Musk nährt Spekulationen über Tesla-SpaceX-Fusion

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Arun Niemann
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  —  Lesedauer 3 min

Tesla steht nach der Vorlage durchwachsener Quartalszahlen stark unter Druck. Der Cashflow drehte zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren ins Negative und belief sich im zweiten Quartal auf minus 1,1 Milliarden US-Dollar. Grund dafür sind vor allem auch die hohen Ausgaben für KI und Robotik. Gleichzeitig entfällt mit 763 Millionen US-Dollar ein Großteil des ausgewiesenen Quartalsgewinns von 1,1 Milliarden US-Dollar auf Buchgewinne, die durch die Aufwertung der Beteiligung an SpaceX zustande gekommen sind.

Auch der Gewinn pro Aktie blieb deutlich hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Statt der antizipierten 51 Cent pro Aktie waren es im Q2 2026 nur 33 Cent. Einzig die Zahlen zum Umsatz und zu den Auslieferungen fielen besser aus als erwartet, was durch die steigende Nachfrage aus Europa begünstigt werden dürfte. Durch die verschiedenen Negativentwicklungen werden Investoren spürbar unruhig und die Tesla-Aktie wurde zum Handelsbeginn mit einem Minus von zwölf Prozent abgestraft.

Eigentlich hätten während der den Quartalsbericht betreffenden Telefonkonferenz vor allem die schwächeren Margen im Mittelpunkt stehen müssen, doch der Fokus fiel nach 45 Minuten auf ein ganz anderes Thema: Der Wells-Fargo-Analyst Colin Langan sprach Musk ganz direkt auf die Spekulationen zu einer möglichen Fusion von Tesla und SpaceX an.

Musk spricht von „immer mehr Überschneidungen“

Musk beantwortet die Frage damit, dass es „immer mehr Überschneidungen“ zwischen den Unternehmen gebe. Diese würden in mehreren gemeinsamen Projekten sichtbar werden. Er bestätigte also nichts, verneinte die Gerüchte aber auch nicht klar.

Stattdessen nannte er eine von Tesla, SpaceX und Intel gemeinsam geplante Chipfabrik namens Terafab als Beispiel für die produktive Zusammenarbeit und betonte, dass man über so etwas wie Unternehmensfusionen nicht auf Bilanzpressekonferenzen sprechen könne. So etwas müsse Musk zufolge im Rahmen eines „angemessenen Verfahrens“ geklärt werden.

Anschließend übergab Musk überraschenderweise dem Chefjuristen Brandon Ehrhart das Wort. Der bezeichnete SpaceX als großartigen Partner und verwies darauf, dass Tesla seine Zusammenarbeit mit dem Raumfahrtunternehmen Anfang des Jahres mit einer Investition und einer Rahmenvereinbarung vertieft habe. Danach schaltete sich Musk wieder ein und verwies auf weitere gemeinsame Projekte wie etwa den Chatbot Grok, Unterhaltungsangebote über Starlink in Tesla-Fahrzeugen und die Integration von Starlink in Teslas Robotaxi-Netzwerk.

Die Fusionsgerüchte werden lauter

Mehrere Analysten und Experten äußerten sich im Anschluss überzeugt von einem baldigen Zusammenschluss beider Unternehmen. Jefferies-Analyst Philippe Houchois verwies noch einmal darauf, dass Musk „keinen Widerspruch“ zu den Gerüchten einlegte und Gene Munster von Deepwater Asset Management sprach nach der Telefonkonferenz Reuters zufolge sogar von einer 90 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Fusion.

Sogar die SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell äußerte sich zu dem Thema. CNBC gegenüber sagte sie, die Fusion „könnte Elons Leben ein wenig erleichtern“ und es wäre bereits klar, dass es künftig wachsende Synergien zwischen den Unternehmen geben werde. Forbes-Berichten zufolge rechnen auch viele Mitarbeiter von Tesla bereits mit einem Zusammenschluss.

Zusammenschluss könnte Tesla in SpaceX aufgehen lassen

Auf den Börsenwert bezogen steht SpaceX wenige Wochen nach dem Börsengang bereits klar vor Tesla. Inzwischen wird der Raumfahrtkonzern schließlich mit 1,5 Billionen US-Dollar circa 400 Milliarden höher bewertet als Tesla. Daher erwarten Analysten im Falle einer Fusion beider Unternehmen eher die Übernahme Teslas durch SpaceX als einen Zusammenschluss auf Augenhöhe. Schließlich hatte Musk zuvor bereits sein Unternehmen X in SpaceX integriert.

Über die langfristigen Motive eines Zusammenschlusses besteht derweil Uneinigkeit unter Experten. Viele Beobachter verweisen auf die offensichtlichen Synergien zwischen den Unternehmen, welche das Vorgehen sinnvoll machen würden. Es gibt jedoch auch Kritiker, wie etwa den NYU-Professor Scott Galloway, die in den potenziellen Fusionsplänen eher eine Möglichkeit für Musk sehen, externe Kritik und Möglichkeiten zur Einflussnahme weiter zu begrenzen. Schließlich hat Musk bei SpaceX dank einer entsprechenden Aktienstruktur die Stimmmehrheit, während er bei Tesla nicht das letzte Wort hat.

Quellen: Handelsblatt – „Es gibt immer mehr Überschneidungen“ zwischen Tesla und SpaceX / Reuters – Musk keeps Tesla-SpaceX merger speculation alive, cites growing overlap

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Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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