Škoda Peaq Testfahrt: Enyaq-Technik im Fünf-Meter-Format

Škoda Peaq Testfahrt: Enyaq-Technik im Fünf-Meter-Format
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Škoda

Wolfgang Gomoll
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  —  Lesedauer 6 min

Der Peaq ist das Flaggschiff von Škodas Elektroflotte. Der Fünf-Meter-Crossover überzeugt bei einer ersten Testfahrt mit einer Kombination aus Komfort und jede Menge Platz. Martin Jahn macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Škoda definiert sich durch den Elroq und den Peaq und nicht durch kleine Autos“, sagt der Vertriebs- und Marketingvorstand des tschechischen Autobauers. Interessant, da Škoda sich ursprünglich bei den Kleinwagen einen Namen gemacht hat.

Damals dominierten noch die Verbrennungsmotoren unangefochten. Doch das ist schon eine Weile her. Daher passt es ins Bild, dass Škoda im vergangenen Jahr in Europa bei den Verkäufen den vierten Platz unter den Elektroauto-Herstellern belegte. Und dabei soll es nicht bleiben.

Mit dem Peaq bringen die Tschechen im Herbst ein neues Stromer-Flaggschiff auf den Markt, das nicht nur auf die gesamte Marke ausstrahlen, sondern auch neue Pfründe sichern soll. Gemeint ist der Flottenmarkt, also die Dienstwagenfahrer & Co. Bisher war das bei Škoda ein Fall für den Superb. Doch im anbrechenden Elektro-Zeitalter ist es gut, sich frühzeitig in Position zu bringen. Das macht die VW-Tochter mit dem Peaq. Und das geht schon bei der Silhouette los: Der Stromer kommt bei aller optischen Wucht nicht als brachialer Elektro-Kraxler daher, sondern eher wie ein Kombi. „Unsere Elektroautos sind mehr Crossover als SUVs“, bestätigt Jahn.

Handlicher als gedacht trotz fast fünf Meter Länge

Bei der reinen Optik bleibt es nicht. Auch hinter dem Lenkrad sitzt man eher im Auto und thront nicht derart hoch wie auf einem Kutschbock über dem Asphalt, wie das bei so manchen anderen Stelzengefährten der Fall ist. Dieser Eindruck setzt sich während des Fahrens fort. Mit einer Länge von 4,87 Metern übertrifft der Peaq den Kodiaq um 11,6 Zentimeter und ist sicher kein Stadtfloh. Er fährt sich jedoch behänder, als es diese Ausmaße vermuten lassen. Dazu trägt auch der Wendekreis von 9,90 Metern bei. Das DCC-Fahrwerk mit den verstellbaren Dämpfern macht seine Sache gut und trägt zum angenehmen Vorankommen bei.

Das ist übrigens auch im Sport-Fahrmodus der Fall, bei dem die Abstimmung zwar straffer, aber trotz der montierten 21-Zoll-Reifen nie unkommod ist. Ähnliches gilt für die Fahrmodi Eco, Comfort, Normal, Sport und Individuell, bei denen die Spreizung spürbar ist. Beim Sport-Modus schaltet das System automatisch die Rekuperation ein. Apropos: Beim Škoda Peaq ist jetzt auch das One-Pedal-Fahren möglich. Wir waren sehr entspannt unterwegs und kamen auf einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 17,8 kWh/100 km.

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Allerdings genügt bereits das stromsparende Eco-Fahrprogramm, um flott voranzukommen. Schließlich waren wir im Peaq 90 mit einer Leistung von 210 kW / 286 PS und rund 550 Newtonmeter Drehmoment unterwegs. Die Kraft kommt vom neuen effizienten AP550-Motor. Die vorläufige Topversion wird die Allradvariante mit 220 kW / 299 PS sein, bei der vorne die AP310-E-Maschine den Dienst verrichtet. Da Škoda noch ein RS-Modell des Peaq nachreichen wird, ist gerade an der Vorderachse noch Luft nach oben. Wenn man so will, dient sie im Peaq mehr als Traktionshilfe beim Allradantrieb und überlässt dem Aggregat im Heck das Sagen. Das tut der Dynamik keinen Abbruch: So bestückt erledigt der große Škoda den Standardsprint von null auf 100 km/h in nur 6,7 Sekunden.

