Tesla baut sein Werk in Grünheide bei Berlin deutlich aus. Der US-Elektroautobauer kündigte am Dienstag an, rund 213 Millionen Euro in den Aufbau einer Batteriezellfertigung zu investieren – und damit die Grundlage für eine jährliche Produktionskapazität von 18 Gigawattstunden zu schaffen. Mehr als 1500 neue Stellen sollen im Zuge dessen entstehen, 350 davon noch in diesem Jahr. Damit wächst die Belegschaft in der Batteriefertigung von derzeit 450 auf rund 2.000 Mitarbeitende.
Die Ankündigung baut auf einem Schritt auf, den Tesla bereits Ende 2024 gemacht hatte: Damals hatte das Unternehmen kommuniziert, ab 2027 Batteriezellen in Brandenburg herstellen zu wollen – zunächst mit einer Kapazität von acht Gigawattstunden jährlich. Mit der nun angekündigten Investition soll diese Kapazität mehr als verdoppelt werden. Bislang werden in Grünheide nur Batterie-Komponenten gefertigt; die Zellen selbst kommen aus den USA.
Von der Zelle bis zum fertigen Auto – alles unter einem Dach
Ab voraussichtlich 2027 soll in Grünheide die gesamte Wertschöpfungskette an einem Standort abgebildet werden – von der Batteriezelle bis zum fertigen E-Auto. „Das ist einzigartig in Europa“, erklärte Tesla. Werksleiter Andre Thierig sprach von „guten Nachrichten in herausfordernden Zeiten für die deutsche Industrie“. Die vollständige vertikale Integration soll die Resilienz der Lieferketten stärken – ein Argument, das angesichts der anhaltenden Abhängigkeit Europas von asiatischen Batteriezellherstellern an Gewicht gewinnt.
Parallel dazu will Tesla die Fahrzeugproduktion am Standort hochfahren. Bereits vor rund zwei Wochen hatte das Unternehmen angekündigt, die Produktion ab dem Sommer um 20 Prozent auf 6000 Autos pro Woche zu steigern. Dafür sollen 1000 zusätzliche Mitarbeitende in der Fahrzeugfertigung eingestellt werden. Zusammen mit dem Personalbedarf in der Zellfertigung könnten in Grünheide insgesamt rund 2500 neue Stellen entstehen. Rund 500 Leiharbeitnehmer:innen sollen zudem im Laufe des Jahres in feste Arbeitsverhältnisse übernommen werden.
Die aktuelle Belegschaft liegt nach Unternehmensangaben bei 10.700 Beschäftigten – ein Rückgang gegenüber dem Höchststand von rund 12.400 vor gut zwei Jahren. Die Produkt- und Zulassungszahlen waren zuletzt gesunken; Tesla sieht nun eine Trendwende.
Brandenburgs Wirtschaftsministerin sieht starkes Signal
Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) wertet die Ankündigung als industriepolitisches Signal. „Deutschland ist weiterhin in der Lage, große industrielle Investitionen anzuziehen“, sagte Klement. Die Batterietechnologie werde für industrielle Wertschöpfung und moderne Mobilität in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen.
Gemessen an den ursprünglichen Ambitionen bleibt der Standort allerdings hinter den eigenen Zielen zurück. Tesla eröffnete die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor rund vier Jahren und peilt in einer ersten Ausbaustufe 500.000 Fahrzeuge jährlich an – später sollte die Kapazität auf eine Million verdoppelt werden. Mit 6000 produzierten Autos pro Woche käme das Werk rechnerisch auf rund 300.000 im Jahr.
Quelle: Tagesschau – Tesla investiert weitere 250 Millionen US-Dollar in Brandenburg / Stern.de – Tesla will Millionen in Batterien stecken – 1.500 neue Jobs / Andre Thierig – LinkedIn









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