Porsche pilotiert Recyclingprozesse für Hochvoltbatterien

Porsche pilotiert Recyclingprozesse für Hochvoltbatterien
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NRW.BANK / Lokomotiv via Porsche

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Mit einem Pilotprojekt möchte Porsche wertvolle Rohstoffe aus Hochvoltbatterien von Elektroautos nach ihrer Nutzung im Fahrzeug zurückgewinnen und einen möglichst geschlossenen Rohstoffkreislauf erproben. Damit möchte sich der Sportwagenhersteller unter anderem der wachsenden Bedeutung von recycelten Batterierohstoffen annehmen und so einen verantwortungsvollen Umgang mit Hochvoltbatterien fördern. Perspektivisch soll gemeinsam mit externen Partnern ein Recyclingnetzwerk für ausgediente E-Auto-Akkus etabliert werden.

„Mit Hilfe von innovativen Recyclingverfahren wollen wir unsere Unabhängigkeit von volatilen und geopolitisch instabilen Rohstoffmärkten steigern“, sagt Barbara Frenkel, Vorständin für Beschaffung bei Porsche. „Kreislaufwirtschaft ist ein fester Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie und mit diesem Pilotprojekt wollen wir unsere Ambitionen unterstreichen.“ Um einen möglichst seriennahen Prozess erproben zu können, ist das Pilotprojekt in drei Phasen untergliedert.

In der ersten Projektphase werden Hochvoltbatterien aus Entwicklungsfahrzeugen nach Ende ihrer Nutzungsdauer mechanisch zerkleinert und zu sogenannter Schwarzmasse verarbeitet. Das entstandene Granulatgemisch enthält wertvolle Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Mangan und Lithium. Auf diese Weise konnten bereits rund 65 Tonnen Schwarzmasse produziert werden. Anschließend soll die Masse weiter veredelt und in die essenziellen Rohstoffe für die Hochvoltbatterieproduktion separiert werden. Um hochwertige Batterien für Elektroautos herzustellen zu können, ist die Qualität und Reinheit der recycelten Materialien besonders wichtig.

In der dritten Pilotphase sollen Hochvoltbatteriezellen mit einem definierten Anteil an recycelten Materialien hergestellt und ihre potenzielle Verwendung in E-Autos von Porsche getestet werden. Das Pilotprojekt soll das ganzheitliche Verständnis von Kreislaufwirtschaft des Autoherstellers zeigen: Wertvolle Rohstoffe ausgedienter Hochvoltbatterien werden zurückgewonnen, aufbereitet und in neuen Produkten wiederverwendet. Dadurch lässt sich der Lebenszyklus ausgewählter Ressourcen verlängern und die Umweltbelastung der Batterieproduktion weiter verringern.

Mit diesem Ansatz strebt Porsche eine tragende Rolle in der Entwicklung geschlossener Batterierohstoffkreisläufe an und bekräftigt die eigenen Ambitionen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Das Engagement soll zudem aufzeigen, wie sich Porsche auf anstehende regulatorische Veränderungen einstellt – beispielsweise auf die voraussichtlich ab 2031 geltenden Rezyklatvorgaben für Batterien in der Europäischen Union. Durch den frühzeitigen Einsatz recycelter Materialien will Porsche einen aktiven Beitrag leisten und gleichzeitig die Umweltauswirkungen weiter reduzieren.

Quelle: Porsche – Pressemitteilung vom 27.03.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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