Darauf haben viele schon länger Familien gewartet: den Škoda Peaq. Für die einen ist er Freizeit-Crossover, für andere eher ein Familienkombi. Viel Platz im variablen Innern, gefälliges Design und ein Elektroantrieb nebst Allradoption sollten vielen gefallen.
Škoda ist stolz auf sein neues Topmodell mit dem hintergründigen Namen Peaq (angelehnt an Peak – Gipfel). Ein Elektro-Crossover, den sich der ein oder andere etwas früher gewünscht hätte, denn die internationale Konkurrenz ist in dieser Liga schon länger unterwegs. Wer bisher einen Škoda mit luxuriöser Ausstattung und viel Platz für Familie oder Hobby präferierte, der kam um den erfolgreichen Superb nicht umhin. Gibt es diesen allein mit Verbrennertechnik und ohne Crossover-Attribute, so sollte der Peaq nunmehr in jene Lücke stoßen, die sonst nur von Modellen wie dem Kia EV9, einem Hyundai Ioniq 9 oder einem Mazda CX-6x gefüllt werden konnte.
Viel Raum im Fond, aufgeräumtes Cockpit
Innen bietet der 4,87 Meter lange SUV nicht nur vorne, sondern vor allem auch im Fond großzügige Platzverhältnisse. Das ermöglicht der knapp drei Meter lange Radstand, der selbst groß gewachsene Insassen im Fond bequem sitzen und lange Touren genießen lässt. Nicht allein auf längeren Fahrten gefallen wertige Oberflächen, optional beheizbare Fondsitze, zahlreiche Ablagen und verschiedene USB-Ports, um Smartphones oder Tablets mit nötiger Energie zu versorgen, damit es hinten ruhig bleibt.

Kaum ernsthaft zu nutzen ist die dritte Sitzreihe, denn diese kann allenfalls kleinen Kindern auf kurzen Strecken zum Nachmittagssport oder einer Familienfeier zugemutet werden. Wer mehr Platz als für vier oder fünf Personen benötigt, muss eine Klasse höher zu einem SUV-Wettbewerber oder besser Van greifen.
Während im Fond eifrig geplaudert oder gedaddelt wird, freut sich der Fahrer über einen aufgeräumten und beinahe schon puristischen Führerstand. Die Instrumenteneinheit hinter dem griffigen Steuer ist etwas zu klein, was auch das sinnvolle Head-Up-Display nicht ausgleichen kann, das die wichtigsten Informationen ins Blickfeld des Fahrers spiegelt. Besser, aber nicht riesig dimensioniert, präsentiert sich der 13,6 Zoll große Zentralbildschirm, auf dem mit einfacher Handhabung Navigation, Entertainment oder Einstellungen bedienen lassen.

Ungewöhnlich für ein Auto dieser Liga im Modelljahr 2027: Nicht einmal gegen Aufpreis gibt es ein Beifahrerdisplay, die klassenübergreifend nunmehr auch in Europa Einzug in viele Modelle halten. Das will sich Škoda beim Peaq wohl für die Modellpflege aufsparen.
In der breiten Mittelkonsole bietet der Peaq praktische Schalter für Klimatisierung und zwei Ladeschalen für Smartphones nebst Beleuchtung. Zugegeben kein Highend-System, aber allemal gut anzuhören ist die Musik nach Wahl aus dem Sonos-Soundsystem mit seinen 16 Lautsprechern und 755 Watt. Viel Licht ins Innere bringt das 2,1 Quadratmeter große Panoramadach, das sich jedoch nicht mit einer Jalousie verschatten, sondern nur über eine elektrochrome Schaltung verdunkeln lässt. Das kostet Wohligkeit bei Regen oder Schnee und nervt bei starker Sonneneinstrahlung.

Für vier bis fünf Personen gemacht
In der normalen Besetzung dürfte der Škoda Peaq sowohl wochentags als auch beim freizeitintensiveren Wochenende mit maximal vier Personen besetzt sein. Diese freuen sich neben dem Aufenthaltswert über ein Ladevolumen, das hinter der elektrischen Heckklappe 935 Litern bereithält. Kleinere Gegenstände finden im Innenraum oder im mit 37 Liter recht kleinen Frunk unter der Fronthaube Platz. Für Pferde- und Bootsfans, die sich ohnehin für die sinnvolle Allradversion 90x entscheiden werden: Die maximale Anhängelast beträgt zwei Tonnen.

Wie viele andere Modelle aus dem Volkswagen-Konzern ist der Škoda Peaq auf der bekannten MEB-Plattform unterwegs. Das kostet eine auch in dieser Klasse zeitgemäße 800-Volt-Ladetechnik, und so dauert das Nachladen an einem Schnelllader von 10 auf 80 Prozent bei beiden Batteriepaketen (63- / 91-kWh-Akku mit Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie) jeweils eine halbe Stunde. Wenig imposant für ein Auto, das sicher für viele ein Erstfahrzeug mit Langstreckenqualitäten sein wird: Das maximale Ladetempo bleibt bei unter 200 kW, während manche Wettbewerber hier deutlich mehr Power und damit weniger Ladezeit bieten.
Mit dem Tempo hat es der Škoda Peaq trotz seines ambitionierten Namens als Gipfelstürmer ohnehin nicht, denn die Basisversion mit dem 63-kWh-Akku wird bei 160 km/h abgeriegelt, das Topmodell schafft Tempo 180. Auch hier hinkt das Škoda-Topmodell plattformbedingt so manchem Konkurrenten her. Die Normreichweite geht mit 610 Kilometern dagegen in Ordnung – beim großen Batteriepaket. Bei längeren Ladepausen entspannen die Komfortsitze vorne mit ausklappbarer Beinauflage – klasse.

Wer über einen Škoda Peaq nachdenkt, der dürfte angesichts von Dimensionen, Gewicht, Lade- und Fahrleistungen kaum um das mindestens 60.400 Euro teure Topmodell herumkommen. Nur dann gibt es mindestens 210 kW / 286 PS Leistung und die 91 kWh große Batterie, die praktikable Reichweiten in den Alltag bringt. Und wenn schon das große Akkupaket, dann am besten noch die Allradvariante des Škoda Peaq 90x, die mit 220 kW / 299 PS zwar in Sachen Motorleistung hinter vielen anderen Modellen herhinkt, jedoch allemal ausreichend dynamisch motorisiert ist.
Für echte Sportlichkeit sorgen auch die üppigen 545 Nm maximales Drehmoment schon wegen eines Leergewichts von 2,5 Tonnen nicht. Doch keine Frage, der niedrige Schwerpunkt, der Allradantrieb und ein gut abgestimmtes Fahrwerk verbreiten am Steuer des Peaq allemal echte Fahrfreude. Dabei kann man sich die elektronische Dämpferregelung sparen, die das Familienoberhaupt hinter dem Steuer zwischen einem Plus an Komfort und einem Hauch von straffer Dynamik wählen lässt. In dieser Liga – allemal entbehrlich und da gibt es Extras, die für einen Familiencrossover mehr Sinn machen.









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