Tesla fährt in Grünheide Sonderschichten

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Während der deutsche Traditions-Automobilhersteller Volkswagen über massive Überkapazitäten, Stellenabbau und die Zukunft mehrerer deutscher Werke diskutiert, ergibt sich wenige Kilometer östlich von Berlin derzeit ein völlig anderes Bild: Der US-amerikanische Hersteller Tesla will die Produktion in Grünheide deutlich hochfahren und ordnet dafür sogar Sonderschichten an.

Wie das Handelsblatt berichtet, sollen im Tesla-Werk von Mitte Oktober an 7500 Elektroautos pro Woche vom Band laufen. Derzeit sind es demnach weniger als 6500 Fahrzeuge. Um die Lücke möglichst schnell zu schließen, sind im September drei zusätzliche Schichten vorgesehen. Betroffen ist praktisch die gesamte Fahrzeugfertigung samt unterstützender Bereiche, ausgenommen sind unter anderem Batterie- und Zellfertigung.

Bereits im Juni hatte Werksleiter André Thierig angekündigt, die Produktion innerhalb weniger Monate von rund 5000 auf 7500 Fahrzeuge wöchentlich zu steigern. Gleichzeitig soll die Taktzeit in weiten Teilen der Fabrik von rund 80 auf nur noch 45 Sekunden sinken. Dieses Tempo sei inzwischen weitgehend erreicht, bei den Stückzahlen hinke Tesla dem eigenen Ziel allerdings noch hinterher.

Selbst Extraschichten reichen zunächst nicht

Pro Schicht entstehen dem Bericht zufolge derzeit rund 450 Fahrzeuge. Selbst mit den zusätzlichen Einsätzen dürfte Tesla in der stärksten Septemberwoche lediglich auf etwa 7100 bis 7300 Fahrzeuge kommen. Hintergrund seien offenbar auch Schwierigkeiten bei der Umstellung und weiteren Automatisierung einzelner Produktionsschritte.

Der Kontrast zur Lage bei Volkswagen könnte derzeit kaum größer sein. Europas größter Automobilhersteller hat gerade ein umfangreiches Sanierungsprogramm beschlossen. Weitere 50.000 Stellen sollen entfallen, zugleich steht für die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm langfristig die Fahrzeugproduktion infrage. Volkswagen spricht von erheblichen Überkapazitäten in Europa. Und Tesla kommt mit dem Produzieren offenbar kaum hinterher.

Das Werk Grünheide war 2025 mit gut 202.000 produzierten Fahrzeugen laut Handelsblatt allerdings nur zu 54 Prozent ausgelastet, eins zu eins lässt sich die Situation folglich nicht vergleichen. Und auch Teslas Absatz schwankte zuletzt stark. In Deutschland legten die Neuzulassungen im August allerdings wieder deutlich zu: Mit 3034 Fahrzeugen lagen sie 110,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor, seit Jahresbeginn steht sogar ein Plus von 182 Prozent.

Quelle: Handelsblatt – 1000 Tesla pro Woche zu wenig – Sonderschichten in Grünheide

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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