Im Opel-Werk Eisenach läuft die Produktion nach einer mehrwöchigen Unterbrechung wieder regulär. Seit Anfang der Woche werden am thüringischen Standort erneut Fahrzeuge im normalen Zwei-Schicht-Betrieb gefertigt. Die vorübergehenden Stillstände nutzte die Stellantis-Marke Opel nach eigenen Angaben für Instandhaltungsarbeiten und Anpassungen der Produktionsabläufe. Ziel ist es, künftig einen größeren Anteil elektrifizierter Fahrzeuge produzieren zu können.
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf eine Unternehmenssprecherin berichtet, liegt der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge in Eisenach derzeit bei rund 50 Prozent. Bis zum Jahresende soll er auf 60 bis 70 Prozent steigen. Dabei ist allerdings zwischen rein batterieelektrischen Fahrzeugen und elektrifizierten Modellen einschließlich Hybriden zu unterscheiden. Wie hoch der Anteil der reinen Elektroautos tatsächlich ist, geht aus den Angaben nicht eindeutig hervor. Stellantis setzt bei seinen E-Autos auf Mischplattformen, die auch von Verbrennern genutzt werden.
Am Standort Eisenach fertigen derzeit rund 1100 Beschäftigte ausschließlich den Opel Grandland. Das SUV läuft dort als Hybrid, Plug-in-Hybrid und vollelektrisch vom Band. Die unterschiedlichen Antriebsvarianten können auf einer gemeinsamen Produktionslinie hergestellt werden. Diese Flexibilität soll es dem Unternehmen ermöglichen, die Fertigung vergleichsweise kurzfristig an die jeweilige Nachfrage anzupassen.
130 Millionen Euro für die Transformation
Grundlage dafür ist ein umfangreicher Umbau des Werks, in den Mutterkonzern Stellantis bereits rund 130 Millionen Euro investiert hat. Mit der 2024 eingeführten zweiten Grandland-Generation wurde die Produktion auf die neue STLA-Medium-Plattform umgestellt. Dafür waren weitreichende Veränderungen im Rohbau sowie in der Fertig- und Endmontage notwendig.
Zu den wichtigsten Neuerungen gehört ein eigener sogenannter Battery Shop, in dem die Batteriesysteme für den elektrischen Grandland montiert werden. Zudem wurden Logistikflächen neu organisiert und bestehende Produktionsbereiche umgestaltet. Die jüngsten Anpassungen sind somit Teil eines längerfristigen Transformationsprozesses, mit dem Opel seinen traditionsreichen Standort auf die Elektromobilität ausrichtet.
Die Bedeutung des Werks unterstrich Opel-Chef Florian Huettl bereits Anfang des Jahres. Gegenüber der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung bekannte er sich zur langfristigen Zukunft des Standorts und verwies auf die umfangreichen Investitionen in die Elektroauto-Produktion.
Allerdings setzt Opel inzwischen stärker auf Flexibilität als ursprünglich geplant. Das frühere Ziel, in Europa ab 2028 ausschließlich Elektroautos anzubieten, wurde aufgegeben. Die parallele Fertigung unterschiedlicher Antriebsarten in Eisenach passt zu dieser angepassten Strategie. Für das Werk ist die steigende Produktion elektrifizierter Grandland-Varianten zunächst ein positives Signal für die Zukunft, auch wenn Opel mit geringer Kundenzufriedenheit zu kämpfen hat, wie zuletzt eine Befragung von Uscale ergab.
Quelle: Die Zeit – Opel-Werk Eisenach läuft nach Umbau wieder regulär








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