Der schwedische Frachttechnologie-Anbieter Einride erweitert seine Elektro-Lkw-Flotte deutlich und setzt dabei erstmals auf Sattelzugmaschinen von Tesla. Ab September sollen die ersten von insgesamt 500 bestellten Tesla-Semi-Fahrzeugen in den operativen Einsatz gehen, wie das Unternehmen mitteilte. Für Speditionskund:innen bedeutet der Zukauf vor allem zusätzliche Kapazität auf batterieelektrischer Basis, ohne dass sich am grundsätzlichen Betriebskonzept von Einride etwas ändert. Finanziert wird der Deal über Drittmittel, sodass die Auslieferung der neuen Fahrzeuge nicht zusätzlich aus der eigenen Kapitaldecke bestritten werden muss. Der Zukauf verdreifacht die Gesamtflotte von Einride auf rund 750 Fahrzeuge.
Firmenchef Roozbeh Charli ordnete den Schritt im Gespräch mit Reuters ein. „Wir erreichen gerade den Punkt, an dem wir Zugriff auf die Hardware in der Form und Menge haben, die wir brauchen. Jetzt kommt die Software ins Spiel, um diese Hardware effizient in unser gesamtes Netzwerk einzubinden“, sagte Charli. Mit der Aufnahme von Tesla bezieht Einride seine Lkw mittlerweile von fünf bis sechs verschiedenen Marken, darunter auch der niederländische Hersteller DAF. Die Flotte des Unternehmens ruht damit auf einer zunehmend breiteren Lieferantenbasis, während sich der unternehmerische Fokus zunehmend auf die Software zur Flottensteuerung verlagert.
Wachstumspfad reicht bis ins Jahr 2028
Der aktuelle Ausbau ist Teil einer langfristig angelegten Wachstumsstrategie. Bis zum Jahr 2028 peilt Einride eine Flottengröße von 1500 bis 2000 Lkw an, was gegenüber der nun erreichten Marke von 750 Fahrzeugen einer weiteren Verdopplung bis Verdreifachung entspräche. Bis dahin will das Unternehmen zudem auf Cashflow-Basis die Gewinnschwelle erreichen.
Für die zweite Jahreshälfte 2026 rechnet Einride bereits mit einer Wachstumsrate beim Umsatz, die sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppeln soll. Grund dafür sind laut Unternehmensangaben zunehmende Flotteneinsätze in den USA und in Europa, wo sich die Auslieferungen der bestellten Fahrzeuge fortsetzen sollen.
Im ersten Halbjahr 2026 legte der Umsatz währungsbereinigt bereits um 26 Prozent zu, getragen von höheren Kundenvolumina und zusätzlichen Fahrzeugeinsätzen im bestehenden Netzwerk. Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust auf 1,12 Milliarden schwedische Kronen aus, umgerechnet rund 102 Millionen Euro. Ursache waren vor allem einmalige Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Börsengang, der Rekapitalisierung sowie aktienbasierten Vergütungen rund um das Nasdaq-Debüt des Unternehmens. Einem wachsenden operativen Geschäft steht damit vorerst ein durch Sondereffekte belasteter Verlust gegenüber, den Einride auf die einmaligen Kosten der Börsennotierung zurückführt und nicht auf das laufende Tagesgeschäft.
Einride entwickelt elektrische und autonome Frachttechnologie für den Schwerlastverkehr. Mit den neuen Tesla-Semi-Fahrzeugen erweitert das Unternehmen seine Flotte um einen weiteren Hersteller und baut seine Präsenz im nordamerikanischen und europäischen Markt für elektrische Nutzfahrzeuge weiter aus. Wie schnell sich das für 2028 angepeilte Flottenziel tatsächlich umsetzen lässt, hängt auch davon ab, wie reibungslos die Integration der ersten 500 Tesla-Semi-Fahrzeuge ab September gelingt.
Quelle: Reuters – Einride forecasts faster growth, adds 500 Tesla Semi trucks to fleet









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