Die neuen vollelektrischen Smart-Modelle mögen technisch überzeugen, doch für viele Vertriebspartner geht die Rechnung bislang offenbar nicht auf. Niedrige Stückzahlen, begrenzte unternehmerische Spielräume und hohe laufende Kosten setzen den Handel unter Druck. Hoffnung macht das kleinste künftige Modell: der elektrische Smart #2.
Wie die Automobilwoche berichtet, kämpfen Smart-Partner mit der Profitabilität. Das aktuelle Vertriebsmodell nimmt den Betrieben zwar einen Teil des Bestands- und Preisrisikos ab, schränkt aber zugleich eigene Rabattaktionen und Vermarktungsmaßnahmen ein. Kosten für Personal, Beratung, Vorführwagen und Ausstellungsflächen bleiben dennoch bestehen. Bei niedrigen Verkaufszahlen lasse sich das Geschäft daher nur schwer wirtschaftlich betreiben.
Smart nutzt in Deutschland vor allem die Infrastruktur von Mercedes-Benz. Die Präsenz in etablierten Autohäusern bietet zwar Vorteile, zugleich konkurriert die Marke dort aber um Aufmerksamkeit, Verkaufszeit und Fläche. 2025 wurden in Deutschland lediglich 4726 Smart neu zugelassen. Im laufenden Jahr deutet sich zwar eine Erholung an, die absoluten Stückzahlen bleiben bislang aber überschaubar.
Modelle haben viel Konkurrenz
Ein Teil des Problems dürfte im Modellprogramm liegen. Mit #1, #3 und #5 tritt Smart in dicht besetzten SUV- und Crossover-Segmenten an. Dort konkurriert die Marke mit zahlreichen europäischen und asiatischen Elektroautos sowie dem beliebten Tesla Model Y. Zugleich fehlt den aktuellen Modellen jene klare Alleinstellung, die den früheren Fortwo geprägt hatte.
Genau hier könnte der Smart #2 ansetzen. Der vollelektrische Zweisitzer soll nur rund 2,80 Meter lang werden und konzeptionell eng an den Fortwo anknüpfen. Smart stellt knapp 300 Kilometer Reichweite sowie eine Schnellladung von zehn auf 80 Prozent in weniger als 20 Minuten in Aussicht. Die Serienversion soll im Oktober auf dem Pariser Autosalon vorgestellt werden, der Marktstart ist für 2027 vorgesehen.
Vor allem existiert bereits eine potenzielle Kundschaft. Noch immer sind Hunderttausende ältere Smart auf deutschen Straßen unterwegs. Viele Besitzer schätzen die kompakten Abmessungen, fanden zuletzt aber keinen direkten Nachfolger. Für die Händler ist der #2 deshalb eine echte Chance. Das Fahrzeug ist klar positioniert, leicht erklärbar und hebt sich sichtbar vom Wettbewerb ab. Es könnte frühere Smart-Kunden zurück in die Schauräume bringen und neue Käufer ansprechen, die bewusst ein kleines Elektroauto suchen.
Das Modell allein wird die strukturellen Probleme jedoch nicht lösen. Entscheidend sind ein konkurrenzfähiger Preis, attraktive Leasingangebote, eine starke Vermarktung und eine Vergütung, mit der auch die Vertriebspartner Geld verdienen können. Gelingt dies, könnte der Smart #2 nicht nur den elektrischen Zweisitzer zurückbringen, sondern auch dem Handel neue Perspektiven eröffnen.
Quelle: Automobilwoche – Smart: Kein smartes Geschäftsmodell für Händler









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