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600 km Reichweite und 28 Minuten Ladezeit

Die NMC-Batterie (Nickel-Mangan-Kobalt) mit einer Kapazität von 90 Kilowattstunden (86 kWh netto / erstmals bei einem Škoda) kommt aus dem VW ID. Buzz beziehungsweise dem VW ID.7 und ist bei den beiden stärksten Varianten 90x (Allrad) und 90 (Heckantrieb) für Reichweiten von mehr als 600 Kilometern gut. Eine weiterentwickelte Wärmepumpe mit dem Zusatz 2.0 hilft, diesen Wert zu erreichen. Die 60x-Variante rollt mit 150 kW / 204 PS und einer 60-kWh-Batterie (netto 58 kWh) wie die beiden anderen Varianten im Herbst zum Händler.

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Beim Laden reiht sich das Flaggschiff des tschechischen Autobauers in die Riege der Volkswagen-Konzernmodelle ein, die auf dem MEB+ basieren, und erreicht eine Spitzenleistung von gut 195 kW. Damit sind die großen Akkus in 28 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt, und der kleinere in 27 Minuten.

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Im Innenraum spielt Škoda seine bekannten Stärken aus. Zwar ist auch in Mladá Boleslav nicht alles Gold, was glänzt, was man im unteren Bereich des Innenraums am Hartplastikanteil merkt. Aber das ist selbst bei Modellen von Premiumherstellern der Fall. Schließlich geht es bei den Elektroautos um jeden Cent. Die meisten Flächen, die man berührt oder im Blick hat, sind unterschäumt und fühlen sich gut an. Details wie das beflockte Innenleben des Handschuhfachs und der Türtasche sowie die MagSafe-Halterungen für das Smartphone in den Ladeschalen überzeugen und sind praktisch. Der Beifahrer freut sich über einen Relax-Sitz, bei dem auf Knopfdruck echtes Business-Class-Feeling aufkommt.

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Platz ist bei einem Radstand von 2,97 Metern kein Problem. Vor allem nicht in einem Škoda. Also kann man es sich auch im Fond bequem machen. Ordert man die Variante mit sieben Sitzen, wird es ganz hinten eng. Wie so oft ist die letzte Sitzreihe am besten für den jungen Nachwuchs geeignet. Bei fünf Sitzen hat der Kofferraum bereits in der Basiskonfiguration ein Volumen von 1010 Litern, bei der Vollbestuhlung des Siebensitzers sind es immer noch 299 Liter.

Ein Enyaq auf Steroiden – nicht mehr, nicht weniger

Vorne gibt es jetzt beim Peaq einen Frunk mit 37 Litern Volumen. Das mag den Besitzern eines chinesischen Autos nur ein müdes Lächeln entlocken, aber um dieses Extra in einem Modell, das den MEB-Baukasten nutzt, unterzubringen, mussten die Škoda-Verantwortlichen jede Menge Überzeugungsarbeit leisten. Wo wir gerade bei der Architektur sind, ist es an der Zeit, mit dem Mythos aufzuräumen, dass der Peaq auf der China-Variante der MEB-Architektur basiert. Im Grunde ist das Flaggschiff ein Enyaq auf Steroiden. Der Vorderwagen stammt zum großen Teil vom kleinen Bruder, nur im Hinterwagen werden Teile des Modells aus dem Reich der Mitte genutzt, vermutlich im Zusammenhang mit der dritten Sitzreihe. Laut Škoda sind es maximal zwei Prozent.

Auch beim Infotainment gibt es Neues zu vermelden. Der Škoda Peaq macht jetzt einen auf Tesla und bietet erstmals einen vertikalen 13,6-Zoll-Bildschirm, der durch ein 10-Zoll-Fahrerdisplay und ein Head-up-Display mit Augmented Reality ergänzt wird. Die Software basiert auf Android Auto und über den Köpfen der Passagiere befindet sich auf Wunsch ein 2,12 Quadratmeter großes Glasdach mit neun Segmenten, das auf Knopfdruck milchig wird.

Bleibt zum Schluss noch der Preis. Seit jeher war es Škoda ein großes Anliegen, Preisparität zwischen den Modellen mit Verbrennungsmotor und elektrischem Antrieb herzustellen. Deswegen dürfte die Einstiegsvariante des Škoda Peaq in etwa 50.000 Euro kosten. Das entspricht dem Kodiaq 2.0 TSI.

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Wolfgang Gomoll

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Wolfgang Gomoll beschäftigt sich mit dem Thema Elektromobilität und Elektroautos und verfasst für press:inform spannende Einblicke aus der E-Szene. Auf Elektroauto-News.net teilt er diese mit uns. Teils exklusiv!

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