Donut Lab legt nach: Neue Daten sollen Zweifel zerstreuen

Donut Lab legt nach: Neue Daten sollen Zweifel zerstreuen
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Donut Lab

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Die Debatte um die Feststoffbatterie des finnischen Startups Donut Lab geht in die nächste Runde. Nachdem zuletzt unabhängige Tests zur angeblich extrem schnellen Ladefähigkeit der Zelle veröffentlicht wurden, legt das Unternehmen nun weitere Messdaten nach. Diesmal steht eine zentrale Frage im Fokus, die Kritiker in den vergangenen Wochen immer wieder aufgeworfen hatten: Kann die Batterie ihre Ladung über längere Zeit stabil halten – oder handelt es sich am Ende eher um eine Art Superkondensator mit sehr schneller Selbstentladung?

Wie das Portal Electrive berichtet, hat Donut Lab nun neue Ergebnisse veröffentlicht, die erneut vom finnischen Forschungsinstitut VTT Technical Research Centre of Finland erhoben wurden. Während frühere Tests vor allem die außergewöhnlich hohe Ladeleistung der Zelle untersuchten, konzentriert sich die aktuelle Analyse auf die sogenannte Ladungserhaltung – also darauf, wie viel Energie eine geladene Batterie nach längerer Standzeit tatsächlich noch speichern kann.

Im Test wurde eine Batteriezelle zunächst auf etwa 50 Prozent Ladezustand gebracht. Anschließend blieb sie über einen Zeitraum von 240 Stunden, also rund zehn Tagen, ungenutzt liegen. Während dieser Zeit wurde kontinuierlich die Zellspannung überwacht, um Veränderungen in der gespeicherten Energie zu erfassen. Nach Ablauf des Testzeitraums wurde die Zelle erneut entladen und die verbleibende Kapazität gemessen.

Nach zehn Tagen wenig Energieverlust

Das Ergebnis fällt dem Start-up zufolge positiv aus: Nach den zehn Tagen waren laut den veröffentlichten Messdaten noch rund 97,7 Prozent der ursprünglich gespeicherten Energie vorhanden. Der Verlust lag damit bei lediglich etwa 2,3 Prozent. Der Spannungsverlauf zeigte zudem ein typisches Verhalten moderner Batteriezellen. Direkt nach dem Ladevorgang sank die Spannung zunächst leicht ab, stabilisierte sich anschließend jedoch und blieb über den restlichen Zeitraum weitgehend konstant.

Genau dieser Punkt ist für Donut Lab strategisch besonders wichtig. Seit der spektakulären Vorstellung der Batterie auf der CES Anfang des Jahres kursiert in der Branche eine hartnäckige Theorie: Die angebliche Feststoffbatterie könnte in Wahrheit ein Superkondensator sein. Solche Bauteile lassen sich zwar extrem schnell laden, verlieren ihre Energie jedoch vergleichsweise schnell wieder. Für Anwendungen wie Elektroautos wären sie deshalb nur eingeschränkt geeignet.

Mit dem neuen Test versucht das Start-up nun genau diese Kritik zu entkräften. Das gemessene Verhalten entspreche klar dem einer Batterie und nicht dem eines Kondensators, argumentiert Donut Lab. Die vergleichsweise geringe Selbstentladung über zehn Tage sei ein Hinweis darauf, dass die Zelle Energie stabil speichern könne.

Salamitaktik wird beibehalten

Allerdings dürfte auch dieser Test die Diskussion um den sogenannten Wunder-Akku nicht beenden. Denn die neuen Daten bestätigen lediglich einen weiteren Teilaspekt der Technologie. Andere zentrale Fragen bleiben weiterhin offen. Dazu gehören vor allem die tatsächlich erreichbare Energiedichte der Zellen, die versprochene extrem hohe Zyklenfestigkeit von bis zu 100.000 Ladezyklen sowie die Skalierbarkeit der Technologie für komplette Fahrzeugbatterien.

Gerade dieser letzte Punkt entscheidet letztlich darüber, ob aus einer vielversprechenden Laborzelle tatsächlich eine revolutionäre Batterietechnologie werden kann. Viele Innovationen funktionieren im kleinen Maßstab hervorragend, scheitern jedoch daran, sich wirtschaftlich und technisch auf große Batteriepacks übertragen zu lassen. Zudem wirkt die Salamitaktik namens „I Donut Believe“ des finnischen Start-Ups ein wenig so, als würde man selbst noch nicht allen Details trauen. Donut Lab veröffentlicht seine Daten nicht auf einmal, sondern schrittweise über mehrere unabhängige Tests. Zunächst ging es um die extrem hohe Ladeleistung der Zelle, anschließend um das Verhalten bei verschiedenen Ladebedingungen und nun um die Stabilität der gespeicherten Energie über längere Zeiträume.

Mit jedem neuen Datensatz versucht das Start-up offensichtlich, ein weiteres Puzzleteil zur Glaubwürdigkeit seiner Technologie zu liefern. Ob daraus tatsächlich eine der größten Batterierevolutionen der vergangenen Jahrzehnte entsteht oder lediglich ein weiterer ambitionierter Ansatz aus der langen Geschichte der Feststoffbatterie-Versprechen, wird sich jedoch erst zeigen, wenn die Technologie nicht mehr nur im Labor, sondern auch in Elektroautos auf der Straße funktioniert.

Quelle: Electrive – Donut Lab veröffentlicht Daten zur Ladungserhaltung; Donut Lab – I Donut Believe

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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