Pebble Beach 2026: Diese Debüts sorgen für Gesprächsstoff

Pebble Beach 2026: Diese Debüts sorgen für Gesprächsstoff
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BMW

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
  —  Lesedauer 5 min

Die Monterey Car Week ist bekannt für ihre Supercars, Hyperboliden und exklusive Kleinserien. Mehr Leistung, maximale Exklusivität und elitäre Autosammler auf so kleinem Raum gibt es nirgendwo anders in der Autowelt. Egal ob Lamborghini, BMW-Alpina, Porsche, Aston Martin, Gunther Werks oder Bentley – hier wollen alle strahlen. Wer etwas auf sich hält, posiert bei The Quail – a Motorsports Gathering, das keine Grenzen kennt und zunehmend elektrisch wird.

Lamborghini lässt es seit Jahren auf der Monterey Car Week krachen. Obligatorisch wird auf der exklusivsten Quail-Veranstaltung imageträchtig getrommelt und in einem siebenminütigen Slot das neueste Supercar enthüllt. In diesem Jahr heißt der Hauptdarsteller auf der weißen Bühne Revuelto SV – ein brüllender Zwölfzylinder, der Schützenhilfe von drei Elektromotoren bekommt. Der Lamborghini Revuelto Super Veloce bietet ein gewohnt spektakuläres Design und kaum weniger beeindruckende 783 kW / 1065 PS, mit denen das Hypercar auch dank 1425 Nm Drehmoment aus dem Stand in 2,4 Sekunden die 100-km/h-Marke durchbricht. 345 km/h Spitze und mit dem Ad-Personam-Programm gibt es für Individualisierungswünsche kaum irdische Grenzen. Mit über 580.000 Euro keines der besonders teuren Modelle in Pebble Beach.

Nur ein paar Meter weiter wird das Tuch von einem Aston Martin gezogen. Der ist neu und trägt einen überraschenden Namen: Valen. Auf der bekannten V12-Plattform der Briten unterwegs ist er mit 850 PS und 1000 Nm Drehmoment der stärkste Frontmotor-Sportwagen der 113jährigen Unternehmensgeschichte – streng limitiert auf 150 Fahrzeuge. Das Design ist scharf – die Technik geliebt – und dabei typisch Aston Martin mit langer Haube für den 5,2-Liter-V12 und prächtigen Proportionen. Mit 345 km/h ist der Traumwagen genauso schnell wie der Revuelto SV – purer Wahnsinn für lebensmüde Raser auf der linken Autobahnspur, denn kaum eine Rennstrecke ermöglicht solche Tempi. Der Preis ist ebenfalls Wahnsinn: 1,8 Millionen Euro.

Deutsche Marken zeigen ihre stärksten Seiten

BMW Alpina hat in den USA mit seinem Concept Coupé seinen ersten großen Aufschlag. Seine Weltpremiere feierte der edle Zweitürer in diesem Frühjahr bereits beim Concorso d’Eleganza am Comer See. Noch mehr potenzielle Kunden dürften sich jedoch im Sonnenstaat Kalifornien finden, wo nicht nur BMW M, sondern auch die neue Submarke BMW Alpina potenziell die meisten Anhänger finden wird. Bleibt die Frage, ob das Coupé die Alpina-Fans nur träumen lässt oder neben hybriden Alpina-Versionen von 7er und X7 eine Zukunft hat?

Audi war seit vielen Jahren nicht mehr auf der Monterey Car Week und zeigt hier potenziellen Kunden mit dem Nuvolari den streng limitierten Nachfolger seines R8. Technisch eng mit dem Lamborghini Temerario verwandt, bietet der Powerhybrid für 499 Kunden die Möglichkeit für einen imposanten Auftritt mit 1000 PS. Für 590.000 Euro kommt der Mittelmotorsportler bereits Ende des Jahres auf den Markt und wird ab Anfang 2027 ausgeliefert; ebenso wie mancher Konkurrent nicht als Elektroversion, sondern als leistungsstarker Powerhybrid mit 736 kW / 1001 PS. Die Höchstgeschwindigkeit: über 350 km/h.

Einer der großen Stars der Monterey Car Week und speziell des Luxusevents The Quail ist der Brabus Bodo, von dem CEO Constantin Brabus das Tuch vom Cabrio als sehenswertes Zwillingsmodell zog. Ebenfalls angetrieben von einem 5,2-Liter-V12 mit 1000 PS und 360 km/h Spitze ist der Oben-Ohne-Bodo als Reminiszenz an den verstorbenen Firmengründer Bodo Buschmann im blassen Seidenton vielleicht noch eindrucksvoller als das spektakuläre Coupé auf Plattform des Aston Martin Vanquish.

Porsche hat in Monterey ein Einzelstück im Gepäck, das die Münder vieler Fans offenstehen lässt. Der Flachbau RS ist eine Neuauflage des spektakulären Porsche 935, der viele wegen der großen Heckflosse nur Moby Dick nennen. Ein Kunde wollte für seinen 911 GT2 RS mehr Performance und eine Flachbau-Optik, kombiniert mit einem Heckflügel vom 911 GT3 R Rennsport. In Zusammenarbeit mit Manthey entstand ein straßenzugelassenes Sammlerstück, in Grandprixweiß lackiert und mit neu geformten Kotflügeln und einer flachen Front wie beim legendären Le-Mans-Rennwagen 935/78 – Spitzname „Moby Dick“.

Kaum weniger spektakulär: die Studie des Cadillac V-One Concept mit deutlichen Anleihen an den diesjährigen Le-Mans-Boliden, der sonnenhungrige Morgan Supersport, der Kimera K39 oder mit dem Blackbird der neueste Hypersportler aus dem Hause Hennessey. 850 PS und mehr als 340 km/h für mehr als 2,5 Millionen US-Dollar.

Ferrari und Bugatti setzen neue Maßstäbe

Ferrari ist traditionell zwar in Pebble Beach groß vertreten, setzt jedoch auf eigene Kundenevents und präsentiert hier den Ferrari CZ26, ein Einzelstück, das im Rahmen des Progetti Speciali Programms realisiert wurde. Der vom hauseigenen Designstudio unter Flavio Manzoni für einen US amerikanischen Kunden entwickelte Wagen stellt eine äußerst persönliche Vision des Konzepts der supersportlichen Berlinetta dar, neu interpretiert durch eine essenzielle, technologische und in die Zukunft gerichtete Formensprache. Noch deutlich schneller: der 1600 PS starke Bugatti Dernier mit seinem Achtliter-W16-Triebwerk.

Wahnsinnig schnell unterwegs und die ganze Familie im Gepäck – auch das gibt es. Lucid stellt in Pebble Beach mit dem Gravity GT-S die stärkste Version seinen neuen Elektro-SUV der Öffentlichkeit vor. Auf drei Sitzreihen können sich bis zu sieben Personen mit 1070 PS in klimatisierten Lederstühle pressen lassen, denn aus dem Stand geht es in kaum mehr als drei Sekunden auf Tempo 100. Für die entsprechende Fahrdynamik sorgen Handling Paket, Luftfederung und Hinterachslenkung.

Nur Platz für zwei bietet dagegen der neue GXR-Evo von Gunther Werks. Der Sportwagen ist der schnellste jemals gebaute Gunther mit einem Vierliter-Saugboxer, der mit seinen 455 PS und 9000 U/min analogen Fahrspaß ohne Elektroeinflüsse auf die Spitze treibt. Der enge Renndress sorgt nicht allein für einen spektakulären Auftritt, sondern auch kein Gramm zu viel an der Karosserie.

Traditionsmarken feiern ihre ganz eigene Wiedergeburt

Ähnlich der Ruf Ehra, der von einem 650 PS starken 3,6-Liter-Turbo-Boxer seine mächtige Leistung auf alle vier Räder überträgt. Das Breitbaudesign präsentiert sich dabei im gewohnt klassischen Elferstil der Porsche-Baureihe 964. „Der Ehra ist ein ganz besonderes Auto für uns, und wir freuen uns unglaublich, ihn endlich der Welt präsentieren zu können“, sagt Firmenchef Alois Ruf, „jedes Jahr bringt uns The Quail unseren Freunden, Fans und Kunden näher, und dieses Jahr übergeben wir eine bemerkenswerte Auswahl neuer Fahrzeuge an ihre neuen Besitzer.“

McLaren präsentiert im Rahmen der Monterey Car Week 2026 den McL 6GT als zeitgemäße Interpretation des M6GT – Bruce McLarens ursprünglichen, aber niemals vollendeten Traum von einem eigenen Supersportwagen. Der McLaren McL 6GT verbindet eine leichte Karbonfaser-Konstruktion mit V8-Verbrennungsmotor und einem Handschaltgetriebe, das seine Kraft an die Hinterräder überträgt.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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