Lamborghini: Kunden wollen keine Elektroautos

Lamborghini: Kunden wollen keine Elektroautos
Copyright:

Lamborghini

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Lamborghini bleibt beim Verbrennungsmotor. Während Ferrari mit dem Luce sein erstes Serienelektroauto vorgestellt hat und damit für Aufsehen sorgt, geht die Konkurrenz aus Sant’Agata Bolognese einen anderen Weg. Der Lanzador, ein elektrischer Crossover, der ursprünglich 2028 auf den Markt kommen sollte, wurde zunächst auf 2029 verschoben und steht inzwischen ohne konkreten Starttermin da. Dass er vor 2030 erscheint, gilt als ausgeschlossen. Ähnliches gilt für einen elektrischen Urus: Auch hier gibt es derzeit kein Datum mehr, das zur Debatte stünde.

CEO Stephan Winkelmann hat diese Entscheidung gegenüber CNBC verteidigt. Die Verschiebung der Elektroautos auf unbestimmte Zeit sei „der richtige Weg“ gewesen, eine Einschätzung, die er auf die Beobachtung des eigenen Kundenstamms stützt. „Durch die Beobachtung des Marktes haben wir gesehen, dass die Akzeptanzkurve bei unserem Kundentyp nicht steigt und deshalb haben wir entschieden, uns von einem rein elektrischen Auto wegzubewegen und stattdessen auf Plug-in-Hybride zu setzen“, so Winkelmann. Lamborghini richtet seine Strategie nach der wahrgenommenen Nachfrage aus, nicht nach einem industrieweiten Zeitplan.

Elektroauto als „teures Hobby“: Klare Worte aus Sant’Agata

Diese Haltung hatte Winkelmann bereits in einem Interview mit der Sunday Times auf den Punkt gebracht. Hohe Investitionen in die Entwicklung reiner Elektroautos seien angesichts fehlender Marktbereitschaft ein „teures Hobby und finanziell unverantwortlich gegenüber Aktionären, Kunden, unseren Mitarbeitern und ihren Familien.“ Für den Chef der zum Audi-Konzern gehörenden Sportwagenmarke ist die Rechnung eindeutig: Wer in ein Produkt investiert, für das die eigene Zielgruppe kein Interesse zeigt, handelt nicht unternehmerisch.

Zum Ferrari Luce wollte sich Winkelmann nicht konkret äußern. „Jede Marke, jedes Unternehmen muss für sich selbst entscheiden“, sagte er lediglich und ergänzte: „Jeder hat seine eigene Strategie.“ Eine direkte Einschätzung zur Entscheidung des Konkurrenten aus Maranello blieb er schuldig, was angesichts der Rivalität zwischen beiden Marken wenig überrascht.

Aufgegeben hat Lamborghini das vierte Modell dennoch nicht. Der Lanzador soll weiterhin kommen, allerdings nicht als reines Elektroauto, sondern als Plug-in-Hybrid. Damit würde er sich nahtlos in das bestehende Lineup einreihen: Temerario, Revuelto und Urus setzen alle auf einen kombinierten Antrieb aus Verbrenner und Elektromotor. Der 2+2-sitzige Crossover wird entsprechend adaptiert, um einen Verbrennungsmotor aufnehmen zu können.

Lamborghini arbeitet nach eigenen Angaben weiterhin an einem rein elektrischen Fahrzeug, ein Starttermin steht jedoch nicht fest. Wann und in welcher Form dieses Modell erscheinen wird, bleibt offen.

Quelle: CNBC – After Ferrari Luce backlash, Lamborghini CEO says canceling its own EV was the right choice / motor1.com – Lamborghini-Chef: E-Auto aufzuschieben war „der richtige Weg“

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Rolls-Royce Spectre Series II: Die neue Liebe zum Twill

Rolls-Royce Spectre Series II: Die neue Liebe zum Twill

Stefan Grundhoff  —  

Technische Feinheiten sind es, die den Unterschied zum Vorgänger machen. Ob das neue Elektrokunden ins Luxussegment holt?

Verpufft die E-Auto-Prämie? Rabatte sinken, Händler unzufrieden

Verpufft die E-Auto-Prämie? Rabatte sinken, Händler unzufrieden

Daniel Krenzer  —  

Trotz E-Auto-Prämie sinken die Rabatte der Hersteller. Die Preise steigen wieder, Händler sind enttäuscht – doch die Zulassungszahlen von E-Autos steigen.

BYD übernimmt in China volle Haftung für intelligentes Parken und assistiertes Fahren

BYD übernimmt in China volle Haftung für intelligentes Parken und assistiertes Fahren

Michael Neißendorfer  —  

Die einjährige Garantie zur vollständigen Schadensabdeckung gilt für Neu- und Bestandskunden, die auf God’s Eye 5.0 im chinesischen Markt upgraden.

Europas Automarkt wächst wieder – dank E-Autos

Europas Automarkt wächst wieder – dank E-Autos

Daniel Krenzer  —  

Die Elektromobilität sorgt für Wachstum auf Europas Automarkt. E-Autos erreichen 19,7 Prozent Marktanteil und lassen Verbrenner weiter zurückfallen.

MG Motor baut erstes Werk in Europa – Galicien, Spanien

MG Motor baut erstes Werk in Europa – Galicien, Spanien

Sebastian Henßler  —  

MG Motor baut sein erstes Montagewerk in Europa im spanischen Galicien. 200 Millionen Euro Investition, Start 2028, bis zu 120.000 Fahrzeuge pro Jahr.

Gebrauchte E-Autos: Ein reifer Markt mit guten Perspektiven

Gebrauchte E-Autos: Ein reifer Markt mit guten Perspektiven

Michael Neißendorfer  —  

Was vor wenigen Jahren noch eine Nische war, entwickelt sich zunehmend zu einem etablierten Marktsegment, so eine aktuelle Fraunhofer-Analyse.

Q1 2026 im Hersteller-Check: China gewinnt an Boden

Q1 2026 im Hersteller-Check: China gewinnt an Boden

Sebastian Henßler  —  

Leapmotor steigert seine Zulassungen in Europa um 683 Prozent und wird im März zur volumenstärksten Elektromarke innerhalb des Stellantis-Konzerns.