BYD soll Interesse an einer Beteiligung bei Renault haben, wie die französische Finanzzeitung Les Echos berichtet hat. Bereits zwei Mal soll der chinesische Konzern innerhalb der vergangenen beiden Jahre Kontakt zu den Franzosen aufgenommen haben, jedoch sei es nicht zu einer Einigung gekommen.
Der chinesische Autokonzern treibt sein Expansionsvorhaben in Europa bereits seit längerem stark voran. Neben den bestehenden Werken in der Türkei und in Ungarn erklärte Vizepräsidentin Stella Li erst kürzlich, man suche aktiv nach weiteren Produktionsstandorten in Europa und verhandle bereits mit anderen Autoherstellern über die Übernahme ungenutzter Fabriken. Während Stella Li offen Interesse an der Marke Maserati bekundete, tauchte der Name Renault in Verbindung mit BYD bislang nicht auf.
Gespräche in 2024 aufgenommen
Wie Les Echos berichtet, sollen die Chinesen bei dem französischen Automobilhersteller gleich zweimal abgeblitzt sein. Erstmals soll es vor etwa zwei Jahren zu einer Kontaktaufnahme gekommen sein. Damals befand sich Renault bereits in Verhandlungen mit dem chinesischen Geely-Konzern über die gemeinsame Nutzung eines Werks in Südkorea und in Brasilien. Laut dem Bericht schloss Renault eine ähnliche Vereinbarung für sein Kerngebiet, den europäischen Markt, jedoch aus.
BYD soll den Franzosen im Laufe der Besprechungen vorgeschlagen haben, Anteilseigner bei Renault zu werden. Konkrete Details zu den vorgeschlagenen Modalitäten sind laut Les Echos nicht bekannt. Renault habe sich schließlich entschieden, die Gespräche einzustellen.
Erneute Anfrage zu Anteilsübernahme
Im Herbst 2025 soll es zu einem zweiten Anlauf gekommen sein. Stella Li soll dabei erneut vorgeschlagen haben, BYD solle Anteilseigner von Renault werden. Für den kleinen Renault-Konzern, der zunehmend auf Allianzen und Partnerschaften setzt, hätte eine derartige Einigung Vorteile wie den Zugang zur BYD-Technologie für Elektroautos und Plug-in-Hybride sowie zu den Batteriekapazitäten des chinesischen Konzerns gebracht. Letzterer wiederum hätte den Zugang zu den europäischen Renault-Werken erhalten.
Dem französischen Unternehmen soll der BYD-Vorschlag jedoch zu weit gegangen sein. „Es bestand der Wille, die Kontrolle zu übernehmen“, erklärte ein Insider. Diesen Vorschlag bezeichnet Les Echos im Bericht als „wohl unvorstellbar“, sowohl für die Renault-Leitung als auch für den französischen Staat, der 15 Prozent des Kapitals sowie 30 Prozent der Stimmrechte bei Renault hält. Weder Renault noch BYD wollten eine Anfrage von Les Echos beantworten.
Weder Renault noch BYD wollten eine Anfrage von Les Echos beantworten. Renault-Chef François Provost hatte sich kürzlich jedoch skeptisch zu der Entwicklung geäußert, dass immer mehr europäische Hersteller in ihren europäischen Fabriken Kapazitäten für chinesische Hersteller zur Verfügung stellen, wie EAN-Chef Sebastian Henßler berichtet hat. Provost ergänzte, dass Renault in seinen Werken über keine Überkapazitäten verfüge.
Quelle: Les Echos – EXCLUSIF – Renault : ces deux fois où le chinois BYD a voulu rentrer au capital du constructeur automobile français







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