Team von ursprünglich Q2 2027 auf den 13. Oktober 2026 vorziehen konnten, ist eine unglaubliche Teamleistung.” Die Vorfreude im Unternehmen und bei den Partnern im Mercedes-Benz-Vertriebsnetz sei entsprechend groß.

Smart | Vom ersten Zweisitzer zum #2

Wie stark das Interesse ist, zeigte sich bereits bei der Weltpremiere in Paris, wo Smart wegen der Nachfrage die Vorbestellung eröffnete. Für die Marke schließt sich damit ein Kreis, denn 30 Jahre zuvor hatte sie an gleicher Stelle das ursprüngliche Zweisitzer-Konzept präsentiert. Schon bevor überhaupt ein offizieller Termin feststand, hätten sich Fans bei den Handelspartnern erkundigt, ab wann sie den neuen Zweisitzer bestellen könnten, berichtet Remo Guthauser, Sales Director Europe bei Smart Europe. Nun könne man den “zahlreichen Zweisitzer-Fans in Europa, die so lange gewartet haben”, die Möglichkeit bieten, sich eines der ersten Exemplare zu reservieren.

Smart

Wolfgang Ufer, CEO von Smart Europe, ordnet das Modell grundsätzlicher ein. Für ihn sei der Smart #2 “weit mehr als eine Ergänzung unseres Portfolios”, er markiere die Rückkehr einer automobilen Ikone, neu interpretiert für die Städte von heute. Die Technologie habe sich weiterentwickelt, die Städte hätten sich verändert, und der Bedarf an cleveren urbanen Mobilitätslösungen sei relevanter denn je. Nemitz bringt es noch knapper auf den Punkt: Man bringe den ultrakompakten Zweisitzer zurück, “dorthin, wo Smart seine Wurzeln hat: in die Stadt”.

Smart #2: Bewährtes Prinzip, neue Technik unter der kurzen Karosserie

Technisch basiert der Zweisitzer auf der neu entwickelten Electric Compact Architecture (ECA), die eigens für dieses Modell konzipiert wurde. Angetrieben wird er von einem permanentmagneterregten Synchronmotor an der Hinterachse, der 60 kW leistet und sein Drehmoment von 130 Nm über ein Getriebe mit nur einer Übersetzung an die Hinterräder weitergibt. Daraus ergibt sich ein Sprint von null auf 100 km/h in 11,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h.

Smart / Smart #2 Premium-Variante

An der Grundidee des Stadtautos hat sich dabei wenig geändert. Mit 2746 Millimetern Länge (bei der Couture Edition sind es 2764 Millimeter) bleibt der Neuling der “Wheels-at-the-Corner”-Bauweise treu, die den Smart seit der ersten Generation prägt: Die Räder rücken weit in die Ecken der Karosserie und schaffen so möglichst viel Innenraum auf sehr kompakter Grundfläche. Inklusive Außenspiegeln ist der Zweisitzer 1939 Millimeter breit und 1555 Millimeter hoch, der Radstand beträgt 1875 Millimeter. Smart stellt vor allem den Wendekreis von 6,95 Metern heraus, gemessen von Bordstein zu Bordstein, der das Rangieren in engen Straßen und das Parken auf knappem Raum erleichtern soll.

Im Gepäckabteil finden 305 Liter Platz, maximal fasst es 527 Liter. Bei einem Leergewicht von 1140 Kilogramm und einem zulässigen Gesamtgewicht von 1345 Kilogramm bleiben 205 Kilogramm für Insassen und Gepäck. Auffällig ist ein Detail an den Rädern, denn hinten montiert Smart grundsätzlich breitere Reifen als vorn, was Stabilität und Fahrdynamik verbessern soll. Pure und Pure+ rollen auf 15 Zoll mit 165/65 vorn und 185/60 hinten, Premium und Couture Edition auf 16 Zoll mit 185/50 und 205/45.

Smart / Smart #2 Premium-Variante

Eine genauere Betrachtung verdient auch das Fahrwerk, denn hinten arbeitet eine Fünflenker-Einzelradaufhängung, die Smart als Premiere in dieser Klasse bezeichnet. Zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt, den die im Boden verbaute Batterie mit sich bringt, soll sie eine direkte Lenkgeometrie ermöglichen und für sportlicheres Handling ebenso sorgen wie für mehr Komfort, in der Stadt genauso wie auf der Autobahn.

Wie viel Feinarbeit in dieser Abstimmung steckt, beschreibt Dr. Tilo Schweers, Vice President R&D Europe: Bei einem derart kompakten Auto müsse jedes Detail passen, von den Fahrwerksanbindungspunkten über die Lenkübersetzung bis zur Reifenmischung. Erprobt habe man das Auto auf Teststrecken, im Windkanal und auf öffentlichen Straßen unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, denn “Vertrauen am Steuer muss sich in der realen Welt bewähren und darf nicht nur auf dem Papier bestehen”.

Was der kompakte Akku beim Laden und als Stromquelle leistet

Beim Energiespeicher setzt Smart auf Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP). Die Batterie fasst 35,8 kWh und soll nach WLTP eine Reichweite von bis zu 290 Kilometern ermöglichen, wobei es sich noch um einen Zielwert handelt. Den kombinierten Verbrauch beziffert der Hersteller auf 13,6 kWh je 100 Kilometer, beide Angaben gelten unabhängig von der gewählten Linie.

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Unterschiede gibt es dagegen beim Laden, zumindest mit Wechselstrom. Am Schnelllader nimmt jede Version über den CCS-Anschluss bis zu 65 kW auf und kommt unter optimalen Bedingungen in 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Ab dem Pure+ sind mit Wechselstrom dreiphasig bis zu 11 kW möglich, was für dieselbe Spanne rund drei Stunden bedeutet, während der Pure ausschließlich einen einphasigen Bordlader mit 7,4 kW besitzt und entsprechend fünf Stunden braucht. Wie lange ein Ladevorgang im Alltag tatsächlich dauert, hängt allerdings von weiteren Faktoren ab, etwa von Umgebungs- und Batterietemperatur, der verfügbaren Leistung oder davon, ob parallel die Vorklimatisierung läuft.

Hinzu kommt eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), über die sich externe Elektrogeräte direkt aus der Batterie mit Strom versorgen lassen. Voraussetzung ist allerdings ein separat erhältliches Zubehör, zudem steht die Funktion nur an einer Typ-F-Steckdose zur Verfügung, sodass die Nutzung in manchen Ländern eingeschränkt sein kann. Für sämtliche technischen Angaben gilt ohnehin ein Vorbehalt: Das Modell durchläuft noch das EU-Typgenehmigungsverfahren, die Werte können sich bis zur abschließenden Homologation also noch ändern. Ausgeliefert wird erst, wenn diese abgeschlossen ist.

Smart / Smart #2 Premium-Variante

Auch bei der Sicherheit knüpft Smart an die eigene Geschichte an. Die Karosserie wird von der Tridion Cell Evo geprägt, der nächsten Generation jener Sicherheitszelle, die schon das allererste Smart-Modell auszeichnete. Sie bildet eine robuste Struktur um die Fahrgastzelle, ohne die kompakten Abmessungen zu vergrößern, und wird von sieben Airbags ergänzt, darunter Front-, Seiten- und Vorhangairbags sowie ein sogenannter Far-side-Airbag.

Bei den Assistenzsystemen macht der Hersteller keine Unterschiede zwischen den Linien. Bereits im Pure sind Smart Pilot Assist, ein adaptiver Tempomat mit Stop-and-Go-Funktion, Highway Assist und ein Stauassistent serienmäßig an Bord. Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Totwinkelwarner, Heckkollisionsminderung und Querverkehrswarnung hinten ergänzen das Paket, beim Einparken unterstützen Sensoren und eine Rückfahrkamera.

Smart / Smart #2 Premium-Variante

Vom sachlichen Einstieg bis zur goldenen Couture Edition

Im Innenraum teilen sich alle Varianten dieselbe Grundarchitektur, bestehend aus einer durchgehenden Sitzanordnung im Stil einer Sitzbank, einem S-förmigen Cockpit, intuitiven Bedienmodi und einem klar strukturierten, offenen Raum. Informationen liefern ein 10,1-Zoll-Zentraldisplay und ein 8,8-Zoll-Fahrerdisplay, die zusammen 4G, WLAN und Bluetooth bereitstellen, während ein achtjähriges Connectivity Package den Zweisitzer mit seinen vernetzten Diensten verbindet. Ein kleines, aber praktisches Detail ist der Smart Pillar im Armaturenbrett, an dem sich Gadgets griffbereit befestigen lassen. Von außen erinnern die geteilte Heckklappe und die zweifarbige Lackierung an den ursprünglichen Smart Fortwo, dessen charakteristische Merkmale Smart in die Gegenwart übertragen hat.

Smart / Smart #2 Couture-Edition

Der Pure bildet den Einstieg, bringt laut Hersteller aber bereits eine umfassende Ausstattung mit. Neben V2L und dem kompletten Assistenzpaket gehören LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten mit automatischem Fernlichtassistenten sowie 15-Zoll-Aero-Räder dazu. Für einen Aufpreis von 1000 Euro ergänzt der Pure+ das schnellere Laden mit 11 kW Wechselstrom sowie einen beheizbaren Fahrersitz.

Spürbar mehr Komfort bietet der Premium, der preislich 3500 Euro über dem Pure+ liegt. Ein festes Panorama-Glasdach bringt mehr Licht in den Innenraum, beide Plätze erhalten beheizbare Kunstledersitze, und auch das Lenkrad lässt sich beheizen. Dazu kommen eine Ambientebeleuchtung mit 256 Farben, ein speziell abgestimmtes Sennheiser-Soundsystem mit sieben Lautsprechern sowie 16-Zoll-Stahlfelgen im Aero-Design. Wer das eigene Auto individueller gestalten möchte, findet hier zudem zweifarbige Lackierungen, die sich mit passenden Innenraumausführungen kombinieren lassen.

Smart / Smart #2 Couture-Edition

Den Abschluss der Modellpalette bildet die Couture Edition. Ihre Karosserie trägt Atelier White Matt, das Dach ist in Platinum Gold gehalten, ergänzt um goldfarbene Details außen und 16-Zoll-Lyra-Felgen mit Goldakzenten. Innen setzt sich das Thema mit schwarzem Interieur und goldenen Akzenten fort, serienmäßig übernimmt die Edition zudem die vollständige Premium-Ausstattung inklusive Glasdach, Ambientebeleuchtung, Sitz- und Lenkradheizung, Sennheiser-Soundsystem, kabellosem Laden und Navigation. Damit jedes Exemplar als solches erkennbar bleibt, trägt es außen ein Couture-Emblem und innen ein Badge mit der Aufschrift “1 of 999”.

Smart / Smart #2 Couture-Edition

Quelle: Smart – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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