Mercedes GLC wird in Peking als Hoffnungsträger vorgestellt

Mercedes GLC wird in Peking als Hoffnungsträger vorgestellt
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Mercedes-Benz / Von links nach rechts: Oliver Thöne, Vorstandsmitglied
der Mercedes-Benz Group AG, Greater China; Ola Källenius, Vorsitzender des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG; Zhang Jianyong, Vorsitzender des Vorstands der BAIC Group und von BBAC; sowie Daniel Lescow, President und CEO Beijing Mercedes-Benz Sales Service Co. Ltd.

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Schon vor dem offiziellen Messestart am vergangenen Freitag hat Mercedes-Benz in Peking sein neues Elektro-SUV Mercedes GLC in der Langversion in einer imposanten Inszenierung vorgestellt, wie die Automobilwoche berichtet. Der GLC gilt für den so wichtigen chinesischen Markt als großer Hoffnungsträger, doch Eindrücke von der Veranstaltung zeigen auch, weshalb es europäische Hersteller in der Volksrepublik zunehmend schwer haben.

In allererster Linie liegt dies nämlich an der seit Jahren erstarkenden Konkurrenz aus dem eigenen Land sowie dem chinesischen Vorsprung in Sachen Elektroautos. So wird im Artikel exemplarisch eine junge Modedesignerin thematisiert, die zwar stolz von ihrem gebraucht erworbenen E-Klasse-Coupé als Verbrenner berichtet, als zweites Fahrzeug aber einen neuen und dennoch deutlich billigeren Xiaomi SU7 in der Garage stehen hat, der nicht minder viel Fahrfreude mit sich bringe. Ob sie zukünftig noch einmal ein europäisches Auto kaufen möchte, weiß sie noch nicht. Allerdings bewundere sie die älteren Modelle von Mercedes.

Viel schmerzlicher kann ein Kompliment kaum sein, denn Mercedes baut sein Geschäft in China sicherlich nicht darauf auf, künftig vorwiegend im Verbrenner-Oldtimergeschäft tätig zu sein. Allerdings konnte der deutsche Automobilhersteller in China – wie viele andere europäische Hersteller ebenfalls – bislang kaum mit Elektroautos punkten. Die E-SUV EQA und EQB spielten nahezu keine Rolle, weil sie für das Gebotene im Vergleich zu einheimischen Herstellern viel zu teuer sind. Und anders als in Deutschland ist auch der Start des technisch um Welten verbesserten CLA in China keine Verkaufsparty, dafür sind Coupés dort zu wenig nachgefragt.

Chinesen kaufen zunehmend aus China

Nun soll es also der GLC als E-SUV mit modernisierter Elektroauto-Technik richten, der bis zu 800 Kilometer nach dem großzügigen, da eher städtischen chinesischen Testzyklus verspricht. Laut Mercedes-Führung soll der Marktanteil bei den Elektroautos in China damit deutlich steigen, ohne dass konkrete Ziele ausgegeben werden. Auch die elektrische C-Klasse-Limousine soll zeitnah folgen, womit zwei der in China beliebtesten Fahrzeugklassen bedient werden. „Technologisch sind die Fahrzeuge über jeden Zweifel erhaben. Das gilt für das Infotainment mit dem das komplette Cockpit überspannenden Display, das gilt aber auch für die Fahrassistenzsysteme“, schreibt die Automobilwoche. Die Fahrzeuge dürfen und können in China schon deutlich autonomer fahren als in Deutschland.

Was es den ausländischen Automobilherstellern aber zunehmend schwer machen könnte, ihre Autos in China loszuwerden, ist die wirtschaftliche Lage im Land und die damit einhergehende Politik. Es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit und die Volksrepublik tut viel dafür, in diversen Wertschöpfungsketten inklusive der Automobilbranche den Großteil der Produktion und damit einhergehender Arbeitsplätze im Land zu halten oder anzusiedeln. So stelle sich für viele Chinesen zunehmend die Frage, ob es überhaupt noch „opportun ist, ausländische Marken zu kaufen“. So oder so müssen sich die europäischen Hersteller in China gewaltig strecken, um preislich wie qualitativ für die potentielle Kundschaft attraktiv zu sein.

Quelle: Automobilwoche – Wie Mercedes in China künftig Kunden überzeugen will

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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