Shell schließt Wasserstofftankstellen in Großbritannien

Shell schließt Wasserstofftankstellen in Großbritannien
Copyright:

tomeqs / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Der Energiekonzern Shell hat seine drei Wasserstofftankstellen in Großbritannien geschlossen. Offiziell, da „die Prototyp-Technologie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat“, so das Unternehmen gegenüber dem Portal Hydrogen Insight. Die drei Standorte wurden zwischen 2017 und 2019 eröffnet. In Großbritannien stehen den insgesamt gut 500 Fahrer:innen mit Brennstoffzellenautos nun nur noch elf öffentliche Wasserstofftankstellen zur Verfügung, verglichen mit mehr als 57.000 öffentlichen Ladestationen für batteriebetriebene Elektroautos.

Die drei Wasserstofftankstellen, deren Bau und jährliche Betriebskosten jeweils umgerechnet gut 2 Millionen Euro verursacht haben sollen, seien aufgrund des Mangels an wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen auf den Straßen des Landes zweifellos mit Verlust betrieben worden, so Hydrogen Insight. Die drei H2-Tankstellen wurden gemeinsam mit dem Unternehmen Motive betrieben, das sich im Besitz des britischen Elektrolyseurherstellers ITM Power befindet. Motive versorgt alle seine H2-Tankstellen mit grünem Wasserstoff.

Shell-Partner Motive schloss in diesem Jahr in Großbritannien auch eine vierte Wasserstofftankstelle – und gab eine weitere Erklärung für die Aufgabe der drei gemeinsam mit dem Energieunternehmen betriebenen Standorte. Diese hätten „nicht zufriedenstellend“ funktioniert, und der verfügbare Platz an den drei Standorten sei „zu klein, um ein Upgrade für größere Fahrzeuge und zukünftige Technologien“ durchzuführen. Laut eigener Aussage konzentriere sich Motive lieber „auf das Betanken großer Fahrzeuge“, wie etwa Brennstoffzellen-Lkw für längere Distanzen, bei denen der Einsatz von Wasserstoff ohnehin sinnvoller ist als bei Pkw.

Und auch Shell habe seine Prioritäten in Sachen Wasserstofftankstellen neu geordnet: Der Fokus liege in Großbritannien nun darauf, Möglichkeiten zu finden, um „multimodale Knotenpunkte für schwere Lkw zu errichten“.

Quelle: Hydrogen Insights – Shell has quietly closed down all its hydrogen filling stations in the UK

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

Neue Wasserstoff-Subventionsrunde geht wieder am Markt vorbei

Neue Wasserstoff-Subventionsrunde geht wieder am Markt vorbei

Daniel Krenzer  —  

Warum die erneute Förderung von Wasserstoff-Tankstellen und H2-Lkw an der Realität vorbeigeht – und weshalb Akku-Fahrzeuge effizienter und marktreifer sind.

Bund startet Förderprogramm für H2-Tankstellen und -Lkw

Bund startet Förderprogramm für H2-Tankstellen und -Lkw

Tobias Stahl  —  

Das Verkehrsministerium fördert den Bau von Wasserstofftankstellen und die Anschaffung von H2-Lkw mit 220 Millionen Euro. Die wichtigsten Details zur Förderung.

Nur noch 50 Wasserstoff-Tankstellen für Pkw in Deutschland

Nur noch 50 Wasserstoff-Tankstellen für Pkw in Deutschland

Daniel Krenzer  —  

Nicht nur die Neuzulassungen von Wasserstoffautos rutschen in den Keller. Auch das Tankstellennetz wird immer dünner.

Was grüner Wasserstoff für Namibia bedeuten könnte

Was grüner Wasserstoff für Namibia bedeuten könnte

Sebastian Henßler  —  

Namibia setzt auf grünen Wasserstoff, doch nicht nur für den Export. Pilotprojekte wie Daures zeigen, wie eng Energie, Industrie und Politik verknüpft sind.

Wasserstoff-Stromer: Neuer Hyundai Nexo startet ab 69.900 Euro

Wasserstoff-Stromer: Neuer Hyundai Nexo startet ab 69.900 Euro

Sebastian Henßler  —  

Mit dem neuen Nexo zeigt Hyundai, wie Wasserstoffmobilität heute aussehen soll. Größerer Tank, 150 kW Leistung und moderne Assistenzsysteme stehen im Fokus.

Daimler testet Wasserstoff-Reisebus H₂ Coach von Setra

Daimler testet Wasserstoff-Reisebus H₂ Coach von Setra

Michael Neißendorfer  —  

Der Technologieträger „H₂ Coach“ von Setra soll den Weg zur Zukunft von emissionsfreien Busreisen ebnen, zusätzlich zu batterieelektrischen Reisebussen.

„Ein bisschen Geduld braucht es“: Chalmers-Experte sieht keine technischen Hürden mehr für E-Lkw

„Ein bisschen Geduld braucht es“: Chalmers-Experte sieht keine technischen Hürden mehr für E-Lkw

Tobias Stahl  —  

Der schwedische Elektromobilitäts-Experte Anders Grauers ist sich sicher: Für E-Lkw existieren keine technischen Hürden mehr – dafür aber wirtschaftliche.