Der deutsche Automobilhersteller Opel könnte einem fast vergessenen Modellnamen neues Leben einhauchen: Der Agila steht offenbar vor einer Rückkehr, diesmal als rein elektrischer Kleinstwagen. Wie das italienische Fachmagazin Quattroruote berichtet und auto motor und sport aufgreift, könnte der Rüsselsheimer Automobilhersteller mit einem besonders günstigen Elektroauto in das Einstiegssegment zurückkehren. Als Preisziel stehen rund 15.000 Euro im Raum. Eine offizielle Bestätigung für den elektrischen Agila gibt es allerdings noch nicht.
Die Grundlage dafür schafft der Mutterkonzern Stellantis. Bereits im Mai kündigte das Unternehmen eine neue Familie kleiner und erschwinglicher Elektroautos an, die ab 2028 im italienischen Werk Pomigliano d’Arco produziert werden soll. Den Anfang macht die Neuinterpretation des legendären Citroën 2CV („Ente“), die auf dem Pariser Autosalon bereits als Studie vorgestellt wurde. Auch Fiat entwickelt offenbar ein entsprechendes Schwestermodell, für das der Name Koala gehandelt wird.
Ein drittes Modell dieser sogenannten E-Car-Familie soll wenig später folgen. Nach Einschätzung von Quattroruote könnte es sich dabei um einen Opel handeln, der den Namen Agila wiederbelebt. Der angepeilte Einstiegspreis von rund 15.000 Euro ist bislang allerdings nur für den Citroën konkret kommuniziert worden.
Viel Platz auf wenig Fläche
Der ursprüngliche Opel Agila wurde zwischen 2000 und 2014 in zwei Generationen angeboten. Die erste basierte auf dem Suzuki Wagon R+, die zweite auf dem Suzuki Splash. Beide Modelle zeichneten sich weniger durch aufregendes Design oder besondere Fahrleistungen aus, sondern vor allem durch ihren praktischen Nutzwert. Dank hoher Karosserie boten sie auf geringer Grundfläche vergleichsweise viel Platz.
Dieses Konzept könnte Opel nun in die elektrische Gegenwart übertragen. Denkbar wäre ein weniger als vier Meter langer Kleinstwagen mit kurzer Motorhaube, steilem Heck und großzügigem Innenraum. Auch eine bewusst einfache Ausstattung mit Smartphonehalterung statt großem Infotainmentdisplay erscheint angesichts des angestrebten Preises plausibel.
Zu Batteriegröße, Motorleistung, Reichweite und Ladegeschwindigkeit gibt es bislang keine belastbaren Angaben. Klar ist lediglich die Zielrichtung der neuen Stellantis-Fahrzeugfamilie: möglichst günstige Elektromobilität mit Schwerpunkt auf Stadtverkehr und alltäglichen Fahrten.
Ein kleiner Bruder für den Frontera
Ein solches Konzept würde durchaus zur jüngeren Modellpolitik von Opel passen. Mit dem Frontera Electric bietet die Marke bereits ein betont zweckmäßiges Elektroauto an, das technisch allerdings wenig Begeisterung auslöst. Die Basisversion bietet 44 kWh Batteriekapazität, 305 Kilometer WLTP-Reichweite und maximal (meist unerreichter) 100 kW DC-Ladeleistung. Selbst die größere Variante mit 54 kWh und gut 400 Kilometern Reichweite bleibt technisch eher bescheiden.
Der 4,39 Meter lange Frontera punktet dafür mit reichlich Platz, einem großen Kofferraum und einer unkomplizierten Auslegung. Für Familien, die überwiegend im näheren Umfeld unterwegs sind und nur selten größere Strecken zurücklegen, kann er deshalb durchaus eine praktische Wahl sein.
Ein neuer Agila könnte diesen Ansatz konsequent nach unten erweitern: weniger Fahrzeug, weniger Technik und vor allem ein deutlich niedrigerer Preis. Sollte Opel tatsächlich einen alltagstauglichen elektrischen Hochdach-Kleinstwagen für ungefähr 15.000 Euro Neupreis anbieten können, dürfte das für viele preisbewusste Käufer womöglich interessanter sein als die nächste technische Innovation.
Quelle: Quattroruote – Opel Agila, ritorno a sorpresa?; auto motor und sport – E-Car von Opel für 15.000 Euro: Kommt der Agila als Stromer zurück?








Wird geladen...