Im europäischen Automarkt rückt ein Segment zunehmend in den Fokus der Hersteller: kompakte elektrische SUVs, die Alltagstauglichkeit, überschaubare Abmessungen und einen vergleichsweise niedrigen Einstiegspreis verbinden. In genau diesem Umfeld positioniert sich der neu vorgestellte Kia EV2, mit dem Kia sein Elektroportfolio nach unten erweitert und zugleich strategisch auf den Massenmarkt zielt. Das Modell markiert den Einstieg der Marke in das elektrische B-SUV-Segment und soll eine breitere Käuferschicht ansprechen, für die größere E-Autos bislang kaum infrage kamen.
Der EV2 von Kia ist rund vier Meter lang und damit klar für urbane und stadtnahe Nutzung ausgelegt. Gleichzeitig verfolgt der Hersteller das Ziel, das Auto nicht als reines Zweitauto zu positionieren, sondern als vollwertige Option für europäische Haushalte. Diese Ambition spiegelt sich sowohl in der technischen Auslegung als auch im Raumkonzept wider. Kia reagiert damit auf eine Marktentwicklung, in der kleinere elektrische Modelle zunehmend gefragt sind, während hohe Preise und große Karosserien immer mehr Interessenten abschrecken.

Technisch setzt der EV2 auf zwei Batterievarianten. Eine Ausführung mit 42,2 Kilowattstunden richtet sich an Nutzer:innen mit kürzeren Alltagsstrecken, während die größere Batterie mit 61 Kilowattstunden mehr Flexibilität auch für längere Fahrten mit sich bringt. Die erwarteten Reichweiten liegen bei bis zu 317 beziehungsweise 448 Kilometern nach WLTP, vorbehaltlich der finalen Homologation. Beide Varianten nutzen eine 400-Volt-Architektur und sind für schnelles Laden ausgelegt. Der Gleichstrom-Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent soll je nach Version knapp unter oder um die 30 Minuten dauern.

Neben dem Schnellladen hebt Kia die Bedeutung des Wechselstromladens hervor. Erstmals bietet der Hersteller bei einem neuen Modell zum Marktstart sowohl 11 als auch 22 kW AC‑Ladeleistung an. Diese Entscheidung trägt der europäischen Infrastruktur Rechnung, in der das Laden über Nacht oder während längerer Standzeiten eine zentrale Rolle spielt. Damit adressiert der EV2 nicht nur öffentliche Ladepunkte, sondern auch private Wallboxen und halböffentliche Lösungen.
Innenraumkonzept setzt auf Flexibilität und Nutzwert
Beim Innenraum verfolgt das Auto einen Ansatz, der auf maximale Nutzbarkeit bei begrenzten Außenmaßen abzielt. Der Radstand von 2565 Millimetern bildet die Grundlage für flexible Sitzkonzepte. Käufer:innen können zwischen einer klassischen Fünfsitz-Konfiguration und einer Variante mit vier Einzelsitzen wählen, bei der die hinteren Plätze verschieb- und neigbar sind. Je nach Sitzstellung wächst das Kofferraumvolumen auf bis zu 403 Liter. Ergänzt wird dieser Stauraum durch einen 15 Liter großen Frunk unter der vorderen Haube.


Gestalterisch greift der EV2 Elemente auf, die bereits bei größeren Elektromodellen der Marke eingeführt wurden. Vertikale Tagfahrlichter, eine klar gezeichnete Schulterlinie und betonte Radhäuser sollen dem kompakten SUV eine eigenständige Präsenz verleihen. Die Felgen reichen je nach Ausstattung von 16 bis 19 Zoll, während verschiedene Lackierungen inklusive matter Varianten angeboten werden. Mit der GT-Line steht zudem eine optisch stärker akzentuierte Version zur Verfügung, die schwarze Hochglanzdetails und einen sportlicher wirkenden Auftritt kombiniert.
Im Cockpit setzt Kia auf ein digitales Bedienkonzept mit drei Bildschirmen. Zum Einsatz kommen ein 12,3-Zoll-Display für die Instrumente, ein separater Bildschirm für die Klimasteuerung sowie ein zentraler Touchscreen gleicher Größe. Ergänzend führt der EV2 eine abgespeckte Infotainment-Variante ein, die zwar auf denselben Grundfunktionen basiert, jedoch zu einem niedrigeren Preis angeboten werden soll. Beide Systeme unterstützen drahtlose Aktualisierungen und digitale Zusatzfunktionen, wobei der Funktionsumfang je nach Version variiert.



Auch bei Assistenzsystemen orientiert sich der EV2 an höheren Klassen. Zum Angebot zählen unter anderem adaptive Temporegelung, Spurführungsfunktionen, verschiedene Kollisionsvermeidungssysteme sowie Kameralösungen für Rundumsicht. Eine Besonderheit stellt die Möglichkeit dar, das Auto per Schlüssel von außen ein- und auszuparken. Solche Funktionen waren bislang vor allem in größeren und teureren Modellen zu finden und sollen nun in ein Einstiegssegment übertragen werden.
Produktion in Europa mit gestaffeltem Marktstart
Kia verknüpft den Marktstart des EV2 zudem mit einer klaren Produktionsstrategie. Gefertigt wird das Auto im slowakischen Žilina, wo bereits ein weiteres Elektromodell des Herstellers vom Band läuft. Die lokale Produktion verkürzt Transportwege, bindet europäische Zulieferketten ein und soll die Anpassung an regionale Anforderungen erleichtern. Der Produktionsbeginn ist gestaffelt geplant: Zunächst startet die Variante mit kleiner Batterie, gefolgt von der größeren Ausführung und der GT-Line.
Quelle: Kia – Pressemitteilung per Mail








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