Renault belebt R4-Cabrio-Tradition mit Elektroantrieb

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 4 min

Mit dem Renault 4 E-Tech elektrisch Plein Sud bringt Renault eine Softtop-Variante seines bereits etablierten Elektro-Kompakt-SUV auf den Markt. Die neue Version greift die Cabriolet-Tradition des klassischen R4 auf und überträgt sie in die Gegenwart: offen fahren, elektrisch angetrieben, alltagstauglich. Renault selbst verweist auf die legendären Cabriolet-Versionen des ursprünglichen R4, den Plein Air ohne Dach und Türen sowie den Sixties mit Schiebedach. Der Plein Sud knüpft an diese Linie an, ohne die Praktikabilität des modernen Elektro-SUV aufzugeben.

Das Dach ist das zentrale Element. Die Öffnung misst 92 Zentimeter in der Länge und 80 Zentimeter in der Breite und gilt nach Herstellerangaben als die größte im A- und B-Segment. Dadurch kommen auch die Passagier:innen der zweiten Reihe in den Genuss eines echten Open-Air-Erlebnisses. Geöffnet und geschlossen wird das Verdeck elektrisch, per Knopfdruck an der Dachkonsole oder per Sprachbefehl über den integrierten Assistenten Reno. Der Vorgang dauert rund zehn Sekunden und ist auch während der Fahrt bei bis zu 90 km/h möglich. Ein automatischer Windabweiser sorgt dafür, dass auch bei höheren Geschwindigkeiten ein akzeptables Windgeräuschniveau erhalten bleibt.

Entwickelt wurde das Softtop in Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Webasto. Für die Langlebigkeit des Systems wurden laut Renault umfangreiche Tests unter verschiedenen Witterungsbedingungen durchgeführt. Die Schienen des Mechanismus sind bei geschlossenem Dach verborgen und sollen auch Einbruchsversuchen standhalten: Selbst bei einem Durchtrennen des Stoffes verhindern verstärkende Lamellen im Abstand von 20 Zentimetern den Zugang zum Innenraum. Beim Überschlag lösen zusätzlich die Seitenairbags aus, die Karosseriestruktur wurde für diesen Fall entsprechend verstärkt.

Renault 4 E-Tech Plein Sud: Kaum Zusatzgewicht, kaum Reichweitenverlust

Der Plein Sud wiegt bei gleicher Ausstattung nur 19 Kilogramm mehr als die Hardtop-Version. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch Verstärkungen im oberen Karosseriebereich sowie durch den Dachmechanismus selbst. Um das Mehrgewicht gering zu halten, verwendeten die Ingenieur:innen Polymer statt Metall für die strukturellen Dachkomponenten und reduzierten die Zahl der Falten im Mechanismus von vier auf drei. Der CdA-Wert für die Stirnfläche steigt leicht an, von 0,762 auf 0,778. Die Reichweite sinkt nach WLTP-Messung lediglich um sieben Kilometer: In der Ausstattungslinie Techno kommt der Plein Sud auf 392 Kilometer.

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Angetrieben wird er von einem 110 kW starken Elektromotor in Kombination mit einer 52-kWh-Batterie. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in 8,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 150 km/h begrenzt. Beim Laden stehen ein 11-kW-Wechselstromlader und ein 100-kW-Gleichstromlader zur Verfügung. An einer Schnellladestation füllt sich die Batterie von 15 auf 80 Prozent in rund 30 Minuten. Bei niedrigen Temperaturen soll ein neu integrierter Wasser-Wasser-Wärmetauscher die Ladezeiten spürbar verkürzen. Zudem ist das Modell V2L-fähig: Über einen optionalen Adapter lassen sich externe 220-Volt-Geräte aus der Fahrzeugbatterie versorgen.

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Alltagstauglich trotz offenem Dach

Der Kofferraum fasst unverändert 420 Liter, die Anhängelast liegt bei 750 Kilogramm. Die Ladekante befindet sich in 61 Zentimetern Höhe, was nach Renaults Angaben rund zehn Zentimeter niedriger ist als beim Klassendurchschnitt. Die Rücksitzbank und der Beifahrersitz lassen sich flach umlegen, womit eine Ladelänge von 2,20 Metern entsteht. Die Staufächer im Innenraum summieren sich auf 23,3 Liter, davon 9,2 Liter allein in der zweiten Reihe. Die Abmessungen bleiben gegenüber der Hardtop-Version unverändert: 4,14 Meter Länge, 2,62 Meter Radstand. Lediglich die Kopffreiheit ändert sich leicht, vorne steigt sie auf 906 Millimeter, hinten sinkt sie auf 813 Millimeter.

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Zur akustischen Dämmung trägt unter anderem ein als „Smart Cocoon“ bezeichnetes Dämmmaterial bei, das die Batterie vom Fahrgastraum trennt. Die Motoraufhängung verfügt über ein duales Filtersystem, das akustische Schwingungen um bis zu zehn Dezibel reduziert. Bei geschlossenem Dach liegt der Unterschied bei den Windgeräuschen im Vergleich zur Hardtop-Version laut Renault bei lediglich vier Prozent, gemessen bei 130 km/h. Für die Fahrwerksabstimmung setzt Renault auf die RGEV-Small-Plattform mit Mehrlenker-Hinterachse, die auch in der offenen Version erhalten bleibt.

Assistenz, Konnektivität und neue Fahrmodi

An Bord ist das Multimediasystem OpenR link mit Google-Diensten, darunter Maps und der Sprachassistent Google Assistant, der künftig durch Google Gemini ersetzt werden soll. Das System erlaubt den Zugang zu mehr als 100 Apps aus dem Google Play Store. Für die ersten drei Jahre sind monatlich zwei Gigabyte mobile Daten kostenlos enthalten. Plug & Charge ist ebenfalls serienmäßig.

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Das Fahrassistenzpaket umfasst bis zu 28 Systeme, darunter eine Fahrerüberwachung per Innenraumkamera, einen Nothalteassistenten sowie einen vorausschauenden Eco Driving Assist, der auf Basis von Kartendaten auf Kurven und Kreisverkehre hinweist. Das One-Pedal-Fahren gehört bei beiden Ausstattungslinien zum Serienumfang. Optional ist die erweiterte Traktionskontrolle Extended Grip mit den neuen Fahrmodi Schnee und All-Terrain erhältlich, die das Motordrehmoment je nach Untergrund und Bodenhaftung elektronisch anpassen.

Quelle: Renault – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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