Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite

Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite
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Chery (Symbolbild)

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der chinesische Autohersteller Chery treibt die Entwicklung von Festkörperbatterien weiter voran und hat bei seiner „Battery Night“ ambitionierte Ziele vorgestellt. Im Mittelpunkt steht die neue „Rhino“-Batteriefamilie, die sowohl semi-feste als auch vollständig feste Batteriezellen umfasst. Darüber berichteten die Fachportale CnEVpost und Car News China.

Demnach vermeldet Chery einen Durchbruch bei der Energiedichte: Erste Festkörperzellen erreichen bereits 400 Wh/kg, perspektivisch sollen sogar 600 Wh/kg möglich sein. Damit wären Reichweiten von mehr als 1500 Kilometern nach chinesischem Testzyklus denkbar – ein Wert, der die aktuelle Generation von Lithium-Ionen-Batterien deutlich übertrifft. Allerdings ist der chinesische Zyklus etwas großzügiger als der bei uns übliche WLTP-Zyklus, bei dem dann aber immer noch etwa 1200 bis 1300 Kilometer übrig bleiben sollten.

Bereits innerhalb der nächsten zwölf Monate plant Chery, die ersten vollwertigen Festkörperakkus in einem Elektroauto zu testen. Als Testträger ist der Exeed ES8 vorgesehen. Parallel verfolgt der Hersteller eine zweigleisige Strategie: Während Festkörperbatterien noch entwickelt werden, sollen sogenannte halbfeste Batterien früher in Serie gehen – etwa im Exeed EX7 noch in diesem Jahr.

Trotz aller Fortschritte bleibt der Weg zur Großserie ein weiter. Branchenexperten gehen davon aus, dass eine breite Markteinführung von Festkörperbatterien noch mindestens drei bis fünf Jahre auf sich warten lassen dürfte.

In acht Minuten 500 Kilometer nachladen

Interessant ist auch ein weiterer Ansatz aus der Rhino-Familie: Eine flüssige Hochleistungsbatterie soll binnen acht Minuten rund 500 Kilometer Reichweite nachladen können – ein Hinweis darauf, dass Chery nicht nur auf Reichweite, sondern auch auf Ladegeschwindigkeit setzt. Für das Vorankommen auf Langstrecken sind bekanntlich beide Faktoren relevant – wobei mehr als 1000 Kilometer Reichweite am Stück von eigentlich niemandem benötigt werden sollten, ohne dass es mal kurze Pausen gibt.

Chery positioniert sich mit diesen Ankündigungen klar im globalen Wettbewerb um die nächste Batteriegeneration. Die genannten Werte zeigen das enorme Potenzial von Festkörpertechnologie – gleichzeitig aber auch die typische Diskrepanz zwischen Laborerfolg und Serienreife. Kurzfristig dürften daher eher Zwischenlösungen wie halbfeste Batterien den Markt prägen, während echte Festkörperakkus erst gegen Ende des Jahrzehnts eine relevante Rolle spielen könnten.

Dies bestätigt das bekannte Muster der Branche – hohe Energiedichten und Reichweiten werden früh kommuniziert, während Skalierung, Kosten und Haltbarkeit die eigentlichen Herausforderungen bleiben. Das beste Beispiel dafür ist der „Wunder-Akku“ von Donut Lab, an dessen Leistungsstärke zahlreiche Experten zweifeln, weshalb sich der finnische Hersteller gezwungen sieht, scheibchenweise Details mit Daten zu belegen. Entscheidend wird am Ende nicht sein, wer die höchsten theoretischen Werte erreicht, sondern wer Festkörperbatterien zuverlässig, bezahlbar und in großen Stückzahlen auf die Straße bringt. Bis dahin dürften Zwischenlösungen und optimierte Lithium-Ionen-Technologien weiterhin den Takt vorgeben.

Quelle: Car News China – Chery’s 400Wh/kg batteries set for Exeed ES8 vehicle testing within a year; CnEVpost – Chery targets 1,500 km range with new solid-state battery, Exeed ES8 to test next year

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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