Zwei Fahrer, ein Ziel: Opel will in der Formel E nach vorn

Zwei Fahrer, ein Ziel: Opel will in der Formel E nach vorn
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Opel | Opel-Formel-E-Duo Mitch Evans und Théo Pourchaire

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Die Formel E steht vor einem Neustart. Mit der GEN4-Generation ändern sich Leistung, Systeme und technisches Reglement, und auch die Reifen stammen von einem neuen Hersteller. Die Folge: Zum Saisonstart kennt kein Team die tatsächlichen Kräfteverhältnisse. Genau in diese Phase fällt der erste Einstieg von Opel in die elektrische Rennserie. Auf dem Pariser Automobilsalon hat die Marke nun das finale Renndesign ihres Opel GSE 27FE enthüllt.

Am Steuer sitzen zwei Fahrer, die ebenfalls neu bei Opel sind. Mitch Evans hat nach eigener Aussage sämtliche Fahrzeuggenerationen der Formel E miterlebt und kann den technischen Sprung entsprechend einordnen. Théo Pourchaire wiederum erlebt den Auftritt in Paris in seinem Heimatland. In einem von Opel veröffentlichten Doppelinterview sprechen beide über das Design, ihre ersten Monate im Team, die Testfahrten und ihre Ziele für die erste Saison.

Den ersten Eindruck vom finalen Design fasst Evans knapp zusammen: Es wirke “mutig, schnell und aggressiv”. Schon die Testlackierung sei ein starkes Statement gewesen, die Rennversion gehe jedoch darüber hinaus. Überrascht habe ihn vor allem das Silber. Gerade aus der Vogelperspektive sei zu erkennen, wie die Lackierung von Gelb in Silber übergeht, ergänzt durch schwarze Elemente. “Mir gefällt die Kühnheit des Farbschemas, alle Elemente passen einfach perfekt zusammen”, so der Fahrer.

Pourchaire beschreibt das Design als “sehr edel” und als eines, das Opel von seiner besten Seite zeige. Sein Lieblingsdetail hat einen persönlichen Hintergrund. Gelb trage er seit Beginn seiner Rennfahrerkarriere auf dem Helm, weshalb er sich bei Opel gut aufgehoben sieht: “Ich glaube, ich passe gut zu Opel.”

Gelb auf dem Helm, Silber auf dem Wagen

Die ersten Monate im neuen Team schildern beide Fahrer als reibungslos. Pourchaire spricht von einem “echten Vergnügen” in der Zusammenarbeit mit der Opel-Familie. Kennengelernt habe er nicht nur Mechaniker:innen und Ingenieur:innen, sondern auch das Marketing- und Kommunikationsteam. Hinter den Kulissen stehe allerdings viel Arbeit, etwa zahlreiche Simulator-Sessions und Abstimmungen mit der Technik, um das eigene Cockpit kennenzulernen. Schließlich handle es sich für ihn um ein komplett anderes Auto.

Evans beschreibt seinen Wechsel als “nahtlosen Übergang”. Er habe sich sofort als Teil der Familie gefühlt. Seit einigen Monaten ist er nun Opel-Fahrer, und im gesamten Team wachse die Vorfreude auf den Saisonstart.

Für Pourchaire hat der Auftritt in Paris besondere Bedeutung. Die Präsenz auf dem Automobilsalon bezeichnet er als groß und wichtig, Opel selbst als bedeutenden deutschen Hersteller mit langer Geschichte. Umso mehr freue es ihn, die Marke in seinem Heimatland repräsentieren zu dürfen.

Evans ordnet den Termin als Meilenstein ein. Opel steige erstmals in die Formel E ein, und das Rennauto stehe in Paris neben den übrigen Modellen sowie dem STX Concept. Das Renndesign vor Fans und Medien zu zeigen, sei ein nächster Schritt vor dem Saisonstart.

Ein Schock bei voller Leistung

Mehr als 6000 Testkilometer hat das Team inzwischen absolviert. Evans spricht beim GEN4-Auto von einem “Gamechanger für die Formel E” und vom größten Schritt, den die Meisterschaft bisher gemacht habe. Als er erstmals die volle Leistung von 600 Kilowatt abgerufen habe, sei das “ein ziemlicher Schock” gewesen.

Die bisherigen Tests bewertet er positiv. Gleichzeitig verweist Evans auf die Menge an Neuerungen: Fahrzeug, Reglement, Systeme und Reifen bringen vor dem ersten Rennen viel Lernstoff mit sich. Mit jedem Test komme das Team voran, um zum Auftakt möglichst gut abgestimmt anzutreten.

Pourchaire hebt vor allem die Beschleunigung hervor. Bei den geübten Rennstarts fühle es sich jedes Mal an, “als könne man im Auto nicht mehr atmen”. Nach seinen Worten handelt es sich um das Rennauto mit der stärksten Beschleunigung, das er in seiner Karriere gefahren ist. Da die Technik für alle Teams neu sei, arbeite man gemeinsam daran, vom ersten Tag der GEN4-Ära an konkurrenzfähig zu sein.

Opel: Hier, um zu gewinnen

Bis zum ersten Rennen stehen noch die letzten Testtage an, darunter die offiziellen Tests in Jarama bei Madrid. Pourchaire misst diesem Termin große Bedeutung bei, da dort erstmals alle Teams gemeinsam auf der Strecke stehen und sich ein erster Eindruck der eigenen Performance ergibt. Zuversicht sei angebracht, allerdings in Maßen, denn Motorsport bleibe hart umkämpft.

Persönlich setzt der Franzose auf körperliche und mentale Vorbereitung sowie intensive Simulatorarbeit. Sein Ziel sei es, das Maximum aus sich und dem Auto herauszuholen. “Ich bin Rennfahrer, ich bin ein Wettkämpfer”, sagt Pourchaire. Entsprechend wolle er schnell lernen und für Opel vorn mitfahren.

Evans formuliert seinen Anspruch noch direkter: “Ich bin hier, um zu gewinnen.” Zugleich räumt er ein, dass ein neues Team eine Lernphase durchlaufen werde und er sich anfangs herantasten müsse. Wo Opel leistungsmäßig steht, sei offen, denn bei einem neuen Reglement kenne niemand die Kräfteverhältnisse. Sein Wunsch: eine gute Entwicklung über die Saison hinweg und so schnell wie möglich der Sprung an die Spitze.

Quelle: Opel – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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