Scania übernimmt Teile von Northvolt

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Michael Neißendorfer
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Der Lkw- und Nutzfahrzeughersteller Scania übernimmt die Industriesparte von Northvolt Systems. Diese umfasst Produktionskapazitäten, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie ein Team von rund 260 Mitarbeitern an zwei Standorten: einer gemieteten Produktionsstätte in Danzig, Polen, und einem Forschungs- und Entwicklungszentrum in Tomteboda, Stockholm, Schweden, so Scania in einer aktuellen Mitteilung. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Nach der Übernahme werde der Betrieb von Northvolt Systems Industrial wie gewohnt fortgeführt.

Die Industriesparte von Northvolt Systems entwickelt und fertigt Batteriesysteme für die Schwerindustrie und den Off-Highway-Markt. Das Portfolio umfasst Batteriemodule und -systeme für den Materialtransport, Baumaschinen und Bergbau. Die aktuelle Kapazität des Werkes liegt bei fünf Gigawattstunden, perspektivisch können es Northvolt zufolge bis zu zwölf Gigawattstunden werden. Für den Lkw-Hersteller ist es das zweite Werk, in dem aus Zellen größere Batteriepakete montiert werden. Im Herbst 2023 hatte Scania im schwedischen Södertälje sein erstes Werk eröffnet.

„Die Northvolt Systems Industrial Division bringt wertvolles Know-how in Batterietechnologie und -montage mit. Ihre Fähigkeiten stärken unseren modularen Ansatz und unterstützen die Entwicklung kompletter elektrifizierter Lösungen für Offroad-Anwendungen. Ich freue mich, das Team bei Scania willkommen zu heißen“, sagt Sara Hermansson, Leiterin von Scania Power Solutions.

Die übernommene Sparte des insolventen Batteriekonzerns Northvolt wird Partner der Scania-Geschäftseinheit Power Solutions und als eigenständiges Unternehmen innerhalb von Scania Ventures and New Business agieren. Dies entspricht der Strategie von Scania, ergänzende und transformative Geschäftsbereiche zu entwickeln, die die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des VW-Tochterunternehmens stärken sollen.

„Northvolt Systems Industrial entwickelt seit 2017 fortschrittliche Batteriesysteme für Maschinen in anspruchsvollen Umgebungen wie Bauwesen, Bergbau und Materialtransport. Unsere Flaggschiff-Lösung Voltpack Core unterstreicht unsere Fähigkeit, die Herausforderungen der Industrie zu meistern. Der Zusammenschluss mit Scania markiert das nächste Kapitel unserer Reise. Diese Übernahme vereint zwei starke Unternehmen in den Bereichen Elektrifizierung und Antriebsinnovation. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam unsere Kompetenzen stärken und unseren Kunden einen noch größeren Mehrwert bieten werden“, wird Elin Åkerström, Vice President Northvolt Systems Industrial, in der Mitteilung zitiert.

Der Scania-Mutterkonzern Volkswagen ist größter Anteilseigner bei Northvolt. Der Batteriehersteller musste im März in Schweden nach längerem Schlingerkurs Insolvenz anmelden. Weiter offen ist die Zukunft der im Bau befindlichen Northvolt-Fabrik in Schleswig-Holstein, die nicht Teil des Abschlusses mit Scania ist. Die deutsche Projektgesellschaft soll früheren Angaben zufolge nicht direkt von der Insolvenz betroffen sein.

Quelle: Scania – Pressemitteilung vom 11.04.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